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„Fug“ – Versionsunterschied

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[[fug]]  ml. {{dt.}} ‘[[Zuständigkeit]], [[Recht]]’, mhd. vuoc ‘Schicklichkeit, passende Gelegenheit, Kunstfertigkeit’, heute vor allem noch in der Wendung mit ''[[Fug und Recht]]'' (16. Jh.).<div class="zenoCOMain">
[[fug]]  ml. {{dt.}} ‘[[Zuständigkeit]]’, mhd. vuoc ‘[[Schicklichkeit]], passende [[Gelegenheit]], [[Kunstfertigkeit]]’, heute vor allem noch in der Wendung mit ''[[Fug und Recht]]'' (16. Jh.);  [[Geduld]], [[Sanftmuth]]; [[Bequemlichkeit]].<div class="zenoCOMain">
== Fug, der<ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 338-339. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000170712; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]</ref> ==
== Fug, der<ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 338-339. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000170712; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]</ref> ==
<div class="zenoCOAdRight">'''Der <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span>'''<ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-0338 [338]]</ref>, des -es, ''plur. inus.'' ein Wort, welches nur in der figürlichen Bedeutung des Wortes Fuge und Fügen vorkommt. Es bedeutet, 1) * Gute Eigenschaft, Artigkeit, Kunst, Geschicklichkeit; in welcher Bedeutung es aber veraltet ist.</div><br>''Zwo fuoge han ich doch swie ungefuege ich si,''<p class="zenoPR">Walther von der Vogelweide.</p>2) * Geduld, Sanftmuth.
<div class="zenoCOAdRight">'''Der <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span>''', des -es, ''plur. inus.'' ein Wort, welches nur in der figürlichen Bedeutung des Wortes ''[[Fuge]]'' und ''[[Fügen]]'' vorkommt. Es bedeutet,  
<br>''Swenne icht leides mir geschicht''<p class="zenoLY">''Mit fuoge ichs tougenlichen trage,''</p><p class="zenoPR">Reinmar der Alte.</p><br>Eine gleichfalls veraltete Bedeutung. 3) * Bequeme Zeit, gute Gelegenheit.
1) * Gute Eigenschaft ([[Tugend]]), [[Artigkeit]], [[Kunst]], [[Geschicklichkeit]]; in welcher Bedeutung es aber veraltet ist.<blockquote>''Zwo fuoge han ich doch swie ungefuege ich si,''Walther von der Vogelweide.</blockquote></div>2) * [[Geduld]], [[Sanftmuth]].<blockquote>''Swenne icht leides mir geschichtMit fuoge ichs tougenlichen trage,''Reinmar der Alte.</blockquote>Eine gleichfalls veraltete Bedeutung.  
<br>Darnach als den knecht daucht sein <span class="zenoTXHighlight0">füg</span>,<p class="zenoPR">Theuerd. Kap. 26,</p><br>als er seine Zeit ersah.
3) * Bequeme Zeit, gute [[Gelegenheit]].<blockquote>Darnach als den knecht daucht sein <span class="zenoTXHighlight0">füg</span>,
<br>Nun ist mein <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span><p class="zenoLY">Khomen das ich mich understee</p><p class="zenoLY">In zu bringen in leyd vnnd weh,</p><p class="zenoPR">Theuerd. Kap. 75.</p><br>Zum Fliehen fehlt mir <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> und Macht,<p class="zenoPR">Opitz.</p><br>Wo irgend <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> kann werden,<p class="zenoLY">Die Wahrheit wiederum zu reden hin auf Erden,</p><p class="zenoPR">Opitz.</p><br>Auch diese Bedeutung ist im Hochdeutschen nicht mehr gangbar.<p class="zenoPLm4n0">4) * Bequemlichkeit; ein gleichfalls veralteter Gebrauch.</p><br>Hierumb so es nun wer ewr <span class="zenoTXHighlight0">fug</span><p class="zenoLY">So wolten wir reyten darvon,</p><p class="zenoPR">Theuerd.</p><br>so es euch beliebig wäre.
Theuerd. Kap. 26,</blockquote><blockquote>als er seine Zeit ersah.<br>Nun ist mein <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span>Khomen das ich mich understee
<br>Wo nirgend Städte stehen,<p class="zenoLY">Da <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> zu wohnen sey,</p><p class="zenoPR">Opitz Ps. 107.</p><br>S. Unfug und Füglich 2. 5) Recht, Befugniß.
In zu bringen in leyd vnnd weh,
<br>''Kunde ich nu mit fuoge erwerben''<p class="zenoLY">''Das ich ir gelege bi,''</p><p class="zenoPR">Heinrich von Sax.</p><br>Fragt nicht ob ihr des habet fueg,<p class="zenoPR">Theuerd. Kap. 7.</p><br>In dieser Bedeutung gebraucht man es im Hochdeutschen nur noch ohne Artikel und am häufigsten in der dritten und vierten Endung. <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> und Recht zu etwas haben. Ich thue es mit gutem Fuge, mit allem Fuge.<p class="zenoLY"><ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-0338 [338]]</ref>Wenn <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> und Ursach ist zu brechen,</p><p class="zenoPR">Opitz.</p><br>Nun hab ich guten <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> die Feder hinzulegen,<p class="zenoPR">Günth.</p><br>Uns klagst du nicht und hast es <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span>,<p class="zenoPR">Lichtw.</p><br>S. Befugen, Fuge und Fügen.
Theuerd. Kap. 75.</blockquote><blockquote>Zum Fliehen fehlt mir <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> und Macht,
Opitz.</blockquote><blockquote>Wo irgend <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> kann werden,
Die Wahrheit wiederum zu reden hin auf Erden,
Opitz.</blockquote>Auch diese Bedeutung ist im Hochdeutschen nicht mehr gangbar.<p class="zenoPLm4n0">4) * [[Bequemlichkeit]]; ein gleichfalls veralteter Gebrauch.</p><blockquote><p class="zenoPLm4n0">Hierumb so es nun wer ewr <span class="zenoTXHighlight0">fug</span></p><p class="zenoPLm4n0">So wolten wir reyten darvon,</p><p class="zenoPLm4n0">Theuerd.</p></blockquote><p class="zenoPLm4n0">so es euch beliebig wäre.</p><p class="zenoPLm4n0">Wo nirgend Städte stehen,</p><p class="zenoPLm4n0">Da <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> zu wohnen sey,</p><p class="zenoPLm4n0">Opitz Ps. 107.</p><p class="zenoPLm4n0">S. ''[[Unfug]]'' und [[füglich|Füglich]] 2. </p><p class="zenoPLm4n0">5) Recht, ''[[Befugniß]]''.</p><blockquote><p class="zenoPLm4n0">''Kunde ich nu mit fuoge erwerben''</p><p class="zenoPLm4n0">''Das ich ir gelege bi,''</p><p class="zenoPLm4n0">Heinrich von Sax.</p></blockquote><blockquote><p class="zenoPLm4n0">Fragt nicht ob ihr des habet fueg,</p><p class="zenoPLm4n0">Theuerd. Kap. 7.</p></blockquote><br>In dieser Bedeutung gebraucht man es im Hochdeutschen nur noch ohne Artikel und am häufigsten in der dritten und vierten Endung. ''[[Fug und Recht|<span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> und Recht]]'' zu etwas haben. Ich thue es mit gutem Fuge, mit allem Fuge.<blockquote>Wenn <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> und Ursach ist zu brechen,
Opitz.</blockquote><blockquote>Nun hab ich guten <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span> die Feder hinzulegen,
Günth.</blockquote><blockquote>Uns klagst du nicht und hast es <span class="zenoTXHighlight0">Fug</span>,
Lichtw.</blockquote><br>S. ''[[befugen]]'', ''[[fuge]]'' und [[fügen]].
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Version vom 30. August 2024, 11:04 Uhr

