sein
sei,seinen,seinem,seine,seines,seiner,sind
sei + n; das, daß ist; Wesenheit dessen daß da ist; bereits das s in sein ist daß Sein und daß ein in sein bezieht ssch darauf, daß etwas bestimmtes im Dasein als Ganzes und Einheit gemein ist; sei ist vor dem sein;
¦⊕¦ sein ist mit tun, haben und werden eines der drei deutschen Urworte, die sich auf das Dasein beziehen und allumfassend jeweils für sich die ihrer Eigenschaft entsprechend höchste Bedeutung haben; wenn ein Sein ein Sein ist, dann ist es möglich, wirklich, tasächlich und wahr zugleich;
¦√¦ *es-, *h₁es- "sein"; drei unterschiedlichen uig. Wurzeln 1. *es- , schwundstufig *s- ‘sein’ zu "ist"; uig. sin;
¦⊗¦ ‘dasein, existieren’ (vgl. alles, was war, ist und noch sein wird)
uig. *h₁s-ónt-ih₂, von *h₁sónts "sein, wahr", (eine Schuld einbeziehend "wahrhaft schuldig" gegen eine Anschuldigung oder Angriff), from *h₁es- (“sein”);
¦↵¦ from Proto-Germanic *sunjō “wahr, frei, entschuldet” und *sundī, *sundijō “Sünde”, aengl. synn “Sünde”
uger.*wesaną und *beuną"sein, werden, existieren"; ahd. sīn (9. Jh.), , mhd. sein, sīn;
sein1 Vb. begegnet im wesentlichen als Verbum substantivum ‘dasein, existieren’ (vgl. alles, was war, ist und noch sein wird), als Verbindungswort (Kopula) mit einem Prädikativ (er ist ein Mann, ist gesund, ist zu Hause), als Hilfsverb zur Tempusbildung (er ist gegangen).
Seine Formen leiten sich in allen germ. Sprachen von drei unterschiedlichen ie. Wurzeln ab.
- Auf die Wurzel ie. *es-, schwundstufig *s- ‘sein’
- gehen zurück die Präsensformen des Indikativs der 3. Pers. Sing. ahd. mhd. nhd. ist, asächs. is(t), nl. aengl. engl. is, anord. es, got. ist mit aind. ásti, griech. estí (ἐστί), lat. est, lit. ẽst(i), aslaw. jestъ, russ. jest’ (есть);
- die Präsensformen der 3. Pers. Plur. ahd. mhd. sint, nhd. sind, asächs. aengl. got. sind mit aind. sánti, griech. (dor.) entí (ἐντί), umbr. sent, lat. sunt;
- außerdem die 1. Pers. Sing. aengl. ēom, engl. am, anord. em, got. im mit aind. ásmi, griech. eimí (εἰμί), alit. esmì, aslaw. aruss. jesmь, die weiteren Präsensformen des Aengl., Anord. und Got., die Formen des Optativs (bzw. Konjunktivs) der germ. Sprachen sowie als Neubildungen der Infinitiv ahd. sīn (9. Jh.), mhd. sīn, nhd. sein, das Part. Präs. mhd. sīnde, nhd. seiend und der Imperativ Plur. mhd. sīt, nhd. seid.
- Auf eine Wurzel ie. *bheu-, *bheu̯ə-, *bhū- ‘wachsen, gedeihen’, dann ‘entstehen, werden, sein’, schließlich ‘gewohnheitsmäßig an einem Ort sein, wohnen’ (s. ↗bauen)
- gehen zurück die westgerm. mit b- anlautenden Präsensformen,
- am deutlichsten die 1. Pers. Sing. Präs. aengl. bēo ‘ich bin’
- und die 1. 2. 3. Pers. Plur. aengl. bēoþ ‘wir, sie sind, ihr seid’
- sowie der Infinitiv aengl. bīon, bēon, engl. to be ‘sein’,
- während
- die 1. Pers. Sing. ahd. bim, mhd. nhd. bin, asächs. bium, aengl. bēom,
- die 2. Pers. Sing. ahd. mhd. nhd. asächs. aengl. bist,
- die 1. Pers. Plur. ahd. birum, mhd. birn,
- die 2. Pers. Plur. ahd. birut, mhd. birt
- Mischformen darstellen, die beide Wurzeln enthalten (vgl. ahd. bim aus ie. *esmi, germ. *izm(i), *imm, *im, kontaminiert mit b-).
- In mhd. Zeit werden die alten b-Formen (bis auf die 1. 2. Pers. Sing.) durch s-anlautende Formen ersetzt (vgl. nhd. wir sind, ihr seid).
- gehen zurück die westgerm. mit b- anlautenden Präsensformen,
- Alle Präteritalformen (z. B. ahd. ih was ‘ich war’, wir wārum ‘wir waren’), ursprünglich auch die Imperative (z. B. ahd. wis ‘sei’, weset ‘seid’), Partizipien (z. B. ahd. wesanti ‘seiend’) und der Infinitiv sind Formen eines stark flektierenden Verbs ahd. wesan (8. Jh.), mhd. wesen ‘bleiben, verweilen, sein, existieren, dauern, geschehen’, asächs. aengl. wesan, mnd. mnl. wesen, anord. vesa, got. wisan, das auf ie. *u̯es- ‘verweilen, wohnen, übernachten’ zurückzuführen ist (Weiteres s. ↗Wesen).
sein2 Poss. pron. der 3. Person Sing. m. oder n. ‘ihm gehörig, zukommend’, ursprünglich Reflexivum. Ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl.sīn, mnl. sijn, nl. zijn, anord. sinn (älter sīnn), schwed. sin, got. seins (germ. *sīna-) gehen auf ein mit dem Suffix uig. -no- gebildetes Adjektiv zum Lokativ ie. *sei zurück, der seinerseits zum Pronominalstamm ie. *se- (s. ↗sich) gehört. Mit dem gleichen Suffix ist der Akkusativ Sing. Fem. messap. veinan (ie. *su̯einām) zum Pronominalstamm ie. *seu̯e- (s. ↗sich) gebildet. Als Ausgangsbedeutung für das Possessivpronomen ist anzusetzen ‘bei ihm befindlich’, dann ‘zu ihm gehörig’. Die Entstehung des Genitiv Sing. des Personalpronomens der 3. Person m. und n., nhd. sein, seiner, entspricht der unter ↗mein (s. d.) für die 1. Person Sing. dargestellten Entwicklung.