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Hokuspokus

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Hokus + Pokus m. Formel bei Zauberkunststücken, auch ‘Taschenspielerei, Zauberkunststück, Blendwerk, Unfug, Faxen’.

In England begegnet hocas pocas (1624), hokos pokos (1625) als Bezeichnung für einen ‘Taschenspieler’, dann Hocuspocus (1632) als Zauberformel und als Eigenname im Titel Hocus Pocus junior, The Anatomic of Legerdemain (1634) eines Buches, das ins Nl. (ebenfalls 1634) und ins Dt. Hocus Pocus junior oder Taschenspielkunst (1667) übersetzt wird. Im Dt. sind belegt Machiavellischer Hocus Pocus oder statistisches Taschen-, Gauckel- und Narren-Spiel (Titel, erschienen ohne Ort und Jahr, vielleicht schon 1575?), danach Ox box (1628), Ocos Bocos (1640), Hogges und Pogges (1654) für den Spruch der Taschenspieler, auch für ‘Zauberei’, Ocus Bocus (1650) als Pseudonym eines Verlegers leichtfertiger Geschichten.

Herkunft des Ausdrucks ist ungeklärt. Vielleicht beruht er auf einer Zersprechung der Meßformel lat. hoc est (enim) corpus (meum) oder auf einer 1563 bezeugten, von fahrenden Schülern erfundenen (oder ebenfalls aus der Meßformel verballhornten) pseudolat. Zauberformel hax, pax, max, deus adimax.

Hokuspokus  in Gothe Faust stehend für Hoc est (enim) corpus meum

Eine weit verbreitete – und auch in etymologischen Lexika zu findende – Theorie sieht einen Zusammenhang mit der heiligen Messe in der katholischen Kirche. Der Priester spricht dabei während der Wandlung im Rahmen des Einsetzungsberichtes die Worte: Hoc est enim corpus meum, „Das ist mein Leib“. Gemeint ist der Leib Christi. Menschen, die kein Latein verstanden, hörten unter Umständen nur so etwas wie Hokuspokus.[1]

Andere vermuten in diesem Zusammenhang eine Verballhornung der Liturgie durch Teile der reformatorischen Kirchen, die bestrebt waren, das Latein in den Gottesdiensten durch die jeweilige Landessprache zu ersetzen. In einer Parodie John Tillotsons, des Erzbischofs von Canterbury, aus dem Jahr 1694 heißt es: „Aller Wahrscheinlichkeit nach sind diese üblichen jonglierenden Worte des Hokuspokus nichts anderes als eine Verfälschung des hoc est corpus, durch lächerliche Nachahmung der Priester der Kirche von Rom in ihrem Transsubstantiationstrick.“