schlecht
Erscheinungsbild
schlech + -t | eigentlich ‘geglättet, eben’ ; ‘von minderwertiger Qualität, ungenügend, nicht gut’,
- ahd. sleht (8. Jh.),
- mhd. sleht ‘in gerader Fläche oder Linie, eben, glatt, leer, einfältig, gut, schlicht, einfach’,
Seit dem 15. Jh. gerät schlecht ‘einfach’ in Gegensatz zu ‘kostbar, wertvoll, ausgezeichnet’ und entwickelt die Bedeutung ‘geringwertig, nicht gut’, während die alte Verwendungsweise auf schlicht übergeht.
Reste ursprünglicher Bedeutung haben sich erhalten in der Formel schlecht und recht ‘einfach und richtig’ und in den Komposita schlechthin.
- uig. *sleyg-, *sleyǵ- "geglättet, gleiten, eben, ebnen",
- uger. *slīkaną.
- uger. *slihtaz.
- ahd. sleht (8. Jh.),
- mhd. sleht ‘in gerader Fläche oder Linie, eben, glatt, leer, einfältig, gut, schlicht, einfach’,asächs. sliht ‘geschmückt’,
- mnd. slecht, slicht, mnl. sleht ‘eben, flach, gerade, richtig, einfältig, arglos’,
- nl. slecht,
- afries. sliucht,
- mengl. engl. (aus dem Anord.) slight ‘schmächtig, schwach, leicht, gering’,
- anord. slēttr ‘eben, glatt, sanft’,
- schwed. slät,
- got. slaíhts ‘schlicht’ (ger. *slihta-),
- nach Art der Mittelwort, Vergangenheitsworte mit dem Nachsilbe uig. -to- gebildet zu der unter schleichen angegebenen Wurzelerweiterung
- so daß eine Ausgangsbedeutung ‘geglättet, eben’ angesetzt werden kann.