„Sprachlaute“ – Versionsunterschied
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Menschliche Lautsprachen bestehen immer aus der Abfolge einer begrenzten Zahl von Sprachlauten. Diese werden unterschieden in [ | Menschliche [[Lautsprachen]] bestehen immer aus der Abfolge einer begrenzten Zahl von Sprachlauten. Diese werden unterschieden in [[Vokale]], [[Halbvokale]] und [[Konsonanten]]. Ein Merkmal der einzelnen Sprachen der Welt ist dabei u. a., dass keine Sprache alle [[Laute]] enthält, die grundsätzlich von den menschlichen Sprechorganen produziert werden können, sondern immer nur einen gewissen Ausschnitt des möglichen [[Lautspektrum|Lautspektrums]]. Das Ensemble der [[Lautqualitäten]] einer Sprache ergibt ihre typische [[Klangfarbe]]. | ||
Die Auswahl, welche Laute in einer Sprache vorhanden sind, ist in sich insofern stimmig, als innerhalb von [https://de.wikipedia.org/wiki/Silbe Silben] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Wort Wörtern] ein gewisses Lautkontinuum zu verzeichnen ist, das durch mehrere Faktoren bestimmt wird, so besonders durch | Die Auswahl, welche Laute in einer Sprache vorhanden sind, ist in sich insofern stimmig, als innerhalb von [https://de.wikipedia.org/wiki/Silbe Silben] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Wort Wörtern] ein gewisses Lautkontinuum zu verzeichnen ist, das durch mehrere Faktoren bestimmt wird, so besonders durch | ||
Version vom 23. Juni 2024, 18:25 Uhr
Sprachlaut + -e
Sprachlaute[1]
Menschliche Lautsprachen bestehen immer aus der Abfolge einer begrenzten Zahl von Sprachlauten. Diese werden unterschieden in Vokale, Halbvokale und Konsonanten. Ein Merkmal der einzelnen Sprachen der Welt ist dabei u. a., dass keine Sprache alle Laute enthält, die grundsätzlich von den menschlichen Sprechorganen produziert werden können, sondern immer nur einen gewissen Ausschnitt des möglichen Lautspektrums. Das Ensemble der Lautqualitäten einer Sprache ergibt ihre typische Klangfarbe.
Die Auswahl, welche Laute in einer Sprache vorhanden sind, ist in sich insofern stimmig, als innerhalb von Silben und Wörtern ein gewisses Lautkontinuum zu verzeichnen ist, das durch mehrere Faktoren bestimmt wird, so besonders durch
- die Art der Artikulation. Das heißt, es gibt eine Tendenz dazu, in einer Sprache bevorzugt solche Laute hintereinander zu bilden, die einen geringen Artikulationsaufwand erfordern. Auch verändern sich Lautsprachen im Laufe der Zeit insofern, als innerhalb von Wörtern oder Wortteilen gewisse Lautabfolgen artikulatorisch aneinander angepasst werden (Assimilation).
- die Qualität der einzelnen Sprachlaute in Abhängigkeit von ihrer lautlichen Umgebung, also von den umgebenden anderen Sprachlauten. Dabei nehmen auch die Klangqualitäten der Vokale eine bedeutende Rolle ein und sind mit ausschlaggebend dafür, wie ein nachfolgender Konsonant artikuliert wird.
- strukturelle Bedingungen einer jeden Sprache, die z. B. festlegen, welche Konsonantenabfolgen in einer Sprache erlaubt sind, wie eine Silbe aufgebaut sein muss etc. Man spricht in diesem Fall von den phonotaktischen Regeln einer Sprache.
Die Art der Artikulation von Sprachlauten wird im Zuge des Erwerbs der Muttersprache unbewusst anhand von Vorbildern eingeübt. Ein großer Teil der lautlichen Merkmale und artikulatorischen Prozesse bleibt in der Folge den Sprechern einer Sprache auch unbewusst. Bei der Anwendung einer Fremdsprache werden diese Merkmale der Muttersprache besonders im Lernstadium und ungeübten Zustand auf diese andere Sprache übertragen, was den typischen fremdsprachlichen Akzent ausmacht. Bestimmte sprachspezifische Artikulationsmerkmale können oft nur sehr schwer abgelegt werden. Einen besonders resistenten Fall stellt diesbezüglich etwa die Auslautverhärtung dar.
Kategorisierung von Sprachlauten
Auch innerhalb einer bestimmten Lautsprache werden nicht alle Laute stets auf dieselbe Weise artikuliert. (Ein deutsches halboffenes e [ɛ] und ein deutsches geschlossenes e [e] beispielsweise werden bei weitem nicht immer im gleichen Ausmaß differenziert und auf die gleiche Weise ausgesprochen.) Im Zuge des Erwerbs der Muttersprache lernt ein Kind aber, alle unterschiedlichen Fälle nur ganz bestimmten Klassen bzw. Kategorien von Lauten zuzuordnen. (Man spricht in diesem Falle von kategorialer Wahrnehmung.) In der Folge werden diese Kategorien der Lautwahrnehmung auch auf die eigene Artikulation übertragen.
Nehmen wir als Sprecher einer bestimmten Sprache Laute einer anderen Sprache wahr, die in der eigenen nicht existieren, so ordnen wir sie daher mehr oder weniger automatisch einer bestimmten Lautkategorie der eigenen Sprache zu und produzieren sie selbst gemäß dieser. (So existiert z. B. im Arabischen ein offener Vokal, der zwischen dem deutschen a [a] und dem deutschen offenen e [æ] angesiedelt ist, wie er etwa im bestimmen Artikel al vorliegt. Da dieser Laut im Deutschen nicht vorhanden ist, wird bei der Übernahme von Wörtern, die diesen enthalten, eine dieser deutschen Lautklassen gewählt. Dieser spezielle Fall ist im deutschen Sprachraum nicht eindeutig entschieden und daher wird bei der schriftlichen Wiedergabe von entsprechenden arabischen Wörtern sowohl die schriftsprachliche Variante <a> als auch die Variante <e> herangezogen. So existieren beispielsweise die Schreibvarianten Al-Qaida und El Kaida für die Terrororganisation oder Al Djasira und El Djasira für den arabischsprachigen TV-Sender. Völlig gleichgeartet ist der Fall des pseudoenglischen Wortes Handy, das – unter der falschen Annahme, dass es aus dem Englischen stamme – mit <a> verschriftet und meist als ein halboffenes [ɛ] bis geschlossenes [e] artikuliert wird.)
Die sprachwissenschaftliche Teildisziplin, die die physikalischen Merkmale von Sprachlauten untersucht, ist die Phonetik.