Zum Inhalt springen

Alraune

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. Oktober 2023 um 13:44 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Klaus verschob die Seite Alraun nach Alraune, ohne dabei eine Weiterleitung anzulegen). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.

alb + raunen | al + raune | f.  m.

Wurzel der Alraunepflanze (Mandragora); sie hat menschenähnliches Aussehen und gilt seit dem Altertum als Zaubermittel für Reichtum und Glück.

Mandragora kommt nur im Mittelmeergebiet vor, der Zauberglaube ist offensichtlich orientalischen Ursprungs.

In Deutschland wurde die Wurzel gehandelt bzw. durch menschenähnliche Wurzeln einheimischer Pflanzen (besonders der Zaunrübe) ersetzt.

Der Volksglaube unterscheidet männliche und weibliche Wurzelgestalten und bildet danach grammatisch maskuline und feminine Formen.

Ahd. alrūn m., alrūna f. (Hs. 12. Jh.), mhd. alrūn m., alrūne f., mnd. alrūne, mnl. alrune, nl. alruin machen ein ältere s*albrūn- wahrscheinlich, das dem Namen einer bei Tacitus genannten germanischen Seherin Albrūna entspräche, zusammengesetzt aus dem unter Alb ‘Kobold, Mahr’ (s. d.) behandelten Substantiv und dem in ahd. rūnēn ‘heimlich und leise reden, Zauberworte sprechen’ (s. raunen) belegten Tätigkeitswort. Oder man deutet ahd. alrūna, alrūn als ‘besonders zauberkräftiges Wesen’ (s. all und Rune).