„Gilde“ – Versionsunterschied
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Aktuelle Version vom 14. April 2025, 07:26 Uhr
gild-e mhdt.-dt. f. wrtl. a.s. Opferer, Erstatter, Entrichter; ‘Zusammenschluß von Handwerkern, Kaufleuten’,
- Ww
- mnd. gilde ‘Festschmaus, Festlichkeit (der Bruderschaften und Ämter), genossenschaftlicher Zusammenschluß für gemeinsame Leistungen, Bruderschaft (von Handwerkern, Kaufleuten, Glaubensgenossen), Zusammengehörigkeit, Schar’,
- mnl. ghilde,
- nl. gilde,
- anord. gildi ‘Bezahlung, Schmaus’.
- Der Ausdruck verbreitet sich, von den Gebieten an der Nord- und Ostsee ausgehend, seit dem 17. Jh. im gesamten dt. Sprachgebiet und stellt sich im Sinne von ‘Berufsverband’ neben gleichbed. md. Innung und obd. Zunft (s. d.).
- Gilde ist eine Bildung zu den unter gelten und Geld (s. d.) angeführten Wortgruppen
- (vgl. aengl. gield ‘Opfer, Zahlung, Abgabe, Tribut, Vergeltung, Bruderschaft’),
- knüpft an deren alte Bedeutungen ‘opfern, erstatten, entrichten’ bzw. ‘Opfer, Abgabe, Bezahlung’ an
- und bezeichnet ursprünglich wohl eine heidnische Kultgemeinschaft, zu deren Opfermahlzeiten jedes Mitglied einen Beitrag zu leisten verpflichtet ist.
- In frk. Kapitularien des 8./9. Jhs. werden Nachfolger derartiger Genossenschaften (in latinisierter Form gildonium oder gelda genannt) offensichtlich auf Grund ihres heidnischen Ursprungs verboten.
- Die Bezeichnung geht jedoch auf andere Interessengemeinschaften und deren festliche Zusammenkünfte über. Ausführlich dazu de Vries Altgerm. Religionsgesch. 1 (²1956) 483 ff.