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„Metaphysik der Logik“ – Versionsunterschied

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Der Konventionalismus ist eine weitere Form des Anti-Realismus, bei der die logischen Wahrheiten von den Bedeutungen der verwendeten Begriffe abhängen, welche wiederum von sprachlichen Konventionen abhängen, die von einer Gruppe von Personen angenommen werden.<ref name=":43"><span class="reference-text">Michael Rescorla: [https://plato.stanford.edu/entries/convention/ ''Convention.''] In: ''The Stanford Encyclopedia of Philosophy.'' Metaphysics Research Lab, Stanford University, 2019, <span class="Abrufdatum">abgerufen am 30.&nbsp;November 2021</span>.</span></ref><ref name=":38" /><ref><span class="reference-text">David Johnson: <cite>Conventionalism about Logical Truth</cite>. In: <cite>Philosophical Topics</cite>. Band&nbsp;23, Nr.&nbsp;1, 1995, [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN]&nbsp;[https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220276-2080%22&key=cql 0276-2080], S.&nbsp;189–212, [https://de.wikipedia.org/wiki/JSTOR JSTOR]:[http://www.jstor.org/stable/43154200 43154200].</span></ref> Ein Problem dieser Position besteht darin, eine klare Definition des Begriffs „Konvention“ zu liefern. Konventionen sind weitläufig beobachtete Regelmäßigkeiten. Aber nicht jede weitläufig beobachtete Regelmäßigkeit ist eine Konvention: Konventionen beinhalten einen bestimmten normativen Faktor, der richtiges von falschem Verhalten unterscheidet, während unregelmäßiges Verhalten nicht automatisch falsch ist.<ref name=":43" /> Ein weiteres Problem betrifft die Tatsache, dass Konventionen kontingent sind, während logische Wahrheiten notwendig sind. Dies wirft Zweifel an der Möglichkeit auf, logische Wahrheiten anhand von Konventionen zu definieren, es sei denn, es könnte eine plausible Erklärung gegeben werden, wie kontingente Konventionen notwendige Wahrheiten begründen können.<ref><span class="reference-text">Jared Warren: <cite>Shadows of Syntax</cite>. Oxford University Press, 2020, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780190086152 ISBN 978-0-19-008615-2], The Very Idea of Truth by Convention ([https://oxford.universitypressscholarship.com/view/10.1093/oso/9780190086152.001.0001/oso-9780190086152-chapter-7 universitypressscholarship.com]).</span></ref>
Der Konventionalismus ist eine weitere Form des Anti-Realismus, bei der die logischen Wahrheiten von den Bedeutungen der verwendeten Begriffe abhängen, welche wiederum von sprachlichen Konventionen abhängen, die von einer Gruppe von Personen angenommen werden.<ref name=":43"><span class="reference-text">Michael Rescorla: [https://plato.stanford.edu/entries/convention/ ''Convention.''] In: ''The Stanford Encyclopedia of Philosophy.'' Metaphysics Research Lab, Stanford University, 2019, <span class="Abrufdatum">abgerufen am 30.&nbsp;November 2021</span>.</span></ref><ref name=":38" /><ref><span class="reference-text">David Johnson: <cite>Conventionalism about Logical Truth</cite>. In: <cite>Philosophical Topics</cite>. Band&nbsp;23, Nr.&nbsp;1, 1995, [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN]&nbsp;[https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220276-2080%22&key=cql 0276-2080], S.&nbsp;189–212, [https://de.wikipedia.org/wiki/JSTOR JSTOR]:[http://www.jstor.org/stable/43154200 43154200].</span></ref> Ein Problem dieser Position besteht darin, eine klare Definition des Begriffs „Konvention“ zu liefern. Konventionen sind weitläufig beobachtete Regelmäßigkeiten. Aber nicht jede weitläufig beobachtete Regelmäßigkeit ist eine Konvention: Konventionen beinhalten einen bestimmten normativen Faktor, der richtiges von falschem Verhalten unterscheidet, während unregelmäßiges Verhalten nicht automatisch falsch ist.<ref name=":43" /> Ein weiteres Problem betrifft die Tatsache, dass Konventionen kontingent sind, während logische Wahrheiten notwendig sind. Dies wirft Zweifel an der Möglichkeit auf, logische Wahrheiten anhand von Konventionen zu definieren, es sei denn, es könnte eine plausible Erklärung gegeben werden, wie kontingente Konventionen notwendige Wahrheiten begründen können.<ref><span class="reference-text">Jared Warren: <cite>Shadows of Syntax</cite>. Oxford University Press, 2020, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780190086152 ISBN 978-0-19-008615-2], The Very Idea of Truth by Convention ([https://oxford.universitypressscholarship.com/view/10.1093/oso/9780190086152.001.0001/oso-9780190086152-chapter-7 universitypressscholarship.com]).</span></ref>


