Realien
Erscheinungsbild
Realien (von lateinisch realis ‚sachlich‘, ausschließlich in der Pluralform) steht:
- in den Geisteswissenschaften für wirkliche Dinge und Tatsachen, siehe Realität, Theologische Realenzyklopädie
- in der Literaturwissenschaft für die Primärliteratur
- in den historischen Wissenschaften für Gegenstände als Quellen, siehe Realienkunde
- in der Kultur- und Kunstgeschichte für Artefakte oder Gegenstände im Gegensatz zu Kopien oder Nachbildungen, siehe Nachbildung
- im veralteten pädagogischen Sprachgebrauch die naturwissenschaftlichen Sachfächer, siehe Realschule #Geschichte der realen Bildung
- in der Translationswissenschaft kulturspezifische Termini, siehe Realia
Realien (Deutsch)
Substantiv, n
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | —
|
die Realien |
| Genitiv | —
|
der Realien |
| Dativ | —
|
den Realien |
| Akkusativ | —
|
die Realien |
Worttrennung:
- kein Singular, Plural: Re·a·li·en
Aussprache:
Bedeutungen:
- [1] veraltend: Naturwissenschaften, naturwissenschaftliche Fächer
- [2] veraltend: wirkliche Dinge, Tatsachen
- [3] veraltend: Sachwissen (im Gegensatz zu Verbalien)
Herkunft:
- von mittellateinisch realia → la entlehnt, eine Substantivierung des Adjektivs realis → la „sachlich, wesentlich; tatsächlich (vorhanden)“[1]
Beispiele:
- [1] In den Realien tat er sich besonders hervor und bracht fast nur Einser mit nach Hause.
- [2] So musste er sich dann schließlich den Realien des Lebens beugen.
- [3] Das sind Realien meine Herren! Kein dummes Geschwätz über Hirngespinste!
Wortbildungen: