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„Staatsrecht“ – Versionsunterschied

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[[Staat]]{{-s-}}[[Recht]] {{lat.-dt.}} 'staatliches Recht'
[[Staat]]{{-s-}}[[Recht]] {{nhdt.-dt.}} allgemein ein Fach und den Bereich des [[öffentliches Recht|Öffentlichen Rechts]], der sich mit der Organisation und den rechtlichen Anforderungen für die Tätigkeit der [[öffentliche Verwaltung|öffentlichen Verwaltung]] beschäftigt;


* allgemein ein Fach und den Bereich des [[öffentliches Recht|Öffentlichen Rechts]], der sich mit der Organisation und den rechtlichen Anforderungen für die Tätigkeit der öffentlichen Verwaltung beschäftigt; speziell:
== Staatsrecht (Deutschland) ==
** Staatsrecht (Deutschland)
Das '''Staatsrecht''' ist ein Teilgebiet der deutschen [[Staatswissenschaften|Staats-]] und [[Rechtswissenschaft]]. Es fällt unter das [[öffentliches Recht|öffentliche Recht]]<nowiki/>und befasst sich zum einen mit dem Aufbau des [[Staat|Staates]] und seinen [[Rechtsorgane|Organen]], ihren Beziehungen untereinander und der [[Gesetzgebung]] ([[Staatsorganisationsrecht]]). Zum anderen befasst es sich mit den grundlegenden rechtlichen Beziehungen zwischen dem Staat und den seinem Einflussbereich unterworfenen Personen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Grundrechte_(Deutschland) Grundrechte]).<div class="mw-heading mw-heading2">
** Staatsrecht (Schweiz)
== Die Abgrenzung von Staatsrecht und Verfassungsrecht ==
</div>Die Begriffe ''Staatsrecht'' und ''Verfassungsrecht'' sind weitgehend deckungsgleich und werden häufig synonym verwendet. Nach wohl [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschende_Meinung herrschender Meinung] ist das [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungsrecht Verfassungsrecht] eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Teilmenge Teilmenge] des Staatsrechts: Alles Verfassungsrecht ist Staatsrecht, aber nicht alles Staatsrecht ist Verfassungsrecht.<sup class="reference" id="cite_ref-1">[https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland)#cite_note-1 [1]]</sup> Generell lässt sich feststellen: „Im Verfassungsrecht wird das Politische selbst unmittelbar normiert: Es wird die staatliche Macht unter den obersten Trägern verteilt und begrenzt und die Grundentscheidung darüber getroffen, nach welchen letztmaßgeblichen Wertgesichtspunkten und Ordnungsprinzipien sich das Gemeinschaftsleben gestalten sollte.“<sup class="reference" id="cite_ref-2">[https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland)#cite_note-2 [2]]</sup> Im deutschen Recht sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsnorm Rechtsnormen], die kein Verfassungsrecht sind, aber dem Staatsrecht zugerechnet werden, etwa das [https://de.wikipedia.org/wiki/Parteiengesetz_(Deutschland) Parteiengesetz], das [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundeswahlgesetz Bundeswahlgesetz], das [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlpr%C3%BCfungsgesetz_(Bund) Wahlprüfungsgesetz], das [https://de.wikipedia.org/wiki/Abgeordnetengesetz Abgeordnetengesetz] – mithin Gesetze, die aufgrund eines Verfassungsauftrags erlassen wurden, oder einfachgesetzliche Regelungen, welche die Verfassung ergänzen.<sup class="reference" id="cite_ref-3">[https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland)#cite_note-3 [3]]</sup> Derartige Gesetze werden auch als Staatsrecht im weiteren Sinne bezeichnet, im Gegensatz zur Verfassungsurkunde, dem Staatsrecht im engeren Sinne.<sup class="reference" id="cite_ref-4">[https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland)#cite_note-4 [4]]</sup>Wesentlicher Unterschied ist, dass die Verfassung regelmäßig erschwert abgeändert werden kann. Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland] ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungs%C3%A4nderung Verfassungsänderung] in <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_79.html Art. 79]</span> GG festgelegt.
 
