„Quantenmechanik“ – Versionsunterschied
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<p>Die Quantenmechanik unterscheidet sich grundlegend von der klassischen Physik. Sie verwendet Begriffe und Konzepte, die sich der Anschaulichkeit entziehen und auch einigen Prinzipien widersprechen, die in der klassischen Physik als fundamental und selbstverständlich angesehen werden. Durch Anwendung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Korrespondenzprinzip Korrespondenzregeln] und Konzepten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dekoh%C3%A4renz Dekohärenztheorie] können viele Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik, insbesondere die gesamte klassische Mechanik, als Grenzfälle der Quantenmechanik beschrieben werden. Allerdings gibt es auch zahlreiche Quanteneffekte ohne klassischen Grenzfall. Zur ''Deutung'' der Theorie wurde eine Reihe verschiedener [https://de.wikipedia.org/wiki/Interpretationen_der_Quantenmechanik Interpretationen der Quantenmechanik] entwickelt, die sich insbesondere in ihrer Konzeption des [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanische_Messung#Ablauf_und_Folgen_des_Messprozesses Messprozesses] und in ihren [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik metaphysischen] Prämissen unterscheiden.</p> | <p>Die Quantenmechanik unterscheidet sich grundlegend von der klassischen Physik. Sie verwendet Begriffe und Konzepte, die sich der Anschaulichkeit entziehen und auch einigen Prinzipien widersprechen, die in der klassischen Physik als fundamental und selbstverständlich angesehen werden. Durch Anwendung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Korrespondenzprinzip Korrespondenzregeln] und Konzepten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dekoh%C3%A4renz Dekohärenztheorie] können viele Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik, insbesondere die gesamte klassische Mechanik, als Grenzfälle der Quantenmechanik beschrieben werden. Allerdings gibt es auch zahlreiche Quanteneffekte ohne klassischen Grenzfall. Zur ''Deutung'' der Theorie wurde eine Reihe verschiedener [https://de.wikipedia.org/wiki/Interpretationen_der_Quantenmechanik Interpretationen der Quantenmechanik] entwickelt, die sich insbesondere in ihrer Konzeption des [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanische_Messung#Ablauf_und_Folgen_des_Messprozesses Messprozesses] und in ihren [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik metaphysischen] Prämissen unterscheiden.</p> | ||
<p>Auf der Quantenmechanik und ihren Begriffen bauen ab ca. 1930 die weiterführenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenfeldtheorie Quantenfeldtheorien] auf, angefangen mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenelektrodynamik Quantenelektrodynamik]. Mit diesen können auch die Prozesse der Erzeugung und Vernichtung von Teilchen analysiert werden.</p> | <p>Auf der Quantenmechanik und ihren Begriffen bauen ab ca. 1930 die weiterführenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenfeldtheorie Quantenfeldtheorien] auf, angefangen mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenelektrodynamik Quantenelektrodynamik]. Mit diesen können auch die Prozesse der Erzeugung und Vernichtung von Teilchen analysiert werden.</p> | ||
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Genauere Informationen zum mathematischen Formalismus finden sich im Artikel ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematische_Struktur_der_Quantenmechanik Mathematische Struktur der Quantenmechanik]''. | Genauere Informationen zum mathematischen Formalismus finden sich im Artikel ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematische_Struktur_der_Quantenmechanik Mathematische Struktur der Quantenmechanik]''. | ||
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| colspan="2" |[https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Schr%C3%B6dinger Erwin Schrödinger] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Dirac Paul Dirac] teilten sich | |||
den Nobelpreis 1933 „für die Entdeckung | |||
neuer produktiver Formen der Atomtheorie“ | |||
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<p>Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Entwicklung der Quantenphysik zunächst mit den sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenphysik#Fr%C3%BChe_Quantentheorien alten Quantentheorien].<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-1 [1]]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Planck Max Planck] stellte 1900 zur Herleitung des nach ihm benannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Plancksches_Strahlungsgesetz Strahlungsgesetzes] die Hypothese auf, dass ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Oszillator Oszillator] Energie nur in ganzzahligen Vielfachen des ''Energiequantums ''𝛥𝐸 = ℎ𝑓 aufnehmen oder abgeben kann (ℎ ist das [https://de.wikipedia.org/wiki/Plancksches_Wirkungsquantum Plancksche Wirkungsquantum], 𝑓 ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Frequenz Frequenz] des Oszillators). 1905 erklärte [https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Einstein Albert Einstein] den [https://de.wikipedia.org/wiki/Photoelektrischer_Effekt photoelektrischen Effekt] durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtquantenhypothese Lichtquantenhypothese]. Demnach besteht Licht aus diskreten Partikeln gleicher Energie 𝐸, denen mit der Frequenz 𝑓 = 𝐸/ℎ auch eine Welleneigenschaft zukommt.