Lust
lust | lüst- | ursprünglich wohl aufgrund von lösen, "gelöst sein", daher frei, ungehemmt zu etwas neigen, "Neigung"; ‘Verlangen, Wohlgefallen, Freude, Genuß, sinnliche Begierde’; von etwas mental, geistig, seelisch befreit, gereinigt undoder dies erwirken zu wollen, (21 Jh. ndt.)
Freudiges Begehren etwas zu tun, da man frei ist, seinen freien Willen ausüben kann; keine Lust = nicht frei von etwas zu sein oder nicht frei etwas zu tun und daher keine Freude; auch verwandt mit lassen, lösen und daher Lust, wenn man los ist, gelassen wird, etwas loslassen konnte, wie eine Sorge oder Last, (21 Jh. ndt.)
‘Verlangen, Wohlgefallen, Freude, Genuß, sinnliche Begierde’, ahd. lust (9. Jh.;
Daneben firinlust ‘Begierde, Wollust’, unlust, urlust ‘Ausschweifung’, 8. Jh.), mhd. lust, asächs. mnd. aengl. engl. nl. lust, mnl. lust, lost, luste, anord. (aus dem Mnd.) lyst ‘Lust, Begierde, Freude’, got. lustus führen auf ger. *lustu- bzw. *lusti-, schwundstufige Abstraktbildungen mit der Wortendung uig. -tu-, -ti-, dazu als n-Stamm anord. losti. Herkunft ungewiß.
Wortbedeutung Zusammenhang mit aind. láṣati ‘begehrt, hat Verlangen nach’, grie. lilá͞iesthai ‘heftig begehren, sich sehnen, verlangen’, lat. lascīvus (Weiterbildung zu einem Egsw. *laskos) ‘mutwillig, ausgelassen, zügellos, üppig, geil’, air. lainn (aus *lasnis) ‘gierig’, lit. lokšnùs ‘empfänglich, empfindsam, gefühlvoll, zärtlich’, aslaw. laskati ‘durch List überrumpeln’, laskanịje ‘Schmeichelei, List’, russ. láska ‘Liebkosung, Wohlwollen’ unter Ansatz einer Wortwurzel uig. *las- (schwundstufig *ḷs-) ‘gierig, lasziv, mutwillig, ausgelassen sein’ ist umstritten.
lustbar, Lustbarkeit, lustig, belustigen, belustigt, Lustseuche, Lustwandel, lustwandeln, lustwandelte, lustwandelten, Wollust, Wollüste,