starr
star + r | Egsw. ‘steif, unbewegt, unbeeinflußbar’ (16. Jh.), aus dem Verb rückgebildet. Starrheit f. ‘Zustand des Starrseins’ (17. Jh.). Eine späte Abstraktbildung zum Verb ist Starre f. ‘das Starrsein’ (um 1700), zuerst in Hals-, Kopfstarre (Ende 17. Jh.); danach Leichen-, Totenstarre (19. Jh.; medizin.-lat. rigor mortis).
starren1 | starr + en | Vb. ‘steif sein, strotzen von etw., mit unbewegtem Auge blicken, unentwegt in eine Richtung blicken’, ahd. storrēn ‘steif, starr hervorragen’ (11. Jh.), mhd. starren ‘starr, steif sein oder werden’;
starren2 | starr + en | ahd. starēn (8. Jh.), starōn (um 1100), mhd. staren, starn ‘mit unbewegten Augen blicken, stieren’, ger. *stara- ‘starr (besonders vom Auge)’
Starrheit | starr + heit | f. ‘Zustand des Starrseins’ (17. Jh.). Eine späte Abstraktbildung zum Verb ist Starre.
Starre | starr + e | f. ‘das Starrsein’ (um 1700), zuerst in Hals-, Kopfstarre (Ende 17. Jh.); danach Leichen-, Totenstarre (19. Jh.; medizin.-lat. rigor mortis).
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Zugrunde liegen zwei ursprünglich getrennte, aber etymologisch verwandte Verben. Ahd. storrēn ‘steif, starr hervorragen’ (11. Jh.), got. andstaúrran ‘Unwillen zeigen’ und (durch Ablaut unterschiedenes) mhd. starren, (md.) staren ‘starr, steif sein oder werden’ bilden mit mhd. storre ‘Baumstumpf’, dem unter störrisch behandelten Egsw. und mhd. sterre ‘starr, steif’, mnl. sterre, starre, nl. star, anord. starr ‘steif, starr’ eine etymologisch zusammengehörige Gruppe.
Daneben stehen die verwandten Verben ahd. starēn (8. Jh.), starōn (um 1100), mhd. staren, starn ‘mit unbewegten Augen blicken, stieren’, mnd. mnl. stāren, nl. staren, aengl. starian, engl. to stare, anord. stara, die offensichtlich von einem als erstes Kompositionsglied in ahd. starablint, aengl. stær(e)blind (weitere Formen s. Star2) belegten Adjektiv ger. *stara- ‘starr (besonders vom Auge)’ abgeleitet sind.
Im Nhd. fallen beide Verben (ahd. storrēn ‘steif hervorragen’, mhd. starren ‘steif sein’ und ahd. starēn, starōn, mhd. staren, starn ‘unbeweglich blicken’) lautlich und semantisch zusammen.
Außergermaniosch sind vergleichbar griech. stereós (στερεός) ‘steif, hart, fest, hartnäckig’, strēnḗs (στρηνής) ‘rauh, hart, schrill’, eigentlich ‘kraftvoll, Kraft’, dann ‘streng, hart’, lat. strēnuus ‘kräftig, rührig, betriebsam, unternehmend, schnell’, kymr. trin ‘Mühe, Kampf’, lit. starìnti ‘spannen, straff anziehen, steifen, angestrengt ziehen, schleppen, steif gehen’, russ. starát’sja (стараться) ‘sich bemühen’.
Zugrunde liegt die im Germanisch überaus häufig (in verschiedenen Erweiterungen) vertretene Wurzel uig. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein, starrer, fester Gegenstand, besonders Pflanzenstamm oder -stengel; steif gehen, stolpern, fallen, stolzieren’.
Die Gruppe um ahd. storrēn (s. oben) dürfte sich an eine r-Erweiterung oder, wenn rr aus rn, an eine n-Erweiterung der Wurzel anschließen.
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