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„Hysterie“ – Versionsunterschied

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K Textersetzung - „agrie.“ durch „agr.“
 
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<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[hyster-]] + [[-ie]]</span> |</span> ‘abnorme Reaktionsweise mit übersteigerten Ausdruckserscheinungen, Neurose, bei der neben psychischen Störungen auch körperliche Beschwerden ohne nachweisbare somatische Ursache bestehen’ (2. Hälfte 19. Jh.), vorher allgemeiner ‘körperliches und psychisches Unwohlsein bei Frauen’;</p><p>Als Terminus der Medizin im 18. Jh. (wie <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="medizinisch-lateinisch">medizin.-lat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">Hysteria</span>'') zum <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="griechisch-lateinisch">grie.-lat.</abbr> Egsw. gebildet; von nlat. <em class="Latn mention" lang="la">hysteria</em>, von&nbsp;<em class="Latn mention" lang="en">hysteric</em>, von lat. <em class="Latn mention" lang="la">hystericus</em>, von agrie.&nbsp;&nbsp;''<span class="mention-tr tr Latn" lang="grc-Latn">husterikós</span>'', <span class="mention-gloss-double-quote">“Leiden in der Gebärmutter, hysterisch</span><span class="mention-gloss-double-quote">”</span><span class="mention-gloss-paren annotation-paren">)</span>, von&nbsp;''<span class="mention-tr tr Latn" lang="grc-Latn">hustéra</span>'', <span class="mention-gloss-double-quote">“</span><span class="mention-gloss">Gebärmutter</span><span class="mention-gloss-double-quote">”; hustéra mḗtrā, ursprünglich "der obere / hervorstehende Teil"; uig.&nbsp;*''údteros''&nbsp;"höher, außen"&nbsp;und daher "der hervorstehende kleine) Bauch (der Frau)"; vergleichsweise uig. *''úderos''&nbsp;„Magen“ – wir sehen Sanskrit ''udara''&nbsp;„Bauch“ und lateinisch ''uterus''&nbsp;„Gebärmutter“. Vergleiche auch agrie. ''húderos'', „Wassersucht“).</span></p><p>Die Bezeichnung erklärt sich daraus, daß bei den Ärzten der Antike und noch im frühen 19. Jh. krankhafte Veränderungen an der Gebärmutter als Ursache derartiger Beschwerden angesehen werden.</p><p>Noch bis zum Ende des 19. Jhs., bis zur Entwicklung der Neurosenlehre (Freud), gilt ''<span class="etymwb-mentioned">Hysterie</span>'' als eine nur bei Frauen auftretende Krankheit.</p>
<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[hyster-]] + [[-ie]]</span> |</span> ‘abnorme Reaktionsweise mit übersteigerten Ausdruckserscheinungen, Neurose, bei der neben psychischen Störungen auch körperliche Beschwerden ohne nachweisbare somatische Ursache bestehen’ (2. Hälfte 19. Jh.), vorher allgemeiner ‘körperliches und psychisches Unwohlsein bei Frauen’;</p><p>Als Terminus der Medizin im 18. Jh. (wie <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="medizinisch-lateinisch">medizin.-lat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">Hysteria</span>'') zum <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="griechisch-lateinisch">grie.-lat.</abbr> Egsw. gebildet; von nlat. <em class="Latn mention" lang="la">hysteria</em>, von&nbsp;<em class="Latn mention" lang="en">hysteric</em>, von lat. <em class="Latn mention" lang="la">hystericus</em>, von agr.&nbsp;&nbsp;''<span class="mention-tr tr Latn" lang="grc-Latn">husterikós</span>'', <span class="mention-gloss-double-quote">“Leiden in der Gebärmutter, hysterisch</span><span class="mention-gloss-double-quote">”</span><span class="mention-gloss-paren annotation-paren">)</span>, von&nbsp;''<span class="mention-tr tr Latn" lang="grc-Latn">hustéra</span>'', <span class="mention-gloss-double-quote">“</span><span class="mention-gloss">Gebärmutter</span><span class="mention-gloss-double-quote">”; hustéra mḗtrā, ursprünglich "der obere / hervorstehende Teil"; uig.&nbsp;*''údteros''&nbsp;"höher, außen"&nbsp;und daher "der hervorstehende kleine) Bauch (der Frau)"; vergleichsweise uig. *''úderos''&nbsp;„Magen“ – wir sehen Sanskrit ''udara''&nbsp;„Bauch“ und lateinisch ''uterus''&nbsp;„Gebärmutter“. Vergleiche auch agr. ''húderos'', „Wassersucht“).</span></p><p>Die Bezeichnung erklärt sich daraus, daß bei den Ärzten der Antike und noch im frühen 19. Jh. krankhafte Veränderungen an der Gebärmutter als Ursache derartiger Beschwerden angesehen werden.</p><p>Noch bis zum Ende des 19. Jhs., bis zur Entwicklung der Neurosenlehre (Freud), gilt ''<span class="etymwb-mentioned">Hysterie</span>'' als eine nur bei Frauen auftretende Krankheit.</p>

Aktuelle Version vom 6. Juni 2025, 12:08 Uhr

hyster- + -ie | ‘abnorme Reaktionsweise mit übersteigerten Ausdruckserscheinungen, Neurose, bei der neben psychischen Störungen auch körperliche Beschwerden ohne nachweisbare somatische Ursache bestehen’ (2. Hälfte 19. Jh.), vorher allgemeiner ‘körperliches und psychisches Unwohlsein bei Frauen’;

Als Terminus der Medizin im 18. Jh. (wie medizin.-lat. Hysteria) zum grie.-lat. Egsw. gebildet; von nlat. hysteria, von hysteric, von lat. hystericus, von agr.  husterikós, “Leiden in der Gebärmutter, hysterisch”), von hustéra, “Gebärmutter”; hustéra mḗtrā, ursprünglich "der obere / hervorstehende Teil"; uig. *údteros "höher, außen" und daher "der hervorstehende kleine) Bauch (der Frau)"; vergleichsweise uig. *úderos „Magen“ – wir sehen Sanskrit udara „Bauch“ und lateinisch uterus „Gebärmutter“. Vergleiche auch agr. húderos, „Wassersucht“).

Die Bezeichnung erklärt sich daraus, daß bei den Ärzten der Antike und noch im frühen 19. Jh. krankhafte Veränderungen an der Gebärmutter als Ursache derartiger Beschwerden angesehen werden.

Noch bis zum Ende des 19. Jhs., bis zur Entwicklung der Neurosenlehre (Freud), gilt Hysterie als eine nur bei Frauen auftretende Krankheit.