-ey
Erscheinungsbild
| Wrtndng |
-Ey (1)[1]
Die Hauptwörter dieser Art stammen her,
I. Von Zeitwörtern, da sie die Handlung des Zeitwortes, als ein Abstractum betrachtet, bezeichnen.
Die Zeitwörter,
- von welchen auf diese Art Hauptwörter abgeleitet worden, endigen sich,
- Auf -eln. Betteley, Bübeley, Eseley, Faseley, Flegeley, Gaukeley, Grübeley, Heucheley, Hudeley, Hümpeley, Klügeley, Kritzeley, Künsteley, Löffeley, Prügeley, Schmeicheley, Sudeley, Sticheley, Stümpeley, Tändeley, Teufeley, Trödeley, Witzeley u.s.f.
- von den Zeitwörtern betteln, bübeln, eseln, flegeln, gaukeln u.s.f. von welchen sie auch alle ihre Nebenbegriffe mit annehmen, S. -Eln.
- Da die meisten dieser Zeitwörter nur im gemeinen Leben üblich sind, so