„Theodizee“ – Versionsunterschied
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[[theo-]][[dizee]] | [[theo-]][[dizee]] [[Sprachstufe::agr.-deu.]] „Rechtfertigung Gottes“<p>'''Theodizee''' [<span class="navigation-not-searchable"><span class="IPA">[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_IPA-Zeichen <span title="Aussprache im Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA)">teodiˈʦeː</span>]</span></span>] (französisch ''théodicée'', griechisch [[θεοδικία]] ''theodikía'' von [https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache altgriechisch] <span lang="grc-Grek" class="Grek">θεός</span> ''theós'' ‚Gott‘ und <span lang="grc-Grek" class="Grek">δίκη</span> ''díkē'' ‚Gerechtigkeit‘) heißt „Gerechtigkeit Gottes“ oder „Rechtfertigung Gottes“. Gemeint sind verschiedene Versuche einer Antwort auf die Frage, wie das Leiden in der Welt mit der Annahme zu vereinbaren sei, dass ein (zumeist christlich-monotheistisch aufgefasster) [https://de.wikipedia.org/wiki/Gott_im_Christentum Gott] sowohl allmächtig, allwissend als auch gut sei.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee#cite_note-1 [1]]</sup> Konkret geht es um die Frage, wie ein Gott oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Christus Christus] wissentlich das Leiden unter der Voraussetzung zulassen kann, dass er doch die Omnipotenz („[https://de.wikipedia.org/wiki/Allmacht Allmacht]“) und den Willen („Güte“) besitze, das Leiden zu verhindern. Die ursprünglich französische Bezeichnung ''théodicée'' (später deutsch „Theodizee“) geht auf den deutschen Philosophen und frühen [https://de.wikipedia.org/wiki/Vordenker_der_Aufkl%C3%A4rung Vordenker der Aufklärung] [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Wilhelm_Leibniz Gottfried Wilhelm Leibniz] zurück.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee#cite_note-2 [2]]</sup></p><p>Der Hinweis auf das Leid als religiöse oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Religionskritik religionskritische] Frage ist bereits in Kulturen der Antike, z. B. im alten China, in Indien, Iran, Sumer, Babylonien und Ägypten zu finden. [https://de.wikipedia.org/wiki/Skeptizismus Skeptische] Philosophen der griechischen Antike argumentierten, dass der [https://de.wikipedia.org/wiki/Demiurg Demiurg] (göttlicher Schöpfer) – wenn er existiere – in der Tat Übel verhindern müsse, und führten teils weitere Argumente zugunsten eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Agnostizismus Agnostizismus] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Atheismus Atheismus] an.</p><p>Besonders ausgeprägt ist das Theodizeeproblem im [https://de.wikipedia.org/wiki/Monotheismus Monotheismus]. Nach moderner [https://de.wikipedia.org/wiki/Theologie Theologie] behandelt schon die Geschichte von [https://de.wikipedia.org/wiki/Ijob Hiob] aus dem jüdischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Tanach Tanach] (christliches [https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Testament Altes Testament]) die Frage, wie es sein könne, dass ein allmächtiger Gott dulde, dass guten Menschen Böses widerfahre.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee#cite_note-3 [3]]</sup></p><p>Die klassische Frage der christlichen Theologie nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtfertigung_(Theologie) Rechtfertigung] [https://de.wikipedia.org/wiki/Gott_im_Christentum Gottes] stellte sich für viele religiöse abendländische Menschen in besonderer Weise nach den Schrecken des [https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust Holocaust] (vgl. auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust-Theologie Theologie nach Auschwitz]).</p> | ||
Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 05:31 Uhr
theo-dizee agr.-deu. „Rechtfertigung Gottes“
Theodizee [] (französisch théodicée, griechisch θεοδικία theodikía von altgriechisch θεός theós ‚Gott‘ und δίκη díkē ‚Gerechtigkeit‘) heißt „Gerechtigkeit Gottes“ oder „Rechtfertigung Gottes“. Gemeint sind verschiedene Versuche einer Antwort auf die Frage, wie das Leiden in der Welt mit der Annahme zu vereinbaren sei, dass ein (zumeist christlich-monotheistisch aufgefasster) Gott sowohl allmächtig, allwissend als auch gut sei.[1] Konkret geht es um die Frage, wie ein Gott oder Christus wissentlich das Leiden unter der Voraussetzung zulassen kann, dass er doch die Omnipotenz („Allmacht“) und den Willen („Güte“) besitze, das Leiden zu verhindern. Die ursprünglich französische Bezeichnung théodicée (später deutsch „Theodizee“) geht auf den deutschen Philosophen und frühen Vordenker der Aufklärung Gottfried Wilhelm Leibniz zurück.[2]
Der Hinweis auf das Leid als religiöse oder religionskritische Frage ist bereits in Kulturen der Antike, z. B. im alten China, in Indien, Iran, Sumer, Babylonien und Ägypten zu finden. Skeptische Philosophen der griechischen Antike argumentierten, dass der Demiurg (göttlicher Schöpfer) – wenn er existiere – in der Tat Übel verhindern müsse, und führten teils weitere Argumente zugunsten eines Agnostizismus oder Atheismus an.
Besonders ausgeprägt ist das Theodizeeproblem im Monotheismus. Nach moderner Theologie behandelt schon die Geschichte von Hiob aus dem jüdischen Tanach (christliches Altes Testament) die Frage, wie es sein könne, dass ein allmächtiger Gott dulde, dass guten Menschen Böses widerfahre.[3]
Die klassische Frage der christlichen Theologie nach der Rechtfertigung Gottes stellte sich für viele religiöse abendländische Menschen in besonderer Weise nach den Schrecken des Holocaust (vgl. auch Theologie nach Auschwitz).