Kristall
Kristall | m. ‘Bergkristall’, von gleichmäßig angeordneten ebenen Flächen begrenzter fester Körper, ahd. kristallo m. ‘Bergkristall’ (11. Jh.), mhd. kristalle, kristal m. f., entlehnt aus lat. crystallus f. (selten m.), griech. krýstallos ‘Eis, Bergkristall’, einer Ableitung von griech. krýos ‘Eiskälte, Frost’. Herkunft unklar; verwandt mit ahd. hrosa, aengl. hrūse "Oberfläche, Eis, Kruste", lat. crusta “Kruste, Rinde, Schorf”, Kruste
Für das Mhd. ist freilich auch eine Neuentlehnung von afrz. cristal zu erwägen. Neben dem mänl. (im Mhd. und Frühnhd. auch weibl.) tritt im 17. Jh. neutrales Wortgeschlecht, das für die seit dem 15. Jh. bestehende Verwendung im Sinne von ‘(Gefäße aus) Kristallglas’ bestimmend wird (unter dem Einfluß von Glas?).
Der Begriff Kristall stammt von dem griechischen Wort κρύσταλλος krýstallos (zu κρύοςkrýos „Eiseskälte, Frost, Eis“). Es bedeutet zunächst, bei Homer, „Eis“ – später dann auch alles dem Eis Ähnliche, Helle und Durchsichtige. Insbesondere der Bergkristall (Quarz), aber auch farbige Edelsteine und Glas werden so genannt (z. B. bei Strabon und Claudius Aelianus). Bei dem bereits im antiken Griechenland betriebenen Bergbau wurden wahrscheinlich Quarz-Kristalle entdeckt. Sie wurden für Eis gehalten, das bei so tiefen Temperaturen entstanden sein müsse, dass es nicht mehr schmelzen könne. Diese Ansicht war bis ins frühe Mittelalter verbreitet.