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„weise“ – Versionsunterschied

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<p>-weise | Weise | ahd. &nbsp;wīsa, mhd.&nbsp;wīs(e),&nbsp;eigentlich "Aussehen, Erscheinungsform", zu&nbsp;wissen.</p>
<p>weisen,weiser,weisem,weises</p>


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>als Wortbildungsendung, ergiebig seit dem 16. Jh.; anfangs noch in getrennter Schreibung; vgl. legation weiß, ''erzweis'' (16. Jh.),'' dutzet weise, gesprächweiß ''(17. Jh.).</p>
weis + e | "weise sein" entspricht "wissend, lebenserfahren, klug, verständig" zu sein ; ahd. ''wīs'' und die Weiterbildung (''ja''-Stamm) ''wīsi'' (8. Jh.), mhd. ''wīs'', ''wīse'' ‘verständig, erfahren, klug, kundig, gelehrt’,


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>in&nbsp;jeweils&nbsp;der dem Bestimmungswort&nbsp;genannten&nbsp;Eigenschaft, Eigenheit, Vorgehensweise, Vorgabe ..., der Beschaffenheit, dem Merkmal, oder derem Wissen nach so zu sein, tun, haben, werden (ndt.)</p>
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>weise ist jemand an sich nur, wenn er das dass er weiß selbst gesehen hat und daher weiß, ahd. &nbsp;wīsa, mhd.&nbsp;wīs(e),&nbsp;eigentlich "Aussehen, Erscheinungsform", zu&nbsp;wissen (ndt.).</p>


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Voraus gehen Wessfall-Fügungen wie mhd. ''in'' ''zornes'' ''wīs'', ''in'' ''regenes'' ''wīs''. In älterer Sprache wird überwiegend die kurze, e-lose Form verwendet.</p>
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>asächs. mnd. aengl. ''wīs'', mnl. nl. ''wijs'', engl. ''wise'', anord. ''vīss'', schwed. ''vis'', got. -''weis'' (z. B. ''unweis'' ‘unwissend’),&nbsp;ger. *''weissa''-, *''weisa''-</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>gehören zu der unter ''wissen''&nbsp;dargestellten Ww.&nbsp;uig. *u̯eid-.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Dabei ist entweder von einer Mittelwortform&nbsp;uig. *''u̯eidto''- auszugehen oder aber von uig. *''u̯eidso''-, das sich als adjektivische Weiterbildung eines alten ''s''-Stammes *''u̯eides''- (z. B. in aind.&nbsp;vḗdas- ‘Kenntnis, Einsicht’) erklären läßt; uig. ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/w%C4%ABsaz *wīsaz],'' uig. ''*weydtos'' (“wißbar”), ger. ''*weissa-, *weisa-'', ahd.&nbsp;''[https://en.wiktionary.org/wiki/wis#Old_High_German wīs],&nbsp;wīsi'', mhd.&nbsp;''[https://en.wiktionary.org/wiki/wise#Middle_High_German wīse], wīs.''</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Die Ausgangsbedeutung des Egsw. ist ‘wissend’, zunächst ‘im Hinblick auf eine Sache kundig, erfahren’, dann auch ‘klug, intelligent, verstandesmäßig begabt’, heute ‘durch Erfahrung und Bemühung verständig, einsichtig, den Zusammenhang verstehend, maßvoll’, vornehmlich als Merkmal eines alten Menschen geltend (vgl. mhd. ''die wīsen, die getageten und die grīsen'').</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Die Bedeutungsentwicklung verläuft von ‘Aussehen, äußere Erscheinung’ über ‘Beschaffenheit’ zu ‘Art des Verhaltens in einer gegebenen Situation’. Vgl. die formelhafte Verbindung Art und Weise (16. Jh.). Bereits bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Notker_III. Notker] erscheint ahd. ''wīsa'' im Sinne von ‘Melodie’, lat. ''modulātus'' bzw. ''tonus'' übersetzend; dazu vgl. Wort und Weise ‘Text und Melodie’ (eines Liedes), mhd. ''wort'' ''und'' ''wīse''.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>¦√¦ uig. ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/weyd- *weyd-]'' "sehen" ; uig. ''*u̯eid- <abbr title="altindisch">aind. </abbr>vḗdas- ‘''Kenntnis, Einsicht durch Gesehenes’;</p>

Aktuelle Version vom 26. November 2023, 13:50 Uhr

weisen,weiser,weisem,weises

weis + e | "weise sein" entspricht "wissend, lebenserfahren, klug, verständig" zu sein ; ahd. wīs und die Weiterbildung (ja-Stamm) wīsi (8. Jh.), mhd. wīs, wīse ‘verständig, erfahren, klug, kundig, gelehrt’,

weise ist jemand an sich nur, wenn er das dass er weiß selbst gesehen hat und daher weiß, ahd.  wīsa, mhd. wīs(e), eigentlich "Aussehen, Erscheinungsform", zu wissen (ndt.).

asächs. mnd. aengl. wīs, mnl. nl. wijs, engl. wise, anord. vīss, schwed. vis, got. -weis (z. B. unweis ‘unwissend’), ger. *weissa-, *weisa-

gehören zu der unter wissen dargestellten Ww. uig. *u̯eid-.

Dabei ist entweder von einer Mittelwortform uig. *u̯eidto- auszugehen oder aber von uig. *u̯eidso-, das sich als adjektivische Weiterbildung eines alten s-Stammes *u̯eides- (z. B. in aind. vḗdas- ‘Kenntnis, Einsicht’) erklären läßt; uig. *wīsaz, uig. *weydtos (“wißbar”), ger. *weissa-, *weisa-, ahd. wīs, wīsi, mhd. wīse, wīs.

Die Ausgangsbedeutung des Egsw. ist ‘wissend’, zunächst ‘im Hinblick auf eine Sache kundig, erfahren’, dann auch ‘klug, intelligent, verstandesmäßig begabt’, heute ‘durch Erfahrung und Bemühung verständig, einsichtig, den Zusammenhang verstehend, maßvoll’, vornehmlich als Merkmal eines alten Menschen geltend (vgl. mhd. die wīsen, die getageten und die grīsen).

Die Bedeutungsentwicklung verläuft von ‘Aussehen, äußere Erscheinung’ über ‘Beschaffenheit’ zu ‘Art des Verhaltens in einer gegebenen Situation’. Vgl. die formelhafte Verbindung Art und Weise (16. Jh.). Bereits bei Notker erscheint ahd. wīsa im Sinne von ‘Melodie’, lat. modulātus bzw. tonus übersetzend; dazu vgl. Wort und Weise ‘Text und Melodie’ (eines Liedes), mhd. wort und wīse.

¦√¦ uig. *weyd- "sehen" ; uig. *u̯eid- aind. vḗdas- ‘Kenntnis, Einsicht durch Gesehenes’;