„Amrita“ – Versionsunterschied
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'''Amrita''' {{skr.-dt.}} ([https://de.wikipedia.org/wiki/Sanskrit Sanskrit], n., अमृत, <span class="IAST Latn">[https://de.wikipedia.org/wiki/International_Alphabet_of_Sanskrit_Transliteration amṛta]</span>, Unsterblichkeit, [https://de.wikipedia.org/wiki/Ambrosia Ambrosia]; von <span class="IAST Latn">[https://de.wikipedia.org/wiki/International_Alphabet_of_Sanskrit_Transliteration mṛ]</span> = sterben) ist in den altindischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Veda Veden] ein lebensverlängernder Trank, ein Lebenselixier, dessen Götter und Menschen in gleicher Weise bedürfen. Andere Bezeichnungen im [https://de.wikipedia.org/wiki/Rigveda Rigveda] für denselben Göttertrank sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Soma_(Getr%C3%A4nk) Soma] und Madhu. Wie die Speise Ambrosia aus der griechischen Mythologie soll es so eine dauerhafte [https://de.wikipedia.org/wiki/Unsterblichkeit Unsterblichkeit] verleihen können. | '''Amrita''' {{skr.-dt.}} ([https://de.wikipedia.org/wiki/Sanskrit Sanskrit], n., अमृत, <span class="IAST Latn">[https://de.wikipedia.org/wiki/International_Alphabet_of_Sanskrit_Transliteration amṛta]</span>, [[Unsterblichkeit]], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ambrosia Ambrosia]; von <span class="IAST Latn">[https://de.wikipedia.org/wiki/International_Alphabet_of_Sanskrit_Transliteration mṛ]</span> = sterben) ist in den altindischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Veda Veden] ein lebensverlängernder Trank, ein Lebenselixier, dessen Götter und Menschen in gleicher Weise bedürfen. Andere Bezeichnungen im [https://de.wikipedia.org/wiki/Rigveda Rigveda] für denselben Göttertrank sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Soma_(Getr%C3%A4nk) Soma] und Madhu. Wie die Speise Ambrosia aus der griechischen Mythologie soll es so eine dauerhafte [https://de.wikipedia.org/wiki/Unsterblichkeit Unsterblichkeit] verleihen können. | ||
[[Datei:220px-Mohini_with_amrit.jpg|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Mohini_with_amrit.jpg|mini|344x344px|Amrita im Hinduismus [https://de.wikipedia.org/wiki/Mohini Mohini], eine weibliche Verkörperung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Vishnu Vishnu], hält einen Krug mit Amrita, den sie den [https://de.wikipedia.org/wiki/Deva_(Gott) Devas] zu trinken gibt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Darasuram Darasuram],[https://de.wikipedia.org/wiki/Tamil_Nadu Tamil Nadu], Indien]] | [[Datei:220px-Mohini_with_amrit.jpg|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Mohini_with_amrit.jpg|mini|344x344px|Amrita im Hinduismus [https://de.wikipedia.org/wiki/Mohini Mohini], eine weibliche Verkörperung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Vishnu Vishnu], hält einen Krug mit Amrita, den sie den [https://de.wikipedia.org/wiki/Deva_(Gott) Devas] zu trinken gibt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Darasuram Darasuram],[https://de.wikipedia.org/wiki/Tamil_Nadu Tamil Nadu], Indien]] | ||
In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus hinduistischen] Mythologie ist Amrita der Name eines Elixiers, das außerordentliche Kraft und die Fortdauer des Lebens bzw. die Sicherheit vor Todesgefahr bringt. Der bekannteste Mythos im Zusammenhang mit Amrita ist das [https://de.wikipedia.org/wiki/Milchozean#Mythos Quirlen des Milchozeans], der im [https://de.wikipedia.org/wiki/Mahabharata Mahabharata] erzählt wird: Auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Vishnu Vishnus] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Brahma Brahmas] Befehl windet sich die Schlange [https://de.wikipedia.org/wiki/Vasuki Vasuki] (Ananta-Shesha) um den [https://de.wikipedia.org/wiki/Weltenberg Weltenberg]Mandara (ansonsten in Indien [https://de.wikipedia.org/wiki/Meru_(Mythologie) Meru]), den der Gott Vishnu in seiner Inkarnation als Schildkröte [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurma Kurma]auf seinen Panzer nimmt. Götter und Dämonen versetzen den Berg, an beiden Enden Vasukis ziehend, in drehende Bewegung. Nach langem Quirlen entstehen unter anderem das Amrita und der weiße Elefant [https://de.wikipedia.org/wiki/Airavata Airavata], von dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Indra Indra] Besitz nimmt.