Reife
Reif2 | Reif | ml. kristalline Eisablagerung in Bodennähe (am Boden, an Zweigen, an Gegenständen), ‘gefrorener Tau’.
Die Herkunft des nur im Dt.und Nl. begegnenden Hptw. ahd. hrīfo, rīfo (8. Jh.), hrīf, rif (Hs. 12. Jh.), mhd. rīfe, rif, asächs. hrīpo, mnd. rīpe, mnl. rīpe, rijp, nl. rijp (ger.*hreipan-) ist ungewiß.
Zieht man mnd. rīm ‘Reif’, mnl. nl. rijm, aengl. hrīm ‘Frost’, engl. rime, anord. hrīm, hrīmi, schwed. rimfrost ‘Rauhreif, Reif’ (ger. *hreima-)
sowie mhd. rīmeln, berīmeln, nhd. (bair. öst.) reimen, reimeln ‘mit Reif überzogen werden’
und das starke Tw. ahd. hrīnan, rīnan ‘berühren, treffen’ (8. Jh.), asächs. hrīnan ‘berühren’, mnl. gerīnen, aengl. hrīnan, anord. hrīna ‘berühren, treffen, in Erfüllung gehen’, ager. lit. krėnà ‘Haut auf gekochten Speisen, besonders auf gekochter Milch’ (eigentlich ‘was man abstreift, abrahmt’) heran,
so können die genannten Wortformen im Sinne von ‘was durch Berührung abgestreift werden kann’ teils zu einer Labialerweiterung, teils zu einer Nasalerweiterung der Ww. uig. *krei- ‘über etw. hinstreifen, berühren’ gestellt werden. reifen1 Tw. unpersönlich ‘Reif fällt, bildet sich’ (15. Jh.), nd. rīpen, nl. rijpen; daneben mhd. rīmeln.