„Faktitiv“ – Versionsunterschied
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'''Faktitiv(um)''' <abbr>n.</abbr> ‘Bewirkungs-, Veranlassungsverb’ (19. Jh.).<p>Als '''Faktitiv[um]''' wird in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft Sprachwissenschaft] – in Deutschland etwa seit Beginn des 19. Jahrhunderts<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Faktitiv?wprov=srpw1_1#cite_note-1 [1]]</sup> – ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Verb Verb] oder (in der von [https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_J._Fillmore Charles J. Fillmore] begründeten [https://de.wikipedia.org/wiki/Kasusgrammatik Kasusgrammatik]) ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefenkasus Tiefenkasus] des Bewirkens bezeichnet.</p><p>Das ''faktitive Verb'' unterscheidet sich in einigen Definitionen vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausativ kausativen Verb] dadurch, dass es die unmittelbare Herbeiführung eines im [https://de.wikipedia.org/wiki/Wortstamm Verbstamm] bezeichneten Zustands ausdrückt (z. B. „schwärzen“), während das kausative Verb ganz allgemein ein Veranlassen desselben Zustandes bedeutet; die Faktitiva sind dann eine Unterklasse der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausativ Kausativa] (siehe dort für nähere Angaben zur Bildung im Deutschen).</p><p>In Charles Fillmores Kasusgrammatik wird die Bezeichnung ''Faktitiv'' benutzt, um die [https://de.wikipedia.org/wiki/Semantische_Rolle semantische Rolle] von Objekten zu bezeichnen, die durch ein Ereignis erzeugt werden (auch: ''effizierte Objekte''), z. B. „das Gedicht“ in dem Satz „Ich schrieb ein Gedicht“.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Faktitiv?wprov=srpw1_1#cite_note-2 [2]]</sup></p>Die Bezeichnung ist zu unterscheiden vom Begriff [https://de.wikipedia.org/wiki/Faktives_Verb faktiv], zu dem kein inhaltlicher Zusammenhang besteht. | '''Faktitiv(um)''' <abbr>n.</abbr> ‘Bewirkungs-, Veranlassungsverb’ (19. Jh.).<p>Als '''Faktitiv[um]''' wird in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft Sprachwissenschaft] – in Deutschland etwa seit Beginn des 19. Jahrhunderts<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Faktitiv?wprov=srpw1_1#cite_note-1 [1]]</sup> – ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Verb Verb] oder (in der von [https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_J._Fillmore Charles J. Fillmore] begründeten [https://de.wikipedia.org/wiki/Kasusgrammatik Kasusgrammatik]) ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefenkasus Tiefenkasus] des Bewirkens bezeichnet.</p><p>Das ''faktitive Verb'' unterscheidet sich in einigen Definitionen vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausativ kausativen Verb] dadurch, dass es die unmittelbare Herbeiführung eines im [https://de.wikipedia.org/wiki/Wortstamm Verbstamm] bezeichneten Zustands ausdrückt (z. B. „schwärzen“), während das kausative Verb ganz allgemein ein Veranlassen desselben Zustandes bedeutet; die Faktitiva sind dann eine Unterklasse der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausativ Kausativa] (siehe dort für nähere Angaben zur Bildung im Deutschen).</p><p>In Charles Fillmores Kasusgrammatik wird die Bezeichnung ''Faktitiv'' benutzt, um die [https://de.wikipedia.org/wiki/Semantische_Rolle semantische Rolle] von Objekten zu bezeichnen, die durch ein Ereignis erzeugt werden (auch: ''effizierte Objekte''), z. B. „das Gedicht“ in dem Satz „Ich schrieb ein Gedicht“.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Faktitiv?wprov=srpw1_1#cite_note-2 [2]]</sup></p>Die Bezeichnung ist zu unterscheiden vom Begriff [https://de.wikipedia.org/wiki/Faktives_Verb faktiv], zu dem kein inhaltlicher Zusammenhang besteht. | ||
Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 07:44 Uhr
faktitiv lat.-deu. "Fertigend, Machend" eigtl. Faktivum 'Fertigender'
Faktitiv(um) n. ‘Bewirkungs-, Veranlassungsverb’ (19. Jh.).
Als Faktitiv[um] wird in der Sprachwissenschaft – in Deutschland etwa seit Beginn des 19. Jahrhunderts[1] – ein Verb oder (in der von Charles J. Fillmore begründeten Kasusgrammatik) ein Tiefenkasus des Bewirkens bezeichnet.
Das faktitive Verb unterscheidet sich in einigen Definitionen vom kausativen Verb dadurch, dass es die unmittelbare Herbeiführung eines im Verbstamm bezeichneten Zustands ausdrückt (z. B. „schwärzen“), während das kausative Verb ganz allgemein ein Veranlassen desselben Zustandes bedeutet; die Faktitiva sind dann eine Unterklasse der Kausativa (siehe dort für nähere Angaben zur Bildung im Deutschen).
In Charles Fillmores Kasusgrammatik wird die Bezeichnung Faktitiv benutzt, um die semantische Rolle von Objekten zu bezeichnen, die durch ein Ereignis erzeugt werden (auch: effizierte Objekte), z. B. „das Gedicht“ in dem Satz „Ich schrieb ein Gedicht“.[2]
Die Bezeichnung ist zu unterscheiden vom Begriff faktiv, zu dem kein inhaltlicher Zusammenhang besteht.
Siehe Auch
Einzelnachweise
- Karl Ferdinand Becker: Organism der Sprache. 2., neubearbeitete Auflage, Frankfurt am Main 1841.
- Charles Fillmore: Some Problems for Case Grammar. In: R.J. O’Brien (ed.): Papers from the 22nd Annual Round Table. Linguistics: Developments of the Sixties — Viewpoints for the Seventies. (= Monograph Series on Languages and Linguistics, 24). Georgetown University Press, Washington D.C. 1971, S. 35–56. — Zu „Faktitiv“ siehe S. 42.