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„apagogisch“ – Versionsunterschied

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'''<span class="zenoTXHighlight0">Apagogisch</span>''' (von ''apagôgê'') heißt der indirecte und negative [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Beweis Beweis] aus der Falschheit des (angenommenen) [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Gegensatz Gegensatzes], wie ihn schon der Eleate ZENO anwandte. Bei ARISTOTELES heißt er ''apodeixis dia tou adynatou'' (Anal. pr. I 23, 40b 25; 41a 23), ''eis to adynaton apagôgê'' (l. e. I 6, 28b 2), als »deductio ad impossibile« bei den ''Scholastikern''. ''Apagôgê'' (deductio) nennt ARISTOTELES die Zurückführung eines [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Problem Problems] auf ein anderes (Anal. pr. II 25, 69a 20). Sie gehört zu den rhetorischen Schlüssen. CHR. WOLF: »Demonstratio apapogica seu indirecta est, qua, posito contrario eius, quod probari debet, tanquam vero colligitur; quod propositioni verae, vel notioni subiecti contradicit« (Log. § 556). Nach KANT kann der apagogische [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Beweis Beweis] »zwar nicht [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Gewi%C3%9Fheit Gewißheit], aber wohl Begreiflichkeit der [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Wahrheit Wahrheit] in Ansehung des [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Zusammenhang Zusammenhanges] mit den [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Grund Gründen] ihrer [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/M%C3%B6glichkeit Möglichkeit] hervorbringen« (Kr. d. r. V. S. 600), er kann nur da erlaubt sein, »wo es unmöglich ist, das [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Subjectiv Subjective] unserer [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Vorstellung+(1) Vorstellungen] dem [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Objectiv Objectiven], nämlich der [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Erkenntnis Erkenntnis] desjenigen, was am [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Gegenstand Gegenstande] ist, unterzuschieben« (l.c. S. 601). Nach WUNDT sucht der apagogische [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Beweis Beweis] »die [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Wahrheit Wahrheit] eines [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Satz Satzes] festzustellen, indem er die Unwahrheit aller derjenigen [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Annahme Annahmen] dartut, die an Stelle der zu beweisenden gemacht werden könnten«, er »folgert also durch Ausschließung; seine syllogistische Grundform ist der modus tollendo ponens des disjunctiven Schlusses« (Log. II, 68). Es gibt eine disjunctive, conträre und contradictorische [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Form Form] des apagogischen [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Beweis Beweises] (ib.)
'''<span class="zenoTXHighlight0">appagogisch</span>'''<ref>Quelle: Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 1. Berlin 1904, S. 54.; Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000178045X; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]</ref> (von ''[[apagôgê]]'') heißt der indirecte und negative [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Beweis Beweis] aus der Falschheit des (angenommenen) [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Gegensatz Gegensatzes], wie ihn schon der Eleate ZENO anwandte.  
</div><div class="zenoCOFooter"><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Quelle: Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 1. Berlin 1904, S. 54.; Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000178045X; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]</div></div></div>
 
* Bei ARISTOTELES heißt er ''apodeixis dia tou adynatou'' (Anal. pr. I 23, 40b 25; 41a 23), ''eis to adynaton apagôgê'' (l. e. I 6, 28b 2), als »deductio ad impossibile« bei den ''Scholastikern''.  
* ''[[Apagoge|Apagôgê]]'' (deductio) nennt ARISTOTELES die Zurückführung eines [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Problem Problems] auf ein anderes (Anal. pr. II 25, 69a 20). Sie gehört zu den rhetorischen Schlüssen.  
* CHR. WOLF: »Demonstratio apapogica seu indirecta est, qua, posito contrario eius, quod probari debet, tanquam vero colligitur; quod propositioni verae, vel notioni subiecti contradicit« (Log. § 556).  
* Nach KANT kann der apagogische [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Beweis Beweis] »zwar nicht [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Gewi%C3%9Fheit Gewißheit], aber wohl Begreiflichkeit der [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Wahrheit Wahrheit] in Ansehung des [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Zusammenhang Zusammenhanges] mit den [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Grund Gründen] ihrer [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/M%C3%B6glichkeit Möglichkeit] hervorbringen« (Kr. d. r. V. S. 600), er kann nur da erlaubt sein, »wo es unmöglich ist, das [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Subjectiv Subjective] unserer [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Vorstellung+(1) Vorstellungen] dem [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Objectiv Objectiven], nämlich der [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Erkenntnis Erkenntnis] desjenigen, was am [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Gegenstand Gegenstande] ist, unterzuschieben« (l.c. S. 601).  
* Nach WUNDT sucht der apagogische [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Beweis Beweis] »die [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Wahrheit Wahrheit] eines [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Satz Satzes] festzustellen, indem er die Unwahrheit aller derjenigen [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Annahme Annahmen] dartut, die an Stelle der zu beweisenden gemacht werden könnten«, er »folgert also durch Ausschließung; seine syllogistische Grundform ist der modus tollendo ponens des disjunctiven Schlusses« (Log. II, 68).  
* Es gibt eine disjunctive, conträre und contradictorische [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Form Form] des apagogischen [http://www.zeno.org/Eisler-1904/A/Beweis Beweises] (ib.)</div>

Version vom 8. August 2024, 15:58 Uhr

apagog-isch Vorlage:agrie.-lat.

appagogisch[1] (von apagôgê) heißt der indirecte und negative Beweis aus der Falschheit des (angenommenen) Gegensatzes, wie ihn schon der Eleate ZENO anwandte.

  • Bei ARISTOTELES heißt er apodeixis dia tou adynatou (Anal. pr. I 23, 40b 25; 41a 23), eis to adynaton apagôgê (l. e. I 6, 28b 2), als »deductio ad impossibile« bei den Scholastikern.
  • Apagôgê (deductio) nennt ARISTOTELES die Zurückführung eines Problems auf ein anderes (Anal. pr. II 25, 69a 20). Sie gehört zu den rhetorischen Schlüssen.
  • CHR. WOLF: »Demonstratio apapogica seu indirecta est, qua, posito contrario eius, quod probari debet, tanquam vero colligitur; quod propositioni verae, vel notioni subiecti contradicit« (Log. § 556).
  • Nach KANT kann der apagogische Beweis »zwar nicht Gewißheit, aber wohl Begreiflichkeit der Wahrheit in Ansehung des Zusammenhanges mit den Gründen ihrer Möglichkeit hervorbringen« (Kr. d. r. V. S. 600), er kann nur da erlaubt sein, »wo es unmöglich ist, das Subjective unserer Vorstellungen dem Objectiven, nämlich der Erkenntnis desjenigen, was am Gegenstande ist, unterzuschieben« (l.c. S. 601).
  • Nach WUNDT sucht der apagogische Beweis »die Wahrheit eines Satzes festzustellen, indem er die Unwahrheit aller derjenigen Annahmen dartut, die an Stelle der zu beweisenden gemacht werden könnten«, er »folgert also durch Ausschließung; seine syllogistische Grundform ist der modus tollendo ponens des disjunctiven Schlusses« (Log. II, 68).
  • Es gibt eine disjunctive, conträre und contradictorische Form des apagogischen Beweises (ib.)
  1. ↑ Quelle: Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 1. Berlin 1904, S. 54.; Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000178045X; Lizenz: Gemeinfrei