<p>Um das Amrita entsteht nun ein Kampf zwischen den Göttern ([https://de.wikipedia.org/wiki/Deva_(Gott) Devas]) und den Dämonen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Asura_(Hinduismus) Asuras]). Die ersteren siegen und besitzen nun den Lebenstrank. [https://de.wikipedia.org/wiki/Garuda Garuda] wird von [https://de.wikipedia.org/wiki/Vishnu Vishnu] zu seinem Reittier gemacht, nachdem er das Amrita geholt hat.</p><p>Der Begriff Amrita wird neben seiner Bedeutung als Lebenstrank auch im eigentlichen Wortsinn, nämlich Unsterblichkeit, verwendet.</p><div class="mw-heading mw-heading2"> | In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus hinduistischen] Mythologie ist Amrita der Name eines Elixiers, das außerordentliche Kraft und die Fortdauer des Lebens bzw. die Sicherheit vor Todesgefahr bringt. Der bekannteste Mythos im Zusammenhang mit Amrita ist das [https://de.wikipedia.org/wiki/Milchozean#Mythos Quirlen des Milchozeans], der im [https://de.wikipedia.org/wiki/Mahabharata Mahabharata] erzählt wird: Auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Vishnu Vishnus] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Brahma Brahmas] Befehl windet sich die Schlange [https://de.wikipedia.org/wiki/Vasuki Vasuki] (Ananta-Shesha) um den [https://de.wikipedia.org/wiki/Weltenberg Weltenberg]Mandara (ansonsten in Indien [https://de.wikipedia.org/wiki/Meru_(Mythologie) Meru]), den der Gott Vishnu in seiner Inkarnation als Schildkröte [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurma Kurma]auf seinen Panzer nimmt. Götter und Dämonen versetzen den Berg, an beiden Enden Vasukis ziehend, in drehende Bewegung. Nach langem Quirlen entstehen unter anderem das Amrita und der weiße Elefant [https://de.wikipedia.org/wiki/Airavata Airavata], von dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Indra Indra] Besitz nimmt.<p>Um das Amrita entsteht nun ein Kampf zwischen den Göttern ([https://de.wikipedia.org/wiki/Deva_(Gott) Devas]) und den Dämonen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Asura_(Hinduismus) Asuras]). Die ersteren siegen und besitzen nun den Lebenstrank. [https://de.wikipedia.org/wiki/Garuda Garuda] wird von [https://de.wikipedia.org/wiki/Vishnu Vishnu] zu seinem Reittier gemacht, nachdem er das Amrita geholt hat.</p><p>Der Begriff Amrita wird neben seiner Bedeutung als Lebenstrank auch im eigentlichen Wortsinn, nämlich Unsterblichkeit, verwendet.</p><div class="mw-heading mw-heading2"> | ||
Aktuelle Version vom 15. Juni 2024, 19:01 Uhr
Amrita skr.-dt. (Sanskrit, n., अमृत, amṛta, Unsterblichkeit, Ambrosia; von mṛ = sterben) ist in den altindischen Veden ein lebensverlängernder Trank, ein Lebenselixier, dessen Götter und Menschen in gleicher Weise bedürfen. Andere Bezeichnungen im Rigveda für denselben Göttertrank sind Soma und Madhu. Wie die Speise Ambrosia aus der griechischen Mythologie soll es so eine dauerhafte Unsterblichkeit verleihen können.

In der hinduistischen Mythologie ist Amrita der Name eines Elixiers, das außerordentliche Kraft und die Fortdauer des Lebens bzw. die Sicherheit vor Todesgefahr bringt. Der bekannteste Mythos im Zusammenhang mit Amrita ist das Quirlen des Milchozeans, der im Mahabharata erzählt wird: Auf Vishnus und Brahmas Befehl windet sich die Schlange Vasuki (Ananta-Shesha) um den WeltenbergMandara (ansonsten in Indien Meru), den der Gott Vishnu in seiner Inkarnation als Schildkröte Kurmaauf seinen Panzer nimmt. Götter und Dämonen versetzen den Berg, an beiden Enden Vasukis ziehend, in drehende Bewegung. Nach langem Quirlen entstehen unter anderem das Amrita und der weiße Elefant Airavata, von dem Indra Besitz nimmt.
Um das Amrita entsteht nun ein Kampf zwischen den Göttern (Devas) und den Dämonen (Asuras). Die ersteren siegen und besitzen nun den Lebenstrank. Garuda wird von Vishnu zu seinem Reittier gemacht, nachdem er das Amrita geholt hat.
Der Begriff Amrita wird neben seiner Bedeutung als Lebenstrank auch im eigentlichen Wortsinn, nämlich Unsterblichkeit, verwendet.
Im Buddhismus
Im tibetischen Buddhismus bezeichnet Amrita zum einen das Elixier der Befreiung (tib.: bdud rtsi), zum anderen ist Amrita der Name einer zornvollen Gottheit (tib.: bdud rtsi 'khyil ba) des Mahayoga.
Im Neo-Tantra
Amrita die gesegnete Flüssigkeit wird im Neo-Tantra mit dem weiblichen Ejakulat identifiziert. Verschiedene neo-tantrische Richtungen sehen in diesem weiblichen Sekret das Ur-Weibliche und das Ur-Mütterliche.
Literatur
- Jan Gonda: Die Religionen Indiens I, Veda und älterer Hinduismus. In: Die Religionen der Menschheit. Bd. 12 hrsg. von Christel Matthias Schröder; 2. Aufl., Kohlhammer, Stuttgart 1978