Nach anderer Ansicht reicht allerdings der Begriff des Verfassungsrechts teilweise auch weiter als der des Staatsrechts, da in der Verfassung auch Regelungen enthalten sind, die die Grundlagen der Ordnung nicht-staatlichen Lebens erfassen, also beispielsweise die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schutz_von_Ehe_und_Familie Gewährleistung der Ehe und Familie], des [https://de.wikipedia.org/wiki/Eigentum Eigentums] oder der Freiheit von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kunstfreiheit Kunst] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Forschungsfreiheit Wissenschaft].<sup class="reference" id="cite_ref-5">[https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland)#cite_note-5 [5]]</sup><sup class="reference" id="cite_ref-6">[https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland)#cite_note-6 [6]]</sup> Staats- und Verfassungsrecht verhalten sich nach dieser Ansicht also wie zwei unterscheidbare Kreise mit einer Schnittmenge.<div class="mw-heading mw-heading3">
=== Staatsrechtslehre ===
</div>Nach einer weiteren Auffassung umfasst das Staatsrecht das gesamte [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentliches_Recht öffentliche Recht], insbesondere das [https://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsrecht_(Deutschland) Verwaltungsrecht].<sup class="reference" id="cite_ref-7">[https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland)#cite_note-7 [7]]</sup> So sieht §&nbsp;1 der Satzung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigung_der_Deutschen_Staatsrechtslehrer Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer] vor, sich mit Fragen „aus dem Gebiet des Öffentlichen Rechts“ zu beschäftigen, in Ausbildungs- und Prüfungsfragen „auf die ausreichende Berücksichtigung des Öffentlichen Rechts […] hinzuwirken“ und „zu Fragen des Öffentlichen Rechts […] Stellung zu nehmen“.<sup class="reference" id="cite_ref-8">[https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland)#cite_note-8 [8]]</sup> Mitgliedschaftsvoraussetzung laut §&nbsp;3 Absatz&nbsp;1 ist eine „auf dem Gebiet des Staatsrechts und mindestens eines weiteren öffentlich-rechtlichen Fachs […] durch hervorragende wissenschaftliche Leistung“ nachgewiesene Tätigkeit als einschlägiger „Forscher und Lehrer“ oder statt letzterer berufsmäßiger Qualifikation neben weiteren Voraussetzungen eine entsprechende juristische [https://de.wikipedia.org/wiki/Professor Professur] (§&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 lit. a)).<sup class="reference" id="cite_ref-9">[https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland)#cite_note-9 [9]]</sup> Daraus geht hervor, dass die Satzung das Staatsrecht als Teilbereich des öffentlichen Rechts ansieht, ohne es genauer abzugrenzen.<div class="mw-heading mw-heading2">
== Verfassung ==
</div><div role="navigation" class="hauptartikel"><span aria-hidden="true" role="presentation" title="siehe" class="hauptartikel-pfeil">→</span> ''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland]''</div>Im Rahmen des Gesetzmäßigkeitsprinzips sind Verfassungen regelmäßig als [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz Gesetze] anzusehen, die auf besondere Art und Weise −&nbsp;durch den ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Pouvoir_constituant pouvoir constituant]'' (''verfassungsgebende Gewalt'')&nbsp;− (für das Grundgesetz der [https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentarischer_Rat Parlamentarische Rat]) zustande gekommen sind und in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Normenhierarchie Normenhierarchie] in der Regel die höchste Stufe aufweisen.<div class="mw-heading mw-heading2">
== Staatsorganisation ==
</div><div role="navigation" class="hauptartikel"><span aria-hidden="true" role="presentation" title="siehe" class="hauptartikel-pfeil">→</span> ''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsorganisationsrecht Staatsorganisationsrecht]''</div>In erster Linie wird durch die Verfassung die Staatsgewalt (''[https://de.wikipedia.org/wiki/Pouvoir_constitu%C3%A9 pouvoir constitué]'') gefasst. Daraus folgt die Bedeutung und Aufgabenverteilung zwischen den einzelnen [https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsorgan Staatsorganen]. Rein monarchisch-despotische Staaten kennen nur ein Staatsorgan, während pluralistische – nicht zwingend [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie demokratische] – Staaten mehrere Staatsorgane besitzen. In Deutschland wird auf den Prinzipien der [https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentarisches_Regierungssystem parlamentarischen Demokratie] die [https://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltenteilung Gewaltenteilung] in den Vordergrund gerückt und durch <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_20.html Art. 20]</span> GG grundgesetzlich gesichert.
 