</p> | <p>Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Entwicklung der Quantenphysik zunächst mit den sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenphysik#Fr%C3%BChe_Quantentheorien alten Quantentheorien].<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanik#cite_note-1 [1]]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Planck Max Planck] stellte 1900 zur Herleitung des nach ihm benannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Plancksches_Strahlungsgesetz Strahlungsgesetzes] die Hypothese auf, dass ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Oszillator Oszillator] Energie nur in ganzzahligen Vielfachen des ''Energiequantums ''𝛥𝐸 = ℎ𝑓 aufnehmen oder abgeben kann (ℎ ist das [https://de.wikipedia.org/wiki/Plancksches_Wirkungsquantum Plancksche Wirkungsquantum], 𝑓 ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Frequenz Frequenz] des Oszillators). 1905 erklärte [https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Einstein Albert Einstein] den [https://de.wikipedia.org/wiki/Photoelektrischer_Effekt photoelektrischen Effekt] durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtquantenhypothese Lichtquantenhypothese]. Demnach besteht Licht aus diskreten Partikeln gleicher Energie 𝐸, denen mit der Frequenz 𝑓 = 𝐸/ℎ auch eine Welleneigenschaft zukommt.</p> | ||
<p>Im Zeitraum ab 1913 entwickelte [https://de.wikipedia.org/wiki/Niels_Bohr Niels Bohr] das nach ihm benannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Bohrsches_Atommodell Atommodell]. Dieses basiert auf der Annahme, dass [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektron Elektronen] im Atom nur [https://de.wikipedia.org/wiki/Station%C3%A4rer_Zustand Zustände] von ganz bestimmten Energien einnehmen können und dass die Elektronen bei der Emission oder Absorption von Licht von einem Energieniveau auf ein anderes „springen“ (siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantensprung Quantensprung]). Bei der Formulierung seiner Theorie nutzte Bohr das [https://de.wikipedia.org/wiki/Korrespondenzprinzip Korrespondenzprinzip], dem zufolge sich das quantentheoretisch berechnete optische Spektrum von Atomen im Grenzfall großer Quantenzahlen dem klassisch berechneten Spektrum annähern muss. Mit dem Bohrschen Atommodell und seinen Erweiterungen, dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Schalenmodell_(Atomphysik) Schalenmodell] und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bohr-Sommerfeld-Modell Bohr-Sommerfeld-Modell], gelangen einige große Erfolge, darunter die Erklärung des Wasserstoffspektrums, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Charakteristische_R%C3%B6ntgenstrahlung Röntgenlinien] und des [https://de.wikipedia.org/wiki/Stark-Effekt Stark-Effekts] sowie die Erklärung des Aufbaus des [https://de.wikipedia.org/wiki/Periodensystem_der_Elemente Periodensystems der Elemente].</p> | <p>Im Zeitraum ab 1913 entwickelte [https://de.wikipedia.org/wiki/Niels_Bohr Niels Bohr] das nach ihm benannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Bohrsches_Atommodell Atommodell]. Dieses basiert auf der Annahme, dass [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektron Elektronen] im Atom nur [https://de.wikipedia.org/wiki/Station%C3%A4rer_Zustand Zustände] von ganz bestimmten Energien einnehmen können und dass die Elektronen bei der Emission oder Absorption von Licht von einem Energieniveau auf ein anderes „springen“ (siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Quantensprung Quantensprung]). Bei der Formulierung seiner Theorie nutzte Bohr das [https://de.wikipedia.org/wiki/Korrespondenzprinzip Korrespondenzprinzip], dem zufolge sich das quantentheoretisch berechnete optische Spektrum von Atomen im Grenzfall großer Quantenzahlen dem klassisch berechneten Spektrum annähern muss. Mit dem Bohrschen Atommodell und seinen Erweiterungen, dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Schalenmodell_(Atomphysik) Schalenmodell] und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bohr-Sommerfeld-Modell Bohr-Sommerfeld-Modell], gelangen einige große Erfolge, darunter die Erklärung des Wasserstoffspektrums, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Charakteristische_R%C3%B6ntgenstrahlung Röntgenlinien] und des [https://de.wikipedia.org/wiki/Stark-Effekt Stark-Effekts] sowie die Erklärung des Aufbaus des [https://de.wikipedia.org/wiki/Periodensystem_der_Elemente Periodensystems der Elemente].</p> | ||
Version vom 5. Mai 2024, 12:16 Uhr

Die Quantenmechanik ist eine physikalische Theorie, mit der die Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten von Zuständen und Vorgängen der Materie beschrieben werden. Im Gegensatz zu den Theorien der klassischen Physik erlaubt sie als Grundlage der Quantenphysik die zutreffende Berechnung physikalischer Eigenschaften von Materie im Größenbereich der Atome und darunter. Die Quantenmechanik ist eine der Hauptsäulen der modernen Physik. Sie bildet die Grundlage zur Beschreibung von Phänomenen der Atomphysik, der Festkörperphysikund der Kern- und Elementarteilchenphysik, aber auch verwandter Wissenschaften wie der Quantenchemie.