fug ml. Vorlage:dt. ‘Zuständigkeit’, mhd. vuoc ‘Schicklichkeit, passende Gelegenheit, Kunstfertigkeit’, heute vor allem noch in der Wendung mit Fug und Recht (16. Jh.); Geduld, Sanftmuth; Bequemlichkeit.

Fug, der[1]

Der Fug, des -es, plur. inus. ein Wort, welches nur in der figürlichen Bedeutung des Wortes Fuge und Fügen vorkommt. Es bedeutet, 1) * Gute Eigenschaft (Tugend), Artigkeit, Kunst, Geschicklichkeit; in welcher Bedeutung es aber veraltet ist.

Zwo fuoge han ich doch swie ungefuege ich si,Walther von der Vogelweide.

2) * Geduld, Sanftmuth.

Swenne icht leides mir geschichtMit fuoge ichs tougenlichen trage,Reinmar der Alte.

Eine gleichfalls veraltete Bedeutung. 3) * Bequeme Zeit, gute Gelegenheit.

Darnach als den knecht daucht sein füg, Theuerd. Kap. 26,

als er seine Zeit ersah.
Nun ist mein FugKhomen das ich mich understee

In zu bringen in leyd vnnd weh,

Theuerd. Kap. 75.

Zum Fliehen fehlt mir Fug und Macht, Opitz.

Wo irgend Fug kann werden,

Die Wahrheit wiederum zu reden hin auf Erden,

Opitz.

Auch diese Bedeutung ist im Hochdeutschen nicht mehr gangbar.

4) * Bequemlichkeit; ein gleichfalls veralteter Gebrauch.

Hierumb so es nun wer ewr fug

So wolten wir reyten darvon,

Theuerd.

so es euch beliebig wäre.

Wo nirgend Städte stehen,

Da Fug zu wohnen sey,

Opitz Ps. 107.

S. Unfug und Füglich 2.

5) Recht, Befugniß.

Kunde ich nu mit fuoge erwerben

Das ich ir gelege bi,

Heinrich von Sax.

Fragt nicht ob ihr des habet fueg,

Theuerd. Kap. 7.


In dieser Bedeutung gebraucht man es im Hochdeutschen nur noch ohne Artikel und am häufigsten in der dritten und vierten Endung. Fug und Recht zu etwas haben. Ich thue es mit gutem Fuge, mit allem Fuge.

Wenn Fug und Ursach ist zu brechen, Opitz.

Nun hab ich guten Fug die Feder hinzulegen, Günth.

Uns klagst du nicht und hast es Fug, Lichtw.


S. befugen, fuge und fügen.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 338-339. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000170712; Lizenz: Gemeinfrei