Daher sind im Bereich der [https://de.wikipedia.org/wiki/Legislative Legislative] die Organe des [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bundestag Bundestages] und des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesrat_(Deutschland) Bundesrates] zu nennen. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Parlament. Das Parlament ist daher die Leitgewalt in der Demokratie.<sup class="reference" id="cite_ref-10">[https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsrecht_(Deutschland)#cite_note-10 [10]]</sup>
 
Im Bereich der [https://de.wikipedia.org/wiki/Exekutive Exekutive] ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesregierung_(Deutschland) Bundesregierung] mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundeskanzler_(Deutschland) Bundeskanzler] an der Spitze zu nennen. Auch der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundespr%C3%A4sident_(Deutschland) Bundespräsident] als höchster Repräsentant des Staates ([https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsoberhaupt Staatsoberhaupt]) ist Staatsorgan.
 
Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Judikative Judikative] ist dagegen nur im Bereich der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgericht_(Deutschland) Bundesgerichte] geregelt. Das Grundgesetz überlässt es ansonsten dem Gesetzgeber, Vorschriften über die Gerichtsverfassung der einzelnen [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerichtsbarkeit Gerichtsbarkeiten] zu erlassen, was für die ordentlichen Gerichte mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerichtsverfassungsgesetz Gerichtsverfassungsgesetz](GVG) geschehen ist.
 
Wichtiger Bestandteil des Staatsrechts ist die Kompetenzverteilung und der Vorgang der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzgebung Gesetzgebung], geregelt in <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_70.html Art. 70]</span> bis <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_82.html Art. 82]</span> GG. Insbesondere bei [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6deralismus föderativen] Staaten, die sowohl die horizontale als auch die vertikale Gewaltenteilung verfassungsrechtlich verankert haben, bedarf es klarer Regelungen im Verhältnis zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesebene Bundesebene] und den einzelnen [https://de.wikipedia.org/wiki/Gliedstaat Gliedstaaten].<div class="mw-heading mw-heading2">
== Grundrechte ==
</div><div role="navigation" class="hauptartikel"><span aria-hidden="true" role="presentation" title="siehe" class="hauptartikel-pfeil">→</span> ''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundrechte_(Deutschland) Grundrechte (Deutschland)]''</div>Die fundamentalen [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundrechte Grundrechte] werden in zahlreichen Verfassungen erwähnt. Die in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Verfassung Weimarer Reichsverfassung]genannten Rechte waren für den Gesetzgeber nicht bindend. Das Grundgesetz zwingt dagegen sämtliche öffentlichen Gewalten durch <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_1.html Art. 1]</span> Abs. 3 GG zur Beachtung der grundgesetzlichen Grundrechte. Dabei sind die im Grundgesetz genannten Grundrechte nicht abschließend. Insofern wirken auch die Rechte aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Menschenrechtskonvention Europäischen Menschenrechtskonvention], die zwar keinen Verfassungsrang einnimmt, aber einfaches Gesetz darstellt, auf die Grundrechtsordnung ein.<div class="mw-heading mw-heading2">
== Übergangsregelungen und Ewigkeitsklauseln ==
</div>Das Grundgesetz (GG) enthält Regelungen, die nicht zur Verfassung im materiellen Sinne gehören, sondern einen bloßen Übergangscharakter haben (vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikel_116_des_Grundgesetzes_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland Art. 116] ff. GG). Der Ewigkeit einer Verfassung sind durch die gesellschaftliche Entwicklung Grenzen gesetzt. Dennoch hat die deutsche Verfassung Elemente eingebunden, um eine legale Umwälzung der demokratischen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsstaat rechtsstaatlichen] Fundamente zu verhindern. So garantiert <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_79.html Art. 79]</span> Abs. 3 GG die Beständigkeit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenw%C3%BCrde Menschenwürde] (<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_1.html Art. 1]</span> GG) und des demokratischen, föderalen und sozialen Rechtsstaats (<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_20.html Art. 20]</span> GG). Allein durch Beschluss einer neuen Verfassung durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrheit#Einfache_Mehrheit einfache Mehrheit] aller Deutschen kann nach <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_146.html Art. 146]</span> GG das Grundgesetz durch eine neue Verfassung ersetzt werden.<div role="navigation" class="sieheauch"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungswidriges_Verfassungsrecht Verfassungswidriges Verfassungsrecht]</div><div class="mw-heading mw-heading2">
== Verfassungsgerichtsbarkeit ==
</div><div role="navigation" class="hauptartikel"><span aria-hidden="true" role="presentation" title="siehe" class="hauptartikel-pfeil">→</span> ''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht Bundesverfassungsgericht]&nbsp;und [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungsprozessrecht_(Deutschland) Verfassungsprozessrecht (Deutschland)]''</div>Der deutsche Verfassungsgeber hat die gerichtliche Überprüfung verfassungsrechtlicher Fragen einer eigenständigen Gerichtsbarkeit unterworfen. Damit entschied man sich auch gegen ein einheitliches oberstes Bundesgericht. Insbesondere der österreichische [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungsgerichtshof_(%C3%96sterreich) Verfassungsgerichtshof] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundes-Verfassungsgesetz Bundes-Verfassungsgesetzes] von 1920 hat Pate gestanden.
 
Auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesebene_(Deutschland) Bundesebene] ist die besondere Verfassungsrechtsprechung dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) als einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungsorgan Verfassungsorgan] anvertraut. Auch wenn die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts Gesetzeskraft entfalten können, so ist das BVerfG doch ein Organ der rechtsprechenden Gewalt (Judikative). Die Einrichtung und die Zuständigkeiten ergeben sich aus dem Grundgesetz selbst und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgerichtsgesetz Bundesverfassungsgerichtsgesetz] (BVerfGG).
 
Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Land_(Deutschland) Bundesländer] haben in ihren [https://de.wikipedia.org/wiki/Landesverfassung_(Deutschland) Landesverfassungen] entsprechende [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungsgerichtsbarkeit#Verfassungsgerichtsbarkeit_in_den_deutschen_L%C3%A4ndern Landesverfassungsgerichte] eingerichtet, die manchmal auch ''Staatsgerichtshof'' oder ''Verfassungsgericht(shof)'' genannt werden.<div class="mw-heading mw-heading2">
== Literatur ==
</div>
 
* [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Eike_Albrecht&action=edit&redlink=1 Eike Albrecht], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benjamin_K%C3%BCchenhoff&action=edit&redlink=1 Benjamin Küchenhoff]: ''Staatsrecht – Lehrbuch.'' 3. Auflage, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2015, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783503158836 ISBN 978-3-503-15883-6].
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Badura Peter Badura]: ''Staatsrecht. Systematische Erläuterung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland.'' 5. Auflage, C.H. Beck, München 2012, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783406570551 ISBN 978-3-406-57055-1].
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Degenhart Christoph Degenhart]: ''Staatsrecht I – Staatsorganisationsrecht.'' 22. Auflage, C.F. Müller, Heidelberg 2006, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3811480030 ISBN 3-8114-8003-0].
* [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rn_Ipsen Jörn Ipsen]: ''Staatsrecht I. Staatsorganisationsrecht.'' 24. Auflage, Vahlen, München 2012, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783800639793 ISBN 978-3-8006-3979-3].
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Isensee Josef Isensee], [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Kirchhof Paul Kirchhof] (Hrsg.): ''Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland.'' 10 Bände, C.F. Müller, Heidelberg 1987&nbsp;ff., 3. Auflage 2000.
* Alfred Katz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerald_G._Sander Gerald G. Sander]: ''Staatsrecht. Grundlagen – Staatsorganisation – Grundrechte.'' 19. Auflage, C.F. Müller, Heidelberg 2019, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783811498778 ISBN 978-3-8114-9877-8].
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Kloepfer Michael Kloepfer]: ''Verfassungsrecht I. Grundlagen Staatsorganisationsrecht, Bezüge zum Völker- und Europarecht.'' C.H. Beck, München 2011, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783406595264 ISBN 978-3-406-59526-4].
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Maurer Hartmut Maurer]: ''Staatsrecht I. Grundlagen, Verfassungsorgane, Staatsfunktionen.'' 6. Auflage, C.H. Beck, München 2010, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783406595288 ISBN 978-3-406-59528-8].
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Ingo_von_M%C3%BCnch Ingo von Münch], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ute_Mager Ute Mager]: ''Staatsrecht I. Staatsorganisationsrecht unter Berücksichtigung der europarechtlichen Bezüge.'' 7. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783170207868 ISBN 978-3-17-020786-8].
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodo_Pieroth Bodo Pieroth], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Schlink Bernhard Schlink]: ''Staatsrecht II – Grundrechte.'' 22. Auflage, C.F. Müller, Heidelberg 2006, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3811480103 ISBN 3-8114-8010-3].
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Stern_(Rechtswissenschaftler) Klaus Stern]: ''Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland.'' 5 Bände (ab Bd. III/1 in Verbindung mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Sachs_(Rechtswissenschaftler) Michael Sachs] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Dietlein Johannes Dietlein], Bd. IV/1 und IV/2), 2. Auflage, C.H. Beck, München 1984 ff.
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Zippelius Reinhold Zippelius], [https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_W%C3%BCrtenberger Thomas Würtenberger]: ''Deutsches Staatsrecht.'' 32. Auflage, C.H. Beck, München 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783406570551 ISBN 978-3-406-57055-1].
 
