„leihen“ – Versionsunterschied
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leih,leihe,leihend,leiht,leihst,lieh,geliehen,leihte,leihten | leih,leihe,leihend,leiht,leihst,lieh,geliehen,leihte,leihten<p>leih + en | ‘gegen die Verpflichtung zur Rückgabe jmdm. etw. geben oder etw. von jmdm. annehmen, borgen’, ahd. ''līhan'' ‘(ver)leihen, geben’ (9. Jh.), mhd. ''līhen'' ‘auf Borg nehmen’, selten ‘auf Borg geben’, asächs. ''līhan'', mnd. ''līen'', uwger. ''*līhwan'', uger. ''*līhwaną'' "lassen"</p> | ||
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>aengl. ''lēon'', anord. ''ljā'', got. ''leiƕan'' wird mit ''Lehen'' und davon abgeleitetem ''lehnen''<sup>2</sup> und den außergerm. Verwandten aind. ''riṇákti'' ‘läßt, überläßt, gibt auf, entbindet, läßt los’, ''rikthá-'' ‘Nachlaß, Erbschaft’, ''rḗkṇaḥ'' ‘ererbter Besitz, Eigentum, Habe’, ''atirēkaḥ'' ‘Überschuß, Überbleibsel’, grie. ''lé͞ipein'' (''λιμπάνειν'') ‘verlassen, zurück-, hinterlassen’ (s. ''Ellipse''), ''limpánein'' (''λιμπάνειν'') ‘(ver)lassen’, ''loipós'' (''λοιπός'') ‘übriggelassen, übrig’, ''lé͞imma'' (''λεῖμμα'') ‘Rest’, lat. ''relinquere'' ‘zurücklassen’ (s. ''Relikt''), ''reliquus'' ‘zurückgelassen, übrig’ (s. ''Reliquie''), aslaw. ''otъlěkъ'' ‘das Übrige, Rest’, ''lichъ'' ‘übermäßig, über etw. hinaus, Mangel habend’, russ.-kslaw. ''lěkъ'' ‘Überbleibsel, Rest’, russ. ''lichój'' (''лихой'') ‘böse, arg, kühn, tapfer’ auf eine Ww. uig. ''*leiku̯-'' ‘lassen, zurück-, übriglassen’ zurückgeführt.</p> | |||
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Das Germ. hat den ursprünglichen Bedeutungsumfang auf ‘überlassen’ eingeschränkt. Die Bedeutung ‘übriglassen, -bleiben’ findet sich bei Formen, die jetzt zu uig. ''*leip-'' (s. ''bleiben'') gestellt werden, möglicherweise aber auf uig. ''*leiku̯-'' zurückgehen (s. ''elf'').</p> | |||
Version vom 25. November 2023, 08:22 Uhr
leih,leihe,leihend,leiht,leihst,lieh,geliehen,leihte,leihten
leih + en | ‘gegen die Verpflichtung zur Rückgabe jmdm. etw. geben oder etw. von jmdm. annehmen, borgen’, ahd. līhan ‘(ver)leihen, geben’ (9. Jh.), mhd. līhen ‘auf Borg nehmen’, selten ‘auf Borg geben’, asächs. līhan, mnd. līen, uwger. *līhwan, uger. *līhwaną "lassen"
aengl. lēon, anord. ljā, got. leiƕan wird mit Lehen und davon abgeleitetem lehnen2 und den außergerm. Verwandten aind. riṇákti ‘läßt, überläßt, gibt auf, entbindet, läßt los’, rikthá- ‘Nachlaß, Erbschaft’, rḗkṇaḥ ‘ererbter Besitz, Eigentum, Habe’, atirēkaḥ ‘Überschuß, Überbleibsel’, grie. lé͞ipein (λιμπάνειν) ‘verlassen, zurück-, hinterlassen’ (s. Ellipse), limpánein (λιμπάνειν) ‘(ver)lassen’, loipós (λοιπός) ‘übriggelassen, übrig’, lé͞imma (λεῖμμα) ‘Rest’, lat. relinquere ‘zurücklassen’ (s. Relikt), reliquus ‘zurückgelassen, übrig’ (s. Reliquie), aslaw. otъlěkъ ‘das Übrige, Rest’, lichъ ‘übermäßig, über etw. hinaus, Mangel habend’, russ.-kslaw. lěkъ ‘Überbleibsel, Rest’, russ. lichój (лихой) ‘böse, arg, kühn, tapfer’ auf eine Ww. uig. *leiku̯- ‘lassen, zurück-, übriglassen’ zurückgeführt.
Das Germ. hat den ursprünglichen Bedeutungsumfang auf ‘überlassen’ eingeschränkt. Die Bedeutung ‘übriglassen, -bleiben’ findet sich bei Formen, die jetzt zu uig. *leip- (s. bleiben) gestellt werden, möglicherweise aber auf uig. *leiku̯- zurückgehen (s. elf).