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Ast

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as-t ahd.-deu. m. der am Stamm sitzende Wuchs; (…)

  • Ast m. ‘stärkerer Zweig eines Baumes, Strauches’,
    • ahd. ast ‘Ast, Zweig’ (8. Jh.),
    • mhd. asächs. mnd. mnl. ast,
    • got. asts
  • und die dehnstufigen Formen
    • mnd. aengl. ōst,
    • nl. oest ‘Knorren, Baumstumpf’
  • sind (wie ähnlich gebildetes Nest, s. d.) ihrem Ursprung nach Komposita.
  • Sie führen mit
    • griech. ózos (ὄζος),
    • armen. ost ‘Ast, Zweig’
  • auf eine Form uig. *ō̌zdos (z = stimmhaftes s),
    • die das Präfix ō̌- ‘nahe an’ und die Schwundstufe der Wurzel *sed- (s. sitzen) enthält,
      • also wörtlich ‘was (am Stamm) ansitzt’ bedeutet.
  • An die Vorstellung des aus dem Stamm herauswachsenden Astes oder an die spezielle Bedeutung ‘Knorren, Auswuchs im Holz’ anknüpfend,
    • findet sich Ast seit etwa 1800 auch in der Bedeutung ‘Buckel’,
    • daher die Wendung sich einen Ast lachen ‘sich vor Lachen krümmen’ (Mitte 19. Jh.), vgl. sich bucklig lachen.

Aste,Äste,Ästen

Ast, der[1]

Der Ast, des -es, plur. die Äste, Diminutivum das Ästchen, in Oberdeutschland Ästlein, der Zweig eines Baumes, und dessen Spur im Holze. Und zwar,

1. Derjenige Zweig eines Baumes, welcher an der Seite des Stammes heraus wächset, im Gegensatze der Zweige, in engerer Bedeutung, welche sich von den Ästen absondern, und in weiterer Bedeutung auch wohl ein jeder Zweig. 1) Eigentlich. Ein starker, schwacher Ast. Holzäste, oder Hauptäste, die größten und stärksten Äste eines Baumes, aus welchen die Fruchtäste entspringen, welche eigentlich die Blätter und Früchte tragen. Falsche Äste, Wasseräste, oder Wasserschosse, unfruchtbare Auswüchse, welche von einem Überflusse an Safte herrühren. Ast hat in dieser Bedeutung immer den Begriff einer mehrern Größe und Stärke als Zweig, daher es auch von kleinen Gewächsen nicht gebraucht wird. In dem Forstwesen werden die Äste und Zweige collective das Obergehölz, der Asterschlag, der Abraum genannt. 2) Figürlich, auch andere Theile, welche sich als Zweige von einem Körper absondern. So nennen die Zergliederer diejenigen Adern, welche aus einer größern, und besonders aus der Hohlader entspringen, Äste. Auch in den Geschlechtsregistern heißen die Seitenlinien von einem gemeinschaftlichen Stammvater, Äste.

2. Die Wurzel oder der Überrest eines Astes in dem Holze. Ein harter Ast. Ein Bret das voller Äste ist. Sprichw. Auf einen harten Ast gehört ein harter Keil, d.i. harte, widerspänstige Gemüther müssen mit gewaltsamen Mitteln gezwungen werden.

Anm. Ast, Goth. Asts, bey dem Ottfried Ast, Nieders. Ast, Oost, Öst und Nast, ist ein altes Wort, welches mit dem Griech. οζος wohl eine mehr als zufällige Ähnlichkeit hat. So fern dieses Wort die Wurzel eines Astes in dem Holze andeutet, heißt es im Niedersächsischen auch Knast, und im Holländ. Knuyst.

Ast

Ein Ast ist die krautige oder holzige Achse eines Seitensprosses der Pflanzen mit Kormus (veraltet: Kormophyten). Ein Ast kann der Achse des Grundtriebs (Stängel bzw. Stamm) oder wiederum anderen Ästen seitlich entspringen. Ein Zweig ist ein Ast samt Blättern.[1]Umgangssprachlich wird der Begriff oft auf die holzigen Äste von Bäumen reduziert. In der Holznutzung ist die Unterscheidung von Ast und Zweigwerk üblich – beziehungsweise nennt man den Zweig, wie auch die Spuren, die das Zweigwerk im Holz hinterlässt, Astholz oder „Ast“.

Biologische Grundlagen

Die Entstehung von Ästen

Ein Ast entwickelt sich normalerweise aus einer Achselknospe entweder von der Sprossachse, d. h. dem Haupttrieb, oder aber von einem bereits bestehenden Ast aus. Eine solche Achselknospe bildet sich am Ansatzpunkt eines Blatts am jeweiligen Ast bzw. der Sprossachse. In ihr sind die Anlagen des neuen Astes in Form von sogenannten Meristemen enthalten, also Bereichen dicht gepackter, undifferenzierter Zellen, welche bei Ausdifferenzierung die verschiedenen Gewebe des Holzes und der anliegenden Blätter bilden. Eine Knospe muss nicht zwangsläufig austreiben; manche Knospen werden niemals aktiviert.[2] Eine Sonderform sind Meristeme, welche für „Notfallzwecke“ in den Stamm eines Baumes eingelagert werden und zum Beispiel im Falle des Fällens für ein neues Austreiben völlig ohne erkennbaren Knospen sorgen können. Diese Triebe werden Wasserreisern oder Klebäste genannt.

Die Ansatzstelle des Astes am Stamm ist besonderen Hebelkräften ausgesetzt und wird deshalb durch eine besondere Verdickung, den Astring stabilisiert. Dieser entsteht, indem der aus Gewebe des Astes bestehende Astkragen von Gewebe des Stammes umgeben wird, welches den sogenannten Stammkragen bildet.

Bereiche, in denen sich Äste entwickeln

An einem Baum befinden sich lebende Äste im Normalfall am oberen Baumabschluss, der Krone. Darunter befindet sich der Stamm mit seiner Totastzone und den Aststümpfen – alten, abgestorbenen Ästen, die durch höherliegende Äste überschattet und deshalb abgeworfen wurden. Ausnahme hiervon ist neben den bereits erwähnten Wasserreisern die Krankheit Zopftrocknis, bei der auch Äste im oberen Kronenbereich absterben.

  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 454. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000003178X; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 454