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„Adel“ – Versionsunterschied

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* Ww
* Ww
** ahd. adal n. (8. Jh.),  
** ahd. adal n. (8. Jh.),
** mhd. adel n. m. ‘edles Geschlecht’,  
** mhd. adel n. m. ‘edles Geschlecht’,
** mnd. ādel m. n.,  
** mnd. ādel m. n.,
** mnl. nl. adel,  
** mnl. nl. adel,
** anord. aðal n. ‘Art, Begabung, Hof, Erbgut, Eigentum’ sowie (als Bestimmungswort in Zusammensetzungen)  
** anord. aðal n. ‘Art, Begabung, Hof, Erbgut, Eigentum’ sowie (als Bestimmungswort in Zusammensetzungen)
** asächs. aðal-,  
** asächs. aðal-,
** aengl. æþel-,  
** aengl. æþel-,
** got. aþala-.  
** got. aþala-.
* In den spätmittelalterlichen Schriften der Mystiker gewinnt das Wort auch die Bedeutung ‘edle, tugendhafte Gesinnung, Vollkommenheit’.  
* In den spätmittelalterlichen Schriften der Mystiker gewinnt das Wort auch die Bedeutung ‘edle, tugendhafte Gesinnung, Vollkommenheit’.
* Von ''Adel'' abgeleitet ist das Adjektiv ''[[edel]]'' (s. d.).  
* Von ''Adel'' abgeleitet ist das Adjektiv ''[[edel]]'' (s. d.).
* Eng verwandt ist das dehnstufig ablautende, inzwischen untergegangene germ. *ōþala ‘in der Familie (Sippe) erblicher Besitz’,  
* Eng verwandt ist das dehnstufig ablautende, inzwischen untergegangene germ. *ōþala ‘in der Familie (Sippe) erblicher Besitz’,
** vgl. ahd. uodil,  
** vgl. ahd. uodil,
** asächs. ōðil,  
** asächs. ōðil,
** aengl. ōþel, ēþel,  
** aengl. ōþel, ēþel,
** anord. ōðal ‘Erbgut, Eigentum, Heimat’  
** anord. ōðal ‘Erbgut, Eigentum, Heimat’
** (nach dem letzteren ist nhd. ''Odal'' ‘Familieneigentum an Grund und Boden’ neugebildet).  
** (nach dem letzteren ist nhd. ''Odal'' ‘Familieneigentum an Grund und Boden’ neugebildet).
* Da sich verwandte Formen außerhalb des Germ. nicht mit Sicherheit nachweisen lassen, bleibt die Herkunft von ''Adel'' schwierig.  
* Da sich verwandte Formen außerhalb des Germ. nicht mit Sicherheit nachweisen lassen, bleibt die Herkunft von ''Adel'' schwierig.
** Von einigen wird auf Grund der germ. Zeugnisse als ursprüngliche Bedeutung ‘Klasse mit erblichem Grundbesitz’ angenommen,  
** Von einigen wird auf Grund der germ. Zeugnisse als ursprüngliche Bedeutung ‘Klasse mit erblichem Grundbesitz’ angenommen,
*** vgl. Neckel in: PBB 41 (1916) 385 ff.  
*** vgl. Neckel in: PBB 41 (1916) 385 ff.
** Dagegen möchten andere mit SchraderReallex. 2 (1929) 466 und neuerdings wieder Pokorny 1, 71 eine Verbindung zu  
** Dagegen möchten andere mit SchraderReallex. 2 (1929) 466 und neuerdings wieder Pokorny 1, 71 eine Verbindung zu
*** ahd. atto ‘Vorfahre, Ahn’ (10. Jh.),  
*** ahd. atto ‘Vorfahre, Ahn’ (10. Jh.),
*** got. atta ‘Vater’  
*** got. atta ‘Vater’
** herstellen und an ie. *ā̌tos, *atta ‘Vater, Mutter’ anschließen,  
** herstellen und an ie. *ā̌tos, *atta ‘Vater, Mutter’ anschließen,
*** das als Lallwort der Kindersprache weit verbreitet ist, vgl.  
*** das als Lallwort der Kindersprache weit verbreitet ist, vgl.
**** lat. ''[[atta]]'' ‘Vater’,  
**** lat. ''[[atta]]'' ‘Vater’,
**** griech. ''[[átta]]'' ἄττα ‘Väterchen’,  
**** griech. ''[[átta]]'' ἄττα ‘Väterchen’,
**** aind. attā ‘Mutter, ältere Schwester’,  
**** aind. attā ‘Mutter, ältere Schwester’,
**** aslaw. otьcь,  
**** aslaw. otьcь,
**** russ. otéc (отец) ‘Vater’,  
**** russ. otéc (отец) ‘Vater’,
*** und auch in nicht-ie. Sprachen anzutreffen ist, z. B.  
*** und auch in nicht-ie. Sprachen anzutreffen ist, z. B.
**** ungar. atya,  
**** ungar. atya,
**** türk. ata ‘Vater’.  
**** türk. ata ‘Vater’.
*** Doch vgl. dazu Betz in: Festgabe Hammerich (1962) 9 ff.  
*** Doch vgl. dazu Betz in: Festgabe Hammerich (1962) 9 ff.
** Die beste Erklärung bietet Szemerényi in: Word 8 (1952) 42 ff., der germ. *aþala- ‘vornehme Abstammung’  
** Die beste Erklärung bietet Szemerényi in: Word 8 (1952) 42 ff., der germ. *aþala- ‘vornehme Abstammung’
*** auf ie. *atalo- ‘Nachkommenschaft’ zurückführt,  
*** auf ie. *atalo- ‘Nachkommenschaft’ zurückführt,
*** eine Bildung mit der Präposition ie. *at(i) ‘über etw. hinaus’ zur Wurzel ie. *[[al-]] ‘wachsen, nähren’ (s. ''[[alt]]'').
*** eine Bildung mit der Präposition ie. *at(i) ‘über etw. hinaus’ zur Wurzel ie. *[[al-]] ‘wachsen, nähren’ (s. ''[[alt]]'').