Die Quantenmechanik sichtbar gemacht:Rastertunnelmikroskopaufnahme
von Kobaltatomen auf einer Kupferoberfläche. Das Messverfahren nutzt Effekte, die erst durch die Quantenmechanik erklärt werden können. Auch die Interpretation der beobachteten Strukturen beruht auf Konzepten der Quantenmechanik.
Grundlagen
Die Grundlagen der Quantenmechanik wurden zwischen 1925 und 1932 von Werner Heisenberg, Erwin Schrödinger, Max Born, Pascual Jordan, Wolfgang Pauli, Paul Dirac, John von Neumann und weiteren Physikern erarbeitet, nachdem erst die klassische Physik und dann die älteren Quantentheorien bei der systematischen Beschreibung der Vorgänge in den Atomen versagt hatten. Die Quantenmechanik erhielt ihren Namen sowohl in Anlehnung an die klassische Mechanik als auch in Abgrenzung von ihr. Die Quantenmechanik bleibt wie die klassische Mechanik auf die Bewegung von massebehafteten Teilchen unter der Wirkung von Kräften beschränkt. Jedoch werden einige zentrale Begriffe der klassischen Mechanik, unter anderem „Ort“ und „Bahn“ eines Teilchens, in der Quantenmechanik durch grundlegend andere, der Quantenphysik besser angepasste Konzepte ersetzt. Die für die Quantenphysik auch typischen Entstehungs- und Vernichtungsprozesse werden von der Quantenmechanik noch nicht behandelt.
Die Quantenmechanik bezieht sich auf materielle Objekte und modelliert diese als einzelne Teilchen oder als Systeme, die aus einer bestimmten Anzahl von einzelnen Teilchen bestehen. Mit diesen Modellen können Elementarteilchen, Atome, Moleküle oder die makroskopische Materie detailliert beschrieben werden. Zur Berechnung deren möglicher Zustände mit ihren jeweiligen physikalischen Eigenschaften und Reaktionsweisen wird ein der Quantenmechanik eigener mathematischer Formalismus genutzt, der sich stark von der mathematischen Struktur der klassischen Mechanik unterscheidet.
Die Quantenmechanik unterscheidet sich grundlegend von der klassischen Physik. Sie verwendet Begriffe und Konzepte, die sich der Anschaulichkeit entziehen und auch einigen Prinzipien widersprechen, die in der klassischen Physik als fundamental und selbstverständlich angesehen werden. Durch Anwendung von Korrespondenzregeln und Konzepten der Dekohärenztheorie können viele Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik, insbesondere die gesamte klassische Mechanik, als Grenzfälle der Quantenmechanik beschrieben werden. Allerdings gibt es auch zahlreiche Quanteneffekte ohne klassischen Grenzfall. Zur Deutung der Theorie wurde eine Reihe verschiedener Interpretationen der Quantenmechanik entwickelt, die sich insbesondere in ihrer Konzeption des Messprozesses und in ihren metaphysischen Prämissen unterscheiden.
Auf der Quantenmechanik und ihren Begriffen bauen ab ca. 1930 die weiterführenden Quantenfeldtheorien auf, angefangen mit der Quantenelektrodynamik. Mit diesen können auch die Prozesse der Erzeugung und Vernichtung von Teilchen analysiert werden.

Genauere Informationen zum mathematischen Formalismus finden sich im Artikel Mathematische Struktur der Quantenmechanik.