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Weblinks ==
</div>
 
* [http://staatsrecht.honikel.de/ staatsrecht.honikel.de] – Einführung in das Staatsrecht
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Degenhart Christoph Degenhart] (2005): ''[https://archive.org/details/staatsorganisati0000dege_a8e5 Staatsorganisationsrecht]'', in: [https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Westermann Harry Westermann] (Begründer): ''Schwerpunkte: eine systematische Darstellung der wichtigsten Rechtsgebiete anhand von Fällen'', Band 13, 21. Auflage
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Katz_(Jurist) Alfred Katz] (1996): ''[https://archive.org/details/staatsrechtgrund0000katz/mode/2up Staatsrecht]. Grundkurs im öffentlichen Recht'', 13. Auflage
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Kirchhof Paul Kirchhof] (Hrsg.), [https://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_Kreuter-Kirchhof Charlotte Kreuter-Kirchhof] (2009): ''[https://archive.org/details/staatsundverwalt0000germ/mode/2up Staats- und Verwaltungsrecht] Bundesrepublik Deutschland: mit Europarecht'', 47. Auflage
* Dieter Schmalz (1990): ''[https://archive.org/details/staatsrecht0000schm/mode/2up Staatsrecht]'', 2. Auflage
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Ekkehart_Stein Ekkehart Stein], [https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Frank Götz Frank] (2004): ''[https://archive.org/details/staatsrecht0000stei/mode/2up Staatsrecht]'' (Mohr-Lehrbuch), 19. Auflage
 