== Adel ==
== Adel ==
<p>Der '''Adel''' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Althochdeutsche_Sprache althochdeutsch]&nbsp;''adal'' oder ''edili'' „edles Geschlecht, die Edelsten“, [https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinisch] nobilitas) versteht sich selbst als eine „sozial exklusive Gruppe mit gesellschaftlichem Vorrang“, die Herrschaft ausübt und diese in der Regel innerfamiliär (als '''Adelsgeschlecht''') tradiert.<sup id="cite_ref-Wienfort-S8_1-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-Wienfort-S8-1 [1]]</sup> Eine Klarheit des Begriffs gibt es allerdings nicht.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-2 [2]]</sup> In den einzelnen europäischen Herrschaftsbereichen gelten bzw. galten unterschiedliche Kriterien, wer zum Adel gehört und wer nicht.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-3 [3]]</sup> Dies gilt auch für außereuropäische Kulturkreise. Angehörige des Adels werden als '''Adelige''', '''Edelfrau''', '''Edelfräulein'''oder '''Edelmann''' bezeichnet.</p><p>Der Herrschaftsanspruch des Adels gründete sich unter anderem auf Leistung, Erziehung und Abstammung sowie unterstellte göttliche Absicht. Führungsschichten in den verschiedenen Kulturen der Welt und in unterschiedlichen Gesellschaften werden als Adel gedeutet. Der Adel war trotz zum Teil sehr langer Phasen der Kontinuität immer wieder Veränderungen ausgesetzt. Er konnte zusammenbrechen, wie der spätrömische Adel, oder sich neu bilden.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-4 [4]]</sup> In vielen Ländern der Welt hält der Adel seine ehemals umfangreiche und exklusive politische Macht nicht mehr in den Händen, ist zum Teil sogar nicht mehr existent (z.&nbsp;B. China), nicht einmal mehr als nach außen wahrnehmbare soziale Gruppe. Gleichzeitig gibt es viele Staaten, die von adeligen Häusern regiert oder repräsentiert werden und in denen der Adel eine wichtige Rolle spielt – von Großbritannien bis Kambodscha.<sup id="cite_ref-autogenerated1_5-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-autogenerated1-5 [5]]</sup></p><p>In [https://de.wikipedia.org/wiki/Europa Europa] kennt die [https://de.wikipedia.org/wiki/Arch%C3%A4ologie Archäologie] früheste Zeugnisse, die als solche adeligen Lebens gedeutet werden, vor allem [https://de.wikipedia.org/wiki/Grab Grabfunde] und Reste ehemaliger Villen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg Burgen].<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-6 [6]]</sup> Antike griechische, römische, aber auch z.&nbsp;B. etruskische Führungsschichten werden als Adel aufgefasst. Im Mittelalter hat sich der Adel aus römischen und germanischen, ethnisch gesehen teilweise auch aus slawischen Wurzeln zu einer „multifunktionalen Elite“ entwickelt, die politisch und militärisch, ökonomisch, sozial, kulturell und religiös führte,<sup id="cite_ref-Demel-S8_7-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-Demel-S8-7 [7]]</sup> allerdings nicht zwingend als „Adel“ zu deuten ist.<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-8 [8]]</sup></p><p>Der europäische Adel hat sich etwa ab dem 11./12. Jahrhundert in der Regel [https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndegesellschaft ständisch] organisiert.<sup id="cite_ref-Demel-S8_7-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-Demel-S8-7 [7]]</sup>In solchen ständischen Systemen gelten für den Adel bestimmte [https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#Pflichten_und_Privilegien,_Rechte_und_Beschr%C3%A4nkungen Rechte, Privilegien, Pflichten und Verhaltenskodizes].<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-9 [9]]</sup> Mit der Ablösung der ständischen durch demokratische, sozialistische oder kommunistische Systeme oder konstitutionelle Monarchien hat der Adel in Europa seine politische Bedeutung größtenteils verloren.</p><p>Die rechtliche wie gesellschaftliche Situation des Adels gestaltet sich historisch je nach Region äußerst unterschiedlich: Vom prinzipiellen Verbleib der Standesunterschiede (z.&nbsp;B. Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland) über die Aufhebung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Privileg Standesvorrechte] und -pflichten (z.&nbsp;B. Weimarer Republik) und seine Abschaffung (z.&nbsp;B. Österreich) bis hin zur Auslöschung durch Verfolgung, Vertreibung, Inhaftierung oder Ermordung (z.&nbsp;B. Frankreich, Russland, SBZ/DDR).<sup id="cite_ref-Beispiele-1_10-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-Beispiele-1-10 [10]]</sup></p><p>Der Begriff Adel wird im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch heute für die Gesamtheit der Familien benutzt, die in früheren Zeiten einem mit Vorrechten ausgestatteten Stand angehörten.<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-11 [11]]</sup> In Europa stellt der Adel in der gegenwärtigen Zeit mitunter eine relativ geschlossene [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Schicht soziale Schicht] mit eigenen Lebensweisen, Umgangsformen und einem differenzierten Standesethos dar.<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-12 [12]]</sup><sup id="cite_ref-Beispiele-2_13-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-Beispiele-2-13 [13]]</sup><sup id="cite_ref-Wienfort_14-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Adel#cite_note-Wienfort-14 [14]]</sup></p>

