Bach
Bach m. ‘kleiner Wasserlauf’, ahd. bah m. (9. Jh.), mhd. bach m. f., asächs. beki m., mnd. bēke m. f., mnl. bēke f., aengl. bece m. lassen sich entgegen der bisherigen Meinung auf germ. *bakjaz zurückführen, wenn man voraussetzt, daß lautgerecht entwickeltes westgerm. *baki in die Flexion der i-Stämme übergewechselt, während anord. bekkr regulär aus dem mask. ja-Stamm germ. *bakjaz entstanden ist; vgl. in: IF 77 (1972) 212 ff. Außergerm. Verwandtschaft besteht nur zu mir. búal f. (aus *bhoglā) ‘fließendes Wasser’, búar (aus *bhogro-) ‘Durchfall’; weitere Anknüpfungen ( 1, 161) sind unsicher.
Bach, der[1]
Anm. 1.
Dieser Ausdruck ist ein allgemeiner Nahme eines jeden fließenden Wassers von geringerer Größe, es mag nun aus seiner eigenen Quelle beständig fließen, oder nur von dem Regen- oder Schneewasser zu gewissen Zeiten entstehen. Die letztern pflegt man auch Gießbäche, Feldbäche und Regenbäche zu nennen. Die meisten Bäche im gelobten Lande waren von dieser Art, daher das Wort Bach in Luthers Bibel oft auch das Bett eines solchen Regenbaches bedeutet, welches nur zu gewissen Zeiten mit Wasser angefüllet war. Dagegen Wasserbach Ps. 1. einen Bach bezeichnet, welcher beständig mit Wasser angefüllet ist. In Niedersachsen unterscheidet man auch die Bäche nach Maßgebung ihrer Größe durch besondere Nahmen. Ein kleiner Bach heißt daselbst Rihe, welches mit dem Gothischen Richa, dem Angelsächsischen Riw, und dem Lateinischen Rivus überein kommt; ein größerer Bach, wird Beke (Bäke) ein Fluß aber Fleet genannt.
Anm. 2.
In Oberdeutschland ist dieses Wort weiblichen Geschlechtes, und wird daselbst die Bach, oder die Bache gesprochen, welcher Mundart nicht nur die Schlesier, sondern auch viele Obersachsen und die Einwohner des Saalkreises folgen. Opitz gebraucht Bach Ein Mahl für Wasser, welche sonst ungewöhnliche Figur wohl nur eine poetische Freyheit ist:
– Man soll, daß uns der WeinNicht Schaden bringen mag, ihm selber schädlich seyn,
Und Bach darunter thun.
Anm. 3.
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 678-679. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000047937; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 678 | 679; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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