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Einzelnachweise ==
</div>
 
# <span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rn_Ipsen Jörn Ipsen]: ''Staatsorganisationsrecht'', 18. Aufl., Neuwied 2006, Rn.&nbsp;21; Christoph Möllers: ''Staat als Argument'', München 2000, S. 173&nbsp;ff.</span>
# <span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Wintrich Josef Wintrich]: ''Aufgaben, Wesen und Grenzen der Verfassungsgerichtsbarkeit'', 1956, zit. nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Jens_Hesse Joachim Jens Hesse], [https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Ellwein Thomas Ellwein]: ''Das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland'', 8. Aufl., Band 1: ''Text'', Westdeutscher Verlag, Opladen/Wiesbaden 1997, S. 412.</span>
# <span class="reference-text">Maurer: ''Staatsrecht I'', 3. Aufl., München 2004, Rn.&nbsp;39.</span>
# <span class="reference-text">Klaus Stern: ''Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland'', 2. Aufl. 1984, Bd. 1 III 2.</span>
# <span class="reference-text">So [https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Hesse Konrad Hesse]: ''Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland'', 20. Aufl., Heidelberg 1995, Rn.&nbsp;18.</span>
# <span class="reference-text">Böckenförde verwendet einen Staatsbegriff, der nicht das gesamte Gemeinwesen, sondern nur die Staatsorganisation bezeichnet. [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Wolfgang_B%C3%B6ckenf%C3%B6rde Ernst Wolfgang Böckenförde]: ''Die Eigenart des Staatsrechts in der Staatsrechtswissenschaft.'' In: ''Festschrift für [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Ulrich_Scupin Hans Ulrich Scupin]'' (1983), S. 317&nbsp;ff.</span>
# <span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Badura Peter Badura]: ''Staatsrecht'', 3. Aufl., München 2003.</span>
# <span class="reference-text">[https://web.archive.org/web/20100506050019/http://vdstrl.zar-muenster.de/satzung.html Satzung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer e. V., § 1, abgerufen am 8. Dezember 2010] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten <span class="webarchiv-memento">Memento</span>]vom 6. Mai 2010 im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]'').</span>
# <span class="reference-text">[https://web.archive.org/web/20100506050019/http://vdstrl.zar-muenster.de/satzung.html Satzung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer e. V., §§ 3 und 4, abgerufen am 8. Dezember 2010]([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten <span class="webarchiv-memento">Memento</span>] vom 6. Mai 2010 im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]'').</span>
# <span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Dreier Horst Dreier]: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Grundgesetz-Kommentar#Dreier Grundgesetz-Kommentar].'' Bd. II, Art. 20 Rn.&nbsp;76 ff., 88 ff., 109 ff.</span>

Version vom 26. August 2024, 16:41 Uhr

Staat‎-s-Recht nhdt.-dt. allgemein ein Fach und den Bereich des Öffentlichen Rechts, der sich mit der Organisation und den rechtlichen Anforderungen für die Tätigkeit der öffentlichen Verwaltung beschäftigt;

Staatsrecht (Deutschland)

Das Staatsrecht ist ein Teilgebiet der deutschen Staats- und Rechtswissenschaft. Es fällt unter das öffentliche Rechtund befasst sich zum einen mit dem Aufbau des Staates und seinen Organen, ihren Beziehungen untereinander und der Gesetzgebung (Staatsorganisationsrecht). Zum anderen befasst es sich mit den grundlegenden rechtlichen Beziehungen zwischen dem Staat und den seinem Einflussbereich unterworfenen Personen (Grundrechte).

Die Abgrenzung von Staatsrecht und Verfassungsrecht

Die Begriffe Staatsrecht und Verfassungsrecht sind weitgehend deckungsgleich und werden häufig synonym verwendet. Nach wohl herrschender Meinung ist das Verfassungsrecht eine Teilmenge des Staatsrechts: Alles Verfassungsrecht ist Staatsrecht, aber nicht alles Staatsrecht ist Verfassungsrecht.[1] Generell lässt sich feststellen: „Im Verfassungsrecht wird das Politische selbst unmittelbar normiert: Es wird die staatliche Macht unter den obersten Trägern verteilt und begrenzt und die Grundentscheidung darüber getroffen, nach welchen letztmaßgeblichen Wertgesichtspunkten und Ordnungsprinzipien sich das Gemeinschaftsleben gestalten sollte.“[2] Im deutschen Recht sind Rechtsnormen, die kein Verfassungsrecht sind, aber dem Staatsrecht zugerechnet werden, etwa das Parteiengesetz, das Bundeswahlgesetz, das Wahlprüfungsgesetz, das Abgeordnetengesetz – mithin Gesetze, die aufgrund eines Verfassungsauftrags erlassen wurden, oder einfachgesetzliche Regelungen, welche die Verfassung ergänzen.[3] Derartige Gesetze werden auch als Staatsrecht im weiteren Sinne bezeichnet, im Gegensatz zur Verfassungsurkunde, dem Staatsrecht im engeren Sinne.[4]Wesentlicher Unterschied ist, dass die Verfassung regelmäßig erschwert abgeändert werden kann. Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ist die Verfassungsänderung in Art. 79 GG festgelegt. Nach anderer Ansicht reicht allerdings der Begriff des Verfassungsrechts teilweise auch weiter als der des Staatsrechts, da in der Verfassung auch Regelungen enthalten sind, die die Grundlagen der Ordnung nicht-staatlichen Lebens erfassen, also beispielsweise die Gewährleistung der Ehe und Familie, des Eigentums oder der Freiheit von Kunst und Wissenschaft.[5][6] Staats- und Verfassungsrecht verhalten sich nach dieser Ansicht also wie zwei unterscheidbare Kreise mit einer Schnittmenge.