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<noinclude>[[Philosophie der Logik Grundbegriffe|◀]][[Philosophei der Logik Beziehung zu anderen Disziplinen|▶]]
 
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Aktuelle Version vom 2. August 2024, 06:28 Uhr

←Philosophie der Logik

▶Die Philosophie der Logik ist in vielerlei Hinsicht eng mit der Philosophie der Mathematik verwandt, insbesondere in Bezug auf ihre metaphysischen Aspekte.[1]Die Metaphysik der Logik befasst sich mit dem metaphysischen Status ihrer Objekte und der sie regelnden Gesetze. Die Theorien innerhalb der Metaphysik der Logik lassen sich grob in realistische und nicht-realistische Positionen unterteilen.

Logische Realisten vertreten die Auffassung, dass die Gesetze der Logik objektiv sind, d. h. unabhängig vom Menschen und seiner Denkweise.[1][2] Nach dieser Auffassung gehören die in der Logik gefundenen Strukturen zur Welt selbst.[2]Nach einer von Sandra LaPointe vorgeschlagenen Definition besteht der logische Realismus aus zwei Thesen: dass es logische Tatsachen gibt und dass sie unabhängig von unserer kognitiven und sprachlichen Beschaffenheit und Praxis sind.[3][2] Der logische Realismus wird oft aus der Perspektive des Platonismus interpretiert, d. h. dass es einen intelligiblen Realitätsbereich abstrakter Objekte gibt, der die Objekte der Logik umfasst.[4] Aus dieser Sicht wird Logik nicht erfunden, sondern entdeckt.[4][2] Eine wichtige Folge dieser Position ist, dass es eine klare Kluft zwischen den Tatsachen der Logik selbst und unseren Glaubenshaltungen zu diesen Tatsachen gibt.[5] Eine Schwierigkeit dieser Position besteht darin, zu klären, welcher Sinn von Unabhängigkeit gemeint ist, wenn man sagt, dass die Logik unabhängig vom Menschen ist. Wenn dies im strengsten Sinne verstanden wird, wäre keine Erkenntnis von ihr möglich, da eine völlig unabhängige Realität keine Rolle im menschlichen Bewusstsein spielen könnte.[5] Ein weiteres Problem besteht darin, die Beziehung zwischen der einen Welt und den vielen verschiedenen vorgeschlagenen logischen Systemen zu erklären. Dies würde darauf hindeuten, dass es nur eine wahre Logik gibt und alle anderen logischen Systeme entweder falsch oder unvollständig sind.[2]

