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oder

aus AufEinWort, der freien Forschung
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od + -er | Bdw. od– + –der; Wrtdtng: "ob doch(?)"

oder Konj. zur Verknüpfung einander ausschließender (nachdrücklich entweder … oder) bzw. zur Wahl stehender Alternativen; weist ferner auf eine mögliche Konsequenz hin (‘sonst, andernfalls’) und leitet Fragesätze ein, die einen zu erwartenden Einwand vorwegnehmen (umgangssprachlich oft verkürzt, z. B. Er kommt doch. Oder (meinst du nicht)?).

  • ahd. oder (10. Jh.), odar (11. Jh.),
  • mhd. oder
    • ist (wohl in Analogie zu den Formen von aber, weder, s. d.) umgebildet aus
      • ahd. odo (8. Jh.), oda (9. Jh.) ‘oder, und’,
      • mhd. od(e) ‘oder, oder sonst, es sei denn’,
      • das seinerseits wohl (mit einem auf überwiegend unbetonter Verwendung des Wortes im Satz beruhenden Lautwandel) aus
        • ahd. edo, eddo (8. Jh.) hervorgeht
          • (falls nicht bereits eine andere Grundform vorauszusetzen ist,
          • vgl. Lühr in: Münchener Studien z. Sprachwiss. 34 (1976) 83 ff.).
        • Dem ahd. ed(d)o entsprechen
          • anord. eða ‘oder, aber, sonst’,
          • mit Doppelkonsonanz
            • asächs. ettha, ettho,
            • aengl. oþþe, eþþa,
            • got. aíþþau,
          • deren erster Bestandteil selbständig in
            • got. iþ ‘aber, wenn’ erhalten und mit
            • lat. et ‘und’,
            • griech. éti (ἔτι) ‘überdies, ferner, noch’
            • auf ie. *eti ‘darüber hinaus, ferner, und, auch’ zurückzuführen ist; zum zweiten Teil s. doch.
      • Auf eine parallele Bildung, wahrscheinlich mit dem unter ob2 Konj. behandelten Wort als erstem Bestandteil, deuten
        • asächs. eftha, eftho, ofthe,
        • mnl. of(te), jof,
        • nl. of,
        • afries. jeftha, jef(t), (j)oftha, of(t) ‘oder’;
      • weniger einleuchtend ist es,
        • diese Formen mit den oben angegebenen unmittelbar zu verbinden
        • und eine Assimilation von fþ zu þþ anzunehmen
          • (vgl. dazu de Vries Nl. 479).

Werk: [[:{{{Werk}}}|{{{Werk}}}]]