Staatsrechtslehre

Nach einer weiteren Auffassung umfasst das Staatsrecht das gesamte öffentliche Recht, insbesondere das Verwaltungsrecht.[7] So sieht § 1 der Satzung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer vor, sich mit Fragen „aus dem Gebiet des Öffentlichen Rechts“ zu beschäftigen, in Ausbildungs- und Prüfungsfragen „auf die ausreichende Berücksichtigung des Öffentlichen Rechts […] hinzuwirken“ und „zu Fragen des Öffentlichen Rechts […] Stellung zu nehmen“.[8] Mitgliedschaftsvoraussetzung laut § 3 Absatz 1 ist eine „auf dem Gebiet des Staatsrechts und mindestens eines weiteren öffentlich-rechtlichen Fachs […] durch hervorragende wissenschaftliche Leistung“ nachgewiesene Tätigkeit als einschlägiger „Forscher und Lehrer“ oder statt letzterer berufsmäßiger Qualifikation neben weiteren Voraussetzungen eine entsprechende juristische Professur (§ 4 Abs. 1 lit. a)).[9] Daraus geht hervor, dass die Satzung das Staatsrecht als Teilbereich des öffentlichen Rechts ansieht, ohne es genauer abzugrenzen.

Verfassung

Im Rahmen des Gesetzmäßigkeitsprinzips sind Verfassungen regelmäßig als Gesetze anzusehen, die auf besondere Art und Weise − durch den pouvoir constituant (verfassungsgebende Gewalt) − (für das Grundgesetz der Parlamentarische Rat) zustande gekommen sind und in der Normenhierarchie in der Regel die höchste Stufe aufweisen.

Staatsorganisation

In erster Linie wird durch die Verfassung die Staatsgewalt (pouvoir constitué) gefasst. Daraus folgt die Bedeutung und Aufgabenverteilung zwischen den einzelnen Staatsorganen. Rein monarchisch-despotische Staaten kennen nur ein Staatsorgan, während pluralistische – nicht zwingend demokratische – Staaten mehrere Staatsorgane besitzen. In Deutschland wird auf den Prinzipien der parlamentarischen Demokratie die Gewaltenteilung in den Vordergrund gerückt und durch Art. 20 GG grundgesetzlich gesichert.

Daher sind im Bereich der Legislative die Organe des Bundestages und des Bundesrates zu nennen. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Parlament. Das Parlament ist daher die Leitgewalt in der Demokratie.[10]

Im Bereich der Exekutive ist die Bundesregierung mit dem Bundeskanzler an der Spitze zu nennen. Auch der Bundespräsident als höchster Repräsentant des Staates (Staatsoberhaupt) ist Staatsorgan.

Die Judikative ist dagegen nur im Bereich der Bundesgerichte geregelt. Das Grundgesetz überlässt es ansonsten dem Gesetzgeber, Vorschriften über die Gerichtsverfassung der einzelnen Gerichtsbarkeiten zu erlassen, was für die ordentlichen Gerichte mit dem Gerichtsverfassungsgesetz(GVG) geschehen ist.

Wichtiger Bestandteil des Staatsrechts ist die Kompetenzverteilung und der Vorgang der Gesetzgebung, geregelt in Art. 70 bis Art. 82 GG. Insbesondere bei föderativen Staaten, die sowohl die horizontale als auch die vertikale Gewaltenteilung verfassungsrechtlich verankert haben, bedarf es klarer Regelungen im Verhältnis zwischen der Bundesebene und den einzelnen Gliedstaaten.

