„Realie“ – Versionsunterschied
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Aus mlat. ''[[realia]]'' 'sachliches', entlehnt, eine Substantivierung des Adjektivs ''[[realis]]'' | Aus mlat. ''[[realia]]'' 'sachliches', entlehnt, eine Substantivierung des Adjektivs ''[[realis]]'' „dinglich, sachlich, <s>wesentlich</s>; <s>tatsächlich</s> (vorhanden)“ | ||
== Realien == | == Realien == | ||
Version vom 20. August 2024, 09:43 Uhr
| Plural: Re·a·li·en | ||
| Aussprache: IPA: [ʁeˈaːli̯ən | ||
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | Realie | die Realien |
| Genitiv | Realie | der Realien |
| Dativ | Realie | den Realien |
| Akkusativ | Realie | die Realien |
real-ie Vorlage:lat.-dt. Mz.: Realien, eigtl. Realia zu lat. realia; "Sache" Gegensatz zu Idealie, Verbalie;
Aus mlat. realia 'sachliches', entlehnt, eine Substantivierung des Adjektivs realis „dinglich, sachlich, wesentlich; tatsächlich (vorhanden)“
Realien
Bedeutungen:
- [1] veraltend: Naturwissenschaften, naturwissenschaftliche Fächer
- [2] veraltend: wirkliche Dinge, Tatsachen
- [3] veraltend: Sachwissen (im Gegensatz zu Verbalien)
Beispiele:
- [1] In den Realien tat er sich besonders hervor und bracht fast nur Einser mit nach Hause.
- [2] So musste er sich dann schließlich den Realien des Lebens beugen.
- [3] Das sind Realien meine Herren! Kein dummes Geschwätz über Hirngespinste!
Wortbildungen:
Gegenwörter:
Verbalien, Verbalia, Idealien, Idealia
Translationswissenschaft
In der Translationswissenschaft bezeichnet eine Realie oder ein Reale (Plural: Realien oder Realia) ein Element des Alltags, der Geschichte, der Kultur, der Politik usw. eines bestimmten Volkes, Landes oder Ortes, das keine Entsprechung bei anderen Völkern, in anderen Ländern oder an anderen Orten hat.[1]
Beispiele für Realien
- Namen (z. B. Abendland, Morgenland)
- politische Termini (Rote Armee/Sowjetarmee)
- sozialgeschichtliche Realia (Wendehals, Seilschaften, Mauerspecht, Rote Socken)
- Ausbildungsgänge und Abschlüsse (z. B. Abitur, Meister)
- Benennung von Institutionen und Dienstgraden[2]
Realien
Realien (von lateinisch realis ‚sachlich‘, ausschließlich in der Pluralform) steht:
- in den Geisteswissenschaften für wirkliche Dinge und Tatsachen, siehe Realität, Theologische Realenzyklopädie
- in der Literaturwissenschaft für die Primärliteratur
- in den historischen Wissenschaften für Gegenstände als Quellen, siehe Realienkunde
- in der Kultur- und Kunstgeschichte für Artefakte oder Gegenstände im Gegensatz zu Kopien oder Nachbildungen, siehe Nachbildung
- im veralteten pädagogischen Sprachgebrauch die naturwissenschaftlichen Sachfächer, siehe Realschule #Geschichte der realen Bildung
- in der Translationswissenschaft kulturspezifische Termini, siehe Realia
Einzelnachweise
- ↑ Realien. In: Mary Snell-Hornby, Hans G. Hönig, Paul Kußmaul, Peter A. Schmitt: Handbuch Translation. 2., verb. Auflage, unveränd. Nachdruck. Stauffenburg Verlag Brigitte Narr, Tübingen 2015, ISBN 978-3-86057-992-3, S. 288 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Sigrid Kupsch-Losereit: Die kulturelle Kompetenz des Translators. In: Lebende Sprachen. Band 47, Heft 3, München 2002, ISSN 0023-9909, S. 97–101, doi:10.1515/les.2002.47.3.97.