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„Gefug“ – Versionsunterschied

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Version vom 30. August 2024, 09:44 Uhr

ge-Fug mhdt.-dt. Bedarf, Gebühr u. Ähnl.

GEFUG, m. n.

verstärktes fug m. (s. d.), wie mhd. gevuoc neben vuoc, beide noch nicht ahd.; aber ags. gefôg n. gefüge Grein 1, 401, wie auch mnd. gevôch n. und zugleich f., s. Sch. u. L. 2, 96, nnl. gevoeg n., mnl. ghevoech, hier wie md. sehr entwickelt; nhd. nur in verklingenden resten (so häufig fug ist), vielleicht nur norddeutsch. s. auch ungefug.

1) bedarf, gebühr u. ähnl. (s. fug 3 und 7):

o schon doch, schon, ich habs genug. 'wir andern haben auch unser gfug'.Dedekind miles christ. 5, 8,

deutlich als n., wie nd. sîn gevôch hebben, was man braucht, wünscht u. ähnl.; er esz sein gefug Henisch1421, 22, esse sich satt, aus einem schriftsteller; ironisch, als hohnwitz im kampfe (vgl. sp. 1684):
denselbigen warf er verwegen
seine keul in die spiesz entgegen,
darauf er sie noch tratt und schlug,
bisz einer bekam sein gefug.
Rollenhagen froschm. Aaa 7ᵃ (III, 3, 8),
bis jeder sein gehöriges theil bekam, 'genug hatte'. daneben doch fug als m. ebenda:
und seinem ross ein bein abschlug,
dadurch es bekam seinen fug.
Zz 6ᵇ (III, 3, 6).
2)
seinen gefug thun, als schonende wendung, von der 'leibes notdurft': in des geht ein grafe, der an des bischofs hofe war, in den hofe, seinen gefug zuthun, und da er in den stall will .. Agricola sprichw. 220ᵇ (erklärung zu no. 342). noch bei Stieler 577, vielleicht doch nur von Henisch 1421 veranlaszt, der es als vox belg. anführt, d. h. aus Kilian; noch nl. zijn gevoeg doen (und nur so).
3)
die bedeutung schicklichkeit u. ähnl., wie bei mhd. gevuoc, nd. gevôch (vgl. gefüge 5) wird auch nhd. nicht fehlen, vergl. ungefug gleich unfug z. b. bei Alberus (Frisch 1, 303ᵇ).
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1879), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 2163, Z. 72.
GEFUG
adj., gleich gefüge, mhd. gevuoc (ungevuoc), auch ags. in ungefôg Ettm. 328; nhd.:
das eisen würd nimmer gefug,
wenn nicht ein eisen das ander schlug.
Rollenhagen froschm. Ff 3ᵇ (II, 3, 4),
wo andere, spätere ausgaben freilich gefuͤg und schluͤg haben, welches letztere nach dem würd nötig ist; vgl. aber das adj. fug, das doch auch zweifelhaft ist.
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1879), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 2164, Z. 24.