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„Handlungsfähigkeit“ – Versionsunterschied

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Der Seiteninhalt wurde durch einen anderen Text ersetzt: „Handlung{{-s-}}Fähigkeit {{nhdt.-dt.}} Die '''Handlungsfähigkeit''' ist eine Grundkategorie der Kritischen Psychologie. Sie charakterisiert das Grundbedürfnis menschlich begründeten Handelns (gegenüber nur bedingtem Verhalten bei Tieren), das darauf gerichtet ist, Verfügung über die eigenen Lebensverhältnisse innerhalb der gesellschaftlichen Lebenserhaltung zu erreichen. Auch in der Medizin spricht man von Han…“
 
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<p>'''Handlungsfähigkeit''' (auch ''Rechtshandlungsfähigkeit'') bezeichnet die [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4higkeit_(Psychologie) Fähigkeit], kraft [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtssubjekt eigenen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtshandlung Handelns] [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfolge Rechtswirkungen] hervorzurufen. Die Handlungsfähigkeit bezieht sich damit auf rechtliche Fragen wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%A4ftsf%C3%A4higkeit_(Deutschland) Geschäftsfähigkeit] (gemäß §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__104.html § 104]</span> ff. [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch BGB]), die [https://de.wikipedia.org/wiki/Deliktsf%C3%A4higkeit Deliktsfähigkeit] (gemäß §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__827.html § 827]</span>ff. BGB) und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schadensersatz#Verschulden Verantwortungstragung] für die Verletzung von Rechtspflichten aus eingegangenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Verbindlichkeit Verbindlichkeiten] (<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__276.html § 276]</span> Abs. S. 2 BGB).</p><p>Für öffentlich-rechtliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsverfahren Verwaltungsverfahren] ist die Handlungsfähigkeit in <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/vwvfg/__12.html § 12]</span> [https://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsverfahrensgesetz VwVfG] [https://de.wikipedia.org/wiki/Legaldefinition legaldefiniert] und meint dort die Fähigkeit, Verfahrenshandlungen vorzunehmen.</p><p>Handlungsfähigkeit ist [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsbegriff begrifflich] von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsf%C3%A4higkeit_(Deutschland) „besonderen“ Rechtsfähigkeit] zu unterscheiden, die an dem Themenkreis anknüpft, dass eine Anzahl von Rechtsstellungen ein bestimmtes Alter oder Geschlecht oder sonstige besondere Merkmale erfordert.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
[[Handlung]]{{-s-}}[[Fähigkeit]] {{nhdt.-dt.}}
== Zivilrecht ==
</div><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilrecht_(Deutschland) deutschen Zivilrecht] wird – im Gegensatz zum vormaligen [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeines_Recht gemeinen Recht] – im BGB kein Oberbegriff mehr verwendet. Stattdessen hat ''Handlungsfähigkeit'', je nach Rechtsmaterie, unterschiedliche Bedeutungen:<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Handlungsf%C3%A4higkeit_(Deutschland)#cite_note-1 [1]]</sup></p>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%A4ftsf%C3%A4higkeit_(Deutschland) Geschäftsfähigkeit]; Voraussetzung für den wirksamen Abschluss von [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsgesch%C3%A4ft Rechtsgeschäften]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Deliktsf%C3%A4higkeit Deliktsfähigkeit]; Voraussetzung für die schuldhafte Begehung einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Deliktsrecht unerlaubte Handlung] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Verschulden Verschulden])
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ehef%C3%A4higkeit Ehefähigkeit]; Voraussetzung für einen wirksamen [https://de.wikipedia.org/wiki/Ehe Eheschluss]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Testierf%C3%A4higkeit Testierfähigkeit]; Voraussetzung für die wirksame Errichtung eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Testament Testamentes]
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Verwaltungsrecht ==
</div><p>Im deutschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsrecht_(Deutschland) Verwaltungsrecht] wird der Begriff ''Handlungsfähigkeit'' für das Verwaltungsverfahren gesetzlich thematisiert. Gemeint ist dort die rechtliche Fähigkeit, Verfahrenshandlungen vorzunehmen, insbesondere [https://de.wikipedia.org/wiki/Antragsrecht#Verwaltungsrecht Anträge] zu stellen. Sie ist das Pendant zur Geschäftsfähigkeit im [https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilrecht Zivilrecht] und zur Prozessfähigkeit im Zivilprozessrecht. Die verwaltungsverfahrensrechtliche Handlungsfähigkeit ist auf der Ebene des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesebene_(Deutschland) Bundes] in <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/vwvfg/__12.html § 12]</span> VwVfG geregelt. In den Parallelbestimmungen der Verwaltungsverfahrensgesetze der [https://de.wikipedia.org/wiki/Land_(Deutschland) Länder] entsprechend sowie im [https://de.wikipedia.org/wiki/Zehntes_Buch_Sozialgesetzbuch SGB X] und in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Abgabenordnung Abgabenordnung].</p><p>Nach § 12 Absatz 1 Verwaltungsverfahrensgesetz sind im Verwaltungsverfahren rechtlich handlungsfähig:</p>
#natürliche Personen, die nach bürgerlichem Recht geschäftsfähig sind,
#natürliche Personen, die nach bürgerlichem Recht in der Geschäftsfähigkeit beschränkt sind, soweit sie für den Gegenstand des Verfahrens durch Vorschriften des bürgerlichen Rechts als geschäftsfähig oder durch Vorschriften des öffentlichen Rechts als handlungsfähig anerkannt sind,
#juristische Personen und Vereinigungen (§ 11 Nr. 2) durch ihre gesetzlichen Vertreter oder durch besonders Beauftragte,
#Behörden durch ihre Leiter, deren Vertreter oder Beauftragte.


