„teidig“ – Versionsunterschied
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Version vom 17. April 2025, 16:12 Uhr
teid-ig Nwf. z. teiding, teidingen.
auch tädingen tedingen, tädigen tedigen (oder bei allen formen mit dem anlaut th), aus mhd. tagedingen tegedingen, contrah. teidingen; mnd. dagedingen degedingen, dedingen, ein teiding halten, gerichtlich verhandeln (placitare 439ᵇ), dann überhaupt verhandeln, unterhandeln, ein übereinkommen treffen, vermitteln. vgl. auch tagen und dingen.
1) intransitiv: die fürsten waren milter und tedingten, das sie solten das hailtumb antwurten gen Nurenberg. 156, 5; daher ihre männer genung zu seufzen und di freinde zu teidigen haben. kanzl.555; sprichwörtlich: kanstu fliehen, so fliehe ... auszer der stauden ist guͦt thedingen. sprichw. 2, 10ᵃ. 16ᵇ;mit präpositionen: also tedingten sie wol 4 tag an ainander. B. 83, 7, zu einander 1477, 6; er lies in die sach tädigen. 5, 113, 12; man tädiget darin. 122, 24; da (in Rom) tädingt .. man über alle sünd und schanden. bienenk. (1580) 230ᵇ; zwischen christen und juden schuldenhalben zu theidigen. Frankf. reform. I, 8 § 8; teidingen mit: sie klagt mich an umb die ee, ... und hett geren gesehen, dasz ich mit ir getedingt hett. B. 140, 4; dasz man mit ihnen theidinge (um theilweise nachlassung des zinses). br. 2, 659; sie teidingeten mit im, das er si in gnaden aufnäm. 4, 202, 7; wie sie mit mir thaidigten vor Bachen. 90 neudruck; und hatten sich geeiniget, mit dem patron zu reden und zu thädigen. alte weisen (1565) 202ᵇ, verdruckt 102ᵇ; also nam sich Lucius Pinarius an, mit ihnen theidigen und versamlet ein gemein. Livius 284; was man mit den feinden und freunden zu tagen und thedingen haben mag. kriegsb. 1, 59ᵃ; sprichwörtlich: mit jungfrauen ist gut theidigen. buch der l. 13ᵈ ( volksb. 2, 321).der im besiz ist hat gut thädigen (processieren). 3, 232, 82 Kurz.
2) transitiv und reflexiv (vgl.aus-, be-, verteidigen).
a) mit accusativ der sache, worüber (vor gericht) unterhandeln, durch unterhandlung oder vermittelung zu stande bringen, schlichten: der keiser teidingete dornoch einen frede zwuschen dem bischouffe der stat unde den herren von Myssen. düringische chron. s. 629; wer was zu schaffen zu richten zu tädingen und dergleichen hände het. 4, 106, 31; er maint, man würd die sach teidingen, das es zu kainer schlacht kummen solt. 528, 22; die sach ward tedingt zwischen den schwägern und vettern, die zwai weiber ... machten frid. 5, 96, 19; zuletzt wurd es getheidigt, dasz sie den Hannibal einlassen solten. Livius 265; ich wil fürbasz nichts mit dir thedingen. buch der liebe 278ᵃ;b) mit acc. der person: donoch wart er getediget (durch unterhandlung frei gelassen) one schetzunge. 806, 8; von etwas geteidingt werden, es in folge einer unterhandlung oder übereinkunft aufgeben. städtechron. 2, 166, 13 (vom j. 1449); einen los teidingen. 224; als lang er das leben het .. wolt er sich in keinen frieden thädingen lassen. Aimon bog. V; ist er trunken, so thädingt sie ihn ins bett. Garg. 71ᵇ.wobei es immer was ...
ins ohr zu flüstern, auszusinnen, zu theidigen und abzureden giebt.
Klelia u. Sinib. 2, 240.
c) reflexiv: der herzoge tedigete sich us der gefengnisse. 857, 10; sie schickten ir botschaft zu unserm herren dem künig und teidingeten sich mit dem on der stet wissen. städtechron. 1, 161, 24 (vom jahre 1384); ich theidiget (stellte, betrug, vgl. teiding 5) mich doch in der kammer, als wüste ich von .. nichts. 2, 87.
- ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 234, Z. 56.