Modell
Modell Vorlage:lat.-frz.-dt.
Das Wort Modell entstand im Italien der Renaissance als itali. modello, hervorgegangen aus lat. modulus, einem Maßstab in der Architektur, und wurde bis ins 18. Jahrhundert in der bildenden Kunst als Fachbegriff verwendet.
Um 1800 verdrängte Modell im Deutschen das ältere, direkt vom lat. modulus (Maß(stab)) entlehnte Wort Model (Muster, Form, z. B. Kuchenform), das noch im Verb modeln, ummodeln und einigen Fachsprachen und Dialekten fortlebt.
- Modell n.
- ‘Vorbild, Muster, Entwurf’
- (besonders in der bildenden Kunst, in der Architektur, in der Kleidermode),
- entlehnt (um 1600) aus ital. modello ‘Muster’,
- Das Substantiv tritt zuerst in der Künstlersprache auf (z. B. bei oberdeutschen Goldschmieden, die vielfach nach italienischen Mustern arbeiten).
- Es verdrängt altes Model m. n. ‘Muster, Vorlage, Form’,
- ‘Vorbild, Muster, Entwurf’
Modell
Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit. Das Abbild kann die Form konkreter Gegenstände haben (Modell-Eisenbahn, Computersimulation u. ä.) oder rein abstrakt dargestellt sein (Theorien; Gleichungen). Nach Herbert Stachowiak kennzeichnen ein Modell mindestens drei Merkmale:[1]
1. Abbildung Ein Modell steht immer für etwas anderes – nämlich für ein natürliches oder ein künstliches Original, welches es somit abbildet oder repräsentiert. Von Modellen lassen sich ihrerseits Modelle anfertigen, in denen somit das Original z. B. um noch einen Schritt weiter vereinfacht repräsentiert ist. Beispiel für einen partiellen Komplexizitätszuwachs ist die Ausschnittsvergrößerung einer Technischen Zeichnung.
2. Verkürzung Ein Modell erfasst nicht alle Attribute des Originals, sondern nur diejenigen, die dem Modellschaffer bzw. Modellnutzer relevant erscheinen.
3. Pragmatismus Modelle sind ihren Originalen nicht eindeutig zugeordnet. Sie erfüllen ihre Ersetzungsfunktiona) für bestimmte Subjekte (für wen?)b) innerhalb bestimmter Zeitintervalle (wann?)c) unter Einschränkung auf bestimmte gedankliche oder tatsächliche Operationen (wozu?).
Zudem werden gelegentlich weitere Merkmale diskutiert, wie Extension und Distortion[2] sowie Validität.[3] Der amerikanische Wissenschaftsphilosoph Michael Weisberg unterscheidet auf der obersten Ebene zwischen gegenständlichen (concrete) und mathematischen Modellen und stellt daneben die Computersimulationen (computational models) als eigene Klasse von Modellen auf.[4]