Grundrechte

Die fundamentalen Grundrechte werden in zahlreichen Verfassungen erwähnt. Die in der Weimarer Reichsverfassunggenannten Rechte waren für den Gesetzgeber nicht bindend. Das Grundgesetz zwingt dagegen sämtliche öffentlichen Gewalten durch Art. 1 Abs. 3 GG zur Beachtung der grundgesetzlichen Grundrechte. Dabei sind die im Grundgesetz genannten Grundrechte nicht abschließend. Insofern wirken auch die Rechte aus der Europäischen Menschenrechtskonvention, die zwar keinen Verfassungsrang einnimmt, aber einfaches Gesetz darstellt, auf die Grundrechtsordnung ein.

Übergangsregelungen und Ewigkeitsklauseln

Das Grundgesetz (GG) enthält Regelungen, die nicht zur Verfassung im materiellen Sinne gehören, sondern einen bloßen Übergangscharakter haben (vgl. Art. 116 ff. GG). Der Ewigkeit einer Verfassung sind durch die gesellschaftliche Entwicklung Grenzen gesetzt. Dennoch hat die deutsche Verfassung Elemente eingebunden, um eine legale Umwälzung der demokratischen und rechtsstaatlichen Fundamente zu verhindern. So garantiert Art. 79 Abs. 3 GG die Beständigkeit der Menschenwürde (Art. 1 GG) und des demokratischen, föderalen und sozialen Rechtsstaats (Art. 20 GG). Allein durch Beschluss einer neuen Verfassung durch die einfache Mehrheit aller Deutschen kann nach Art. 146 GG das Grundgesetz durch eine neue Verfassung ersetzt werden.

Verfassungsgerichtsbarkeit

Der deutsche Verfassungsgeber hat die gerichtliche Überprüfung verfassungsrechtlicher Fragen einer eigenständigen Gerichtsbarkeit unterworfen. Damit entschied man sich auch gegen ein einheitliches oberstes Bundesgericht. Insbesondere der österreichische Verfassungsgerichtshof des Bundes-Verfassungsgesetzes von 1920 hat Pate gestanden.

Auf Bundesebene ist die besondere Verfassungsrechtsprechung dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) als einem Verfassungsorgan anvertraut. Auch wenn die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts Gesetzeskraft entfalten können, so ist das BVerfG doch ein Organ der rechtsprechenden Gewalt (Judikative). Die Einrichtung und die Zuständigkeiten ergeben sich aus dem Grundgesetz selbst und dem Bundesverfassungsgerichtsgesetz (BVerfGG).

Die Bundesländer haben in ihren Landesverfassungen entsprechende Landesverfassungsgerichte eingerichtet, die manchmal auch Staatsgerichtshof oder Verfassungsgericht(shof) genannt werden.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Jörn Ipsen: Staatsorganisationsrecht, 18. Aufl., Neuwied 2006, Rn. 21; Christoph Möllers: Staat als Argument, München 2000, S. 173 ff.
  2. Josef Wintrich: Aufgaben, Wesen und Grenzen der Verfassungsgerichtsbarkeit, 1956, zit. nach Joachim Jens Hesse, Thomas Ellwein: Das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland, 8. Aufl., Band 1: Text, Westdeutscher Verlag, Opladen/Wiesbaden 1997, S. 412.
  3. Maurer: Staatsrecht I, 3. Aufl., München 2004, Rn. 39.
  4. Klaus Stern: Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland, 2. Aufl. 1984, Bd. 1 III 2.
  5. So Konrad Hesse: Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland, 20. Aufl., Heidelberg 1995, Rn. 18.
  6. Böckenförde verwendet einen Staatsbegriff, der nicht das gesamte Gemeinwesen, sondern nur die Staatsorganisation bezeichnet. Ernst Wolfgang Böckenförde: Die Eigenart des Staatsrechts in der Staatsrechtswissenschaft. In: Festschrift für Hans Ulrich Scupin (1983), S. 317 ff.
  7. Peter Badura: Staatsrecht, 3. Aufl., München 2003.
  8. Satzung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer e. V., § 1, abgerufen am 8. Dezember 2010 (Mementovom 6. Mai 2010 im Internet Archive).
  9. Satzung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer e. V., §§ 3 und 4, abgerufen am 8. Dezember 2010(Memento vom 6. Mai 2010 im Internet Archive).
  10. Horst Dreier: Grundgesetz-Kommentar. Bd. II, Art. 20 Rn. 76 ff., 88 ff., 109 ff.