Version vom 20. Juli 2024, 12:26 Uhr

Adel m. ‘Abstammung, Geschlecht, landbesitzende und herrschende Klasse im Feudalismus’,

  • Ww
    • ahd. adal n. (8. Jh.),
    • mhd. adel n. m. ‘edles Geschlecht’,
    • mnd. ādel m. n.,
    • mnl. nl. adel,
    • anord. aðal n. ‘Art, Begabung, Hof, Erbgut, Eigentum’ sowie (als Bestimmungswort in Zusammensetzungen)
    • asächs. aðal-,
    • aengl. æþel-,
    • got. aþala-.
  • In den spätmittelalterlichen Schriften der Mystiker gewinnt das Wort auch die Bedeutung ‘edle, tugendhafte Gesinnung, Vollkommenheit’.
  • Von Adel abgeleitet ist das Adjektiv edel (s. d.).
  • Eng verwandt ist das dehnstufig ablautende, inzwischen untergegangene germ. *ōþala ‘in der Familie (Sippe) erblicher Besitz’,
    • vgl. ahd. uodil,
    • asächs. ōðil,
    • aengl. ōþel, ēþel,
    • anord. ōðal ‘Erbgut, Eigentum, Heimat’
    • (nach dem letzteren ist nhd. Odal ‘Familieneigentum an Grund und Boden’ neugebildet).
  • Da sich verwandte Formen außerhalb des Germ. nicht mit Sicherheit nachweisen lassen, bleibt die Herkunft von Adel schwierig.
    • Von einigen wird auf Grund der germ. Zeugnisse als ursprüngliche Bedeutung ‘Klasse mit erblichem Grundbesitz’ angenommen,
      • vgl. Neckel in: PBB 41 (1916) 385 ff.
    • Dagegen möchten andere mit SchraderReallex. 2 (1929) 466 und neuerdings wieder Pokorny 1, 71 eine Verbindung zu
      • ahd. atto ‘Vorfahre, Ahn’ (10. Jh.),
      • got. atta ‘Vater’
    • herstellen und an ie. *ā̌tos, *atta ‘Vater, Mutter’ anschließen,
      • das als Lallwort der Kindersprache weit verbreitet ist, vgl.
        • lat. atta ‘Vater’,
        • griech. átta ἄττα ‘Väterchen’,
        • aind. attā ‘Mutter, ältere Schwester’,
        • aslaw. otьcь,
        • russ. otéc (отец) ‘Vater’,
      • und auch in nicht-ie. Sprachen anzutreffen ist, z. B.
        • ungar. atya,
        • türk. ata ‘Vater’.
      • Doch vgl. dazu Betz in: Festgabe Hammerich (1962) 9 ff.
    • Die beste Erklärung bietet Szemerényi in: Word 8 (1952) 42 ff., der germ. *aþala- ‘vornehme Abstammung’
      • auf ie. *atalo- ‘Nachkommenschaft’ zurückführt,
      • eine Bildung mit der Präposition ie. *at(i) ‘über etw. hinaus’ zur Wurzel ie. *al- ‘wachsen, nähren’ (s. alt).

Adel

Der Adel (althochdeutsch adal oder edili „edles Geschlecht, die Edelsten“, lateinisch nobilitas) versteht sich selbst als eine „sozial exklusive Gruppe mit gesellschaftlichem Vorrang“, die Herrschaft ausübt und diese in der Regel innerfamiliär (als Adelsgeschlecht) tradiert.[1] Eine Klarheit des Begriffs gibt es allerdings nicht.[2] In den einzelnen europäischen Herrschaftsbereichen gelten bzw. galten unterschiedliche Kriterien, wer zum Adel gehört und wer nicht.[3] Dies gilt auch für außereuropäische Kulturkreise. Angehörige des Adels werden als Adelige, Edelfrau, Edelfräuleinoder Edelmann bezeichnet.

Der Herrschaftsanspruch des Adels gründete sich unter anderem auf Leistung, Erziehung und Abstammung sowie unterstellte göttliche Absicht. Führungsschichten in den verschiedenen Kulturen der Welt und in unterschiedlichen Gesellschaften werden als Adel gedeutet. Der Adel war trotz zum Teil sehr langer Phasen der Kontinuität immer wieder Veränderungen ausgesetzt. Er konnte zusammenbrechen, wie der spätrömische Adel, oder sich neu bilden.[4] In vielen Ländern der Welt hält der Adel seine ehemals umfangreiche und exklusive politische Macht nicht mehr in den Händen, ist zum Teil sogar nicht mehr existent (z. B. China), nicht einmal mehr als nach außen wahrnehmbare soziale Gruppe. Gleichzeitig gibt es viele Staaten, die von adeligen Häusern regiert oder repräsentiert werden und in denen der Adel eine wichtige Rolle spielt – von Großbritannien bis Kambodscha.[5]

In Europa kennt die Archäologie früheste Zeugnisse, die als solche adeligen Lebens gedeutet werden, vor allem Grabfunde und Reste ehemaliger Villen und Burgen.[6] Antike griechische, römische, aber auch z. B. etruskische Führungsschichten werden als Adel aufgefasst. Im Mittelalter hat sich der Adel aus römischen und germanischen, ethnisch gesehen teilweise auch aus slawischen Wurzeln zu einer „multifunktionalen Elite“ entwickelt, die politisch und militärisch, ökonomisch, sozial, kulturell und religiös führte,[7] allerdings nicht zwingend als „Adel“ zu deuten ist.[8]

Der europäische Adel hat sich etwa ab dem 11./12. Jahrhundert in der Regel ständisch organisiert.[7]In solchen ständischen Systemen gelten für den Adel bestimmte Rechte, Privilegien, Pflichten und Verhaltenskodizes.[9] Mit der Ablösung der ständischen durch demokratische, sozialistische oder kommunistische Systeme oder konstitutionelle Monarchien hat der Adel in Europa seine politische Bedeutung größtenteils verloren.

Die rechtliche wie gesellschaftliche Situation des Adels gestaltet sich historisch je nach Region äußerst unterschiedlich: Vom prinzipiellen Verbleib der Standesunterschiede (z. B. Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland) über die Aufhebung der Standesvorrechte und -pflichten (z. B. Weimarer Republik) und seine Abschaffung (z. B. Österreich) bis hin zur Auslöschung durch Verfolgung, Vertreibung, Inhaftierung oder Ermordung (z. B. Frankreich, Russland, SBZ/DDR).[10]

Der Begriff Adel wird im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch heute für die Gesamtheit der Familien benutzt, die in früheren Zeiten einem mit Vorrechten ausgestatteten Stand angehörten.[11] In Europa stellt der Adel in der gegenwärtigen Zeit mitunter eine relativ geschlossene soziale Schicht mit eigenen Lebensweisen, Umgangsformen und einem differenzierten Standesethos dar.[12][13][14]