Der logische Realismus wird von Anti-Realisten abgelehnt, die der Meinung sind, dass die Logik kein objektives Merkmal der Realität beschreibt. Der Anti-Realismus in Bezug auf die Logik nimmt oft die Form des Konzeptualismusoder Psychologismus an, bei denen die Objekte der Logik aus mentalen Vorstellungen bestehen oder die logischen Gesetze mit psychologischen Gesetzen identifiziert werden.[1][6] Dazu kann auch die These gehören, dass die Gesetze der Logik nicht a priori erkennbar sind, wie oft behauptet wird, sondern dass sie durch die Methoden der experimentellen Untersuchung entdeckt werden.[6] Ein Argument für den Psychologismus beruht auf der Idee, dass die Logik eine Teildisziplin der Psychologie ist: Sie untersucht nicht alle Denkgesetze, sondern nur die Teilmenge der Gesetze, die dem gültigen Schlussfolgern entsprechen.[6] Ein weiteres Argument konzentriert sich auf die These, dass wir logische Wahrheiten durch das Gefühl der Evidenz erkennen, welches wiederum von der Psychologie untersucht wird.[6] Gegen den Psychologismus sind verschiedene Einwände erhoben worden, insbesondere in der deutschen Philosophie um die Wende zum 20. Jahrhundert im sogenannten „Psychologismus-Streit“.[6] Ein Einwand konzentriert sich auf die These, dass die Gesetze der Logik a priori bekannt sind, was für die von der Psychologie untersuchten empirischen Gesetze nicht zutrifft. Ein anderer weist darauf hin, dass psychologische Gesetze in der Regel vage sind, während die Logik eine exakte Wissenschaft mit genauen Gesetzen ist.[6]

Der Konventionalismus ist eine weitere Form des Anti-Realismus, bei der die logischen Wahrheiten von den Bedeutungen der verwendeten Begriffe abhängen, welche wiederum von sprachlichen Konventionen abhängen, die von einer Gruppe von Personen angenommen werden.[7][1][8] Ein Problem dieser Position besteht darin, eine klare Definition des Begriffs „Konvention“ zu liefern. Konventionen sind weitläufig beobachtete Regelmäßigkeiten. Aber nicht jede weitläufig beobachtete Regelmäßigkeit ist eine Konvention: Konventionen beinhalten einen bestimmten normativen Faktor, der richtiges von falschem Verhalten unterscheidet, während unregelmäßiges Verhalten nicht automatisch falsch ist.[7] Ein weiteres Problem betrifft die Tatsache, dass Konventionen kontingent sind, während logische Wahrheiten notwendig sind. Dies wirft Zweifel an der Möglichkeit auf, logische Wahrheiten anhand von Konventionen zu definieren, es sei denn, es könnte eine plausible Erklärung gegeben werden, wie kontingente Konventionen notwendige Wahrheiten begründen können.[9]

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Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d Penelope Rush: The Metaphysics of Logic. Cambridge University Press, 2014, Introduction (philpapers.org).
  2. ↑ a b c d e Tuomas E. Tahko: A survey of logical realism. In: Synthese. Band 198, Nr. 5, 1. Mai 2021, ISSN 1573-0964, S. 4775–4790, doi:10.1007/s11229-019-02369-5 (englisch, Online).
  3. ↑ Sandra Lapointe: The Metaphysics of Logic. Cambridge University Press, 2014, ISBN 978-1-139-62627-9, Bolzano’s logical realism, S. 189–208(cambridge.org).
  4. ↑ a b Øystein Linnebo: Platonism in the Philosophy of Mathematics. In: The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Metaphysics Research Lab, Stanford University, 2018, abgerufen am 30. November 2021.
  5. ↑ a b Penelope Rush: The Metaphysics of Logic. Cambridge University Press, 2014, Logical Realism (philpapers.org).
  6. ↑ a b c d e f Martin Kusch: Psychologism. In: The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Metaphysics Research Lab, Stanford University, 2020,abgerufen am 30. November 2021.
  7. ↑ a b Michael Rescorla: Convention. In: The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Metaphysics Research Lab, Stanford University, 2019, abgerufen am 30. November 2021.
  8. ↑ David Johnson: Conventionalism about Logical Truth. In: Philosophical Topics. Band 23, Nr. 1, 1995, ISSN 0276-2080, S. 189–212, JSTOR:43154200.
  9. ↑ Jared Warren: Shadows of Syntax. Oxford University Press, 2020, ISBN 978-0-19-008615-2, The Very Idea of Truth by Convention (universitypressscholarship.com).