;Minderjährige im Sozialhilferecht
Die '''Handlungsfähigkeit''' ist eine Grundkategorie der Kritischen Psychologie.
<p>Durch Bestimmungen des öffentlichen Rechtes als handlungsfähig bestimmt (vgl. § 12 Absatz 1 Nr. 2 letzter Halbsatz VwVfG) sind insbesondere [https://de.wikipedia.org/wiki/Minderj%C3%A4hrigkeit Minderjährige], die z.&nbsp;B. ab dem 15. Lebensjahr [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialleistung Sozialleistungen] beantragen dürfen (<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_1/__36.html § 36]</span> [https://de.wikipedia.org/wiki/Erstes_Buch_Sozialgesetzbuch SGB I]).</p><p>Betreibt ein rechtlicher [https://de.wikipedia.org/wiki/Betreuer_(Recht) Betreuer] ein Verwaltungsverfahren, gilt der Betreute für dieses Verfahren als handlungsunfähig. Wurde ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Einwilligungsvorbehalt Einwilligungsvorbehalt] auf den Aufgabenkreis Behördenangelegenheiten angeordnet, gilt der Betreute grundsätzlich in allen Verfahren als handlungsunfähig, es sei denn, ein Minderjähriger wäre in diesem Verfahren handlungsfähig.</p><p>Zu beachten ist: Wenn der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzlicher_Vertreter_(Deutschland) gesetzliche Vertreter] nicht damit einverstanden ist, dass der Minderjährige selbst beim Amt erscheint, dann muss das Amt vom gesetzlichen Vertreter entsprechend informiert werden, damit das zuständige Personal sich an ihn wendet.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
 
== Prozessrecht ==
Sie charakterisiert das Grundbedürfnis menschlich begründeten Handelns (gegenüber nur bedingtem Verhalten bei Tieren), das darauf gerichtet ist, Verfügung über die eigenen Lebensverhältnisse innerhalb der gesellschaftlichen Lebenserhaltung zu erreichen.
</div><p>Die rechtliche Handlungsfähigkeit im Prozessrecht (die „prozessuale Handlungsfähigkeit“<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Handlungsf%C3%A4higkeit_(Deutschland)#cite_note-2 [2]]</sup>) wird [https://de.wikipedia.org/wiki/Prozessf%C3%A4higkeit_(Recht) Prozessfähigkeit] genannt. Sie wird definiert als die „Fähigkeit, [https://de.wikipedia.org/wiki/Prozesshandlung Prozesshandlungen] selbst oder durch selbstbestellte [https://de.wikipedia.org/wiki/Stellvertretung_(Deutschland) Vertreter] wirksam vor- oder entgegenzunehmen“.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Handlungsf%C3%A4higkeit_(Deutschland)#cite_note-3 [3]]</sup> Eine Prozesshandlung ist etwa die Klage, durch die ein Gericht verpflichtet wird, zur Durchsetzung eines (behaupteten) Rechts tätig zu werden.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
 
== Einzelnachweise ==
Auch in der Medizin spricht man von Handlungsfähigkeit. Diese kann durch Verletzung oder Erkrankung eingeschränkt sein oder verlorengehen.
</div>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Palandt Otto Palandt], ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCneberg_(Gesetzeskommentar) Kommentar Bürgerliches Gesetzbuch]'', C. H. Beck, 73. Auflage, München 2014, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783406644009 ISBN 978-3-406-64400-9], Überblick Einführung vor § 104, Rn. 1.</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Zippelius Reinhold Zippelius]: ''Einführung in das Recht.'' 7. Auflage. Mohr Siebeck, Tübingen 2017 (utb; 2175), [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783825247959 ISBN 978-3-8252-4795-9], S. 55.</span>
#<span class="reference-text">BAG, Urteil vom 04.06.2003 - 10 AZR 448/02 = NZA 2003, 1049 (1051).</span>

Aktuelle Version vom 26. August 2024, 15:26 Uhr

Handlung‎-s-Fähigkeit nhdt.-dt.

Die Handlungsfähigkeit ist eine Grundkategorie der Kritischen Psychologie.

Sie charakterisiert das Grundbedürfnis menschlich begründeten Handelns (gegenüber nur bedingtem Verhalten bei Tieren), das darauf gerichtet ist, Verfügung über die eigenen Lebensverhältnisse innerhalb der gesellschaftlichen Lebenserhaltung zu erreichen.

Auch in der Medizin spricht man von Handlungsfähigkeit. Diese kann durch Verletzung oder Erkrankung eingeschränkt sein oder verlorengehen.