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Wortstamm

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Wort–Stamm Vorlage:dt., oder kurz 'Stamm';

  • die Grundform eines Wort; Wortbestandteil, daß als Grundlage für weitere Wortbildungen dient, meist auch gebeugt werden kann;
  • Ein Wortstamm kann selbst zusammengesetzt sein, also bereits Ergebniß einer Wortbildung sein,
  • Im Unterschied zur Wortwurzel kann ein Wortstamm immer einer bestimmten Wortart zugeordnet werden.
  • Sprachwissenschaft zentraler Teil eines Wort, dem andere Bestandteile (wie Vorsilben, Nachsilben, Flexionsendungen) zugesetzt, angehängt werden z. B. leb-en, ge-leb-t, leb-endig[1]
  • Wortstamm bezeichnet in der Sprachlehre (und zwar der Wortformlehre) den Wortbestandteil für weitere Wortbildung;
  • Wortstamm ist zentraler Teil eines Wortes, dem andere Bestandteile (wie Vorsilben, Nachsilben, Flexionsendungen) zugesetzt, angehängt werden z. B. leb-en, ge-leb-t, leb-endig
    • beispielsweise ist „Teil“ ein Wortstamm, der mit "-chen" die Wortbildung zu „Teilchen“ ermöglicht. Der Wortstamm kann meist auch gebeugt werden (Mehrzahl „Teil-e“); dies ist für die Wortbestimmung aber weniger entscheidend. Wortstämme können bei einer Wortbildung auch verändert werden bzw. es kann Auswahl zwischen Wortabwandlungen des Stammwort (sprwsl. "Stammvarianten") für bestimmte Zwecke geben, etwa "Hund" zu "Hünd-" ind Hündchen.

Daß Stammwort eines Wortstamm ist bedingt derjenige Wortbestandteil oder das ganze Wort, dessen Wortlaut in anderen Worten am meisten im Wortlaut gleich verbleibt, auch Erläuterungen des Wortstamm als „der Teil eines Wortes, der sich nicht verändert“ ist insofern richtig, als daß sich im Deutsch nur eine Wortform des Stammwort gibt und oft fälschlich von Sprachwissenschaftlern angenommen es 3 Wortformen bei Stammwörtern gäbe, wie es bei vielen Wortstämmen scheinbar der Fall sei, wie folgt:

  • lesen – las – gelesen
  • singen – sang – gesungen
  • wollen – wollte – gewollt

"las" ist die gebeugte Wortform zu "les", genauso wie "lies" eine zu "les" ist, meist ist der Wortbestandteil das Stammwort, welches als zweiten Laut ein e hat, vergleichsweise geb und ist bei Tunwörter meist zugleich die oder eine mögliche Befehlsform, je nach Sprachgebrauch.

WORTSTAMM[2], m., in der neueren sprachwissenschaft 'der einem worte oder verwandten wörtern gemeinsam zugrundeliegende wurzelhafte bestandteil': noch weniger können die Volsci hierher gerechnet werden, deren name vielmehr von einem ganz andren wortstamm herzukommen scheint [ W. v. Humboldt] ges. schr. 4, 157 akad.; dasz beide namen, Lasa und Laran, einem und demselben wortstamm angehören [ Ed. Gerhard] akad. abhandl. (1866) 1, 112. —

Wortstamm (Deutsch)


Singular Plural
Nominativ der Wortstamm die Wortstämme
Genitiv des Wortstammes
des Wortstamms
der Wortstämme
Dativ dem Wortstamm
dem Wortstamme
den Wortstämmen
Akkusativ den Wortstamm die Wortstämme

Worttrennung:

Wort·stamm, Plural: Wort·stäm·me

Aussprache:

IPA: [ˈvɔʁtˌʃtam]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Wortstamm (Info)

Bedeutungen:

[1] Linguistik: einfache oder komplexe Grundform der Flexion eines Wortes (Stamm)

Synonyme:

[1] Stamm, Stammmorphem

Oberbegriffe:

[1] thematisch: Grammatik, Sprache, Sprachwissenschaft, Linguistik, Wort

Beispiele:

[1] Der Wortstamm ist die Grundform eines Wortes, die flektiert werden kann.
[1] Oft ist zwischen Wortwurzel und Wortstamm (Stamm) zu unterscheiden: ein Wortstamm kann dadurch entstehen, dass an eine Wurzel zusätzlich ein Stammvokal (Bindevokal) angehängt wird und diese komplexere Form die Grundform für die Flexion und Wortbildung darstellt.
[1] Zum Grimmschen Wörterbuch: „Es umfaßt rund 110000 Wortstämme, was mit den mehr oder weniger gelegentlich vorkommenden Zusammensetzungen über eine halbe Million neuhochdeutscher Wörter ergibt.“[1]
[1] „Vertreter der zweiten Position nehmen ein Wurzellexikon an, in dem einzelne Morpheme, das heißt Wortstämme und Affixe, sowie Wortbildungsregeln gespeichert sind.“[2]
[1] „Ihr »Erikativ«, der Verben auf ihren Wortstamm reduzierte, fand als »Grummel«, »Ächz«, »Würg« und »Bibber« Eingang in die Alltagssprache.“[3]
[1] „Zu allem Überfluss verändert sich der Wortstamm bisweilen gehörig, je nachdem, welche Fallendung angefügt wird, sodass man als Ausländer schon glücklich sein darf, auf offiziellen Dokumenten den eigenen Namen wiederzuerkennen.“[4]

  1. ↑ Duden
  2. ↑ „WORTSTAMM, m.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/23, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=W27359>, abgerufen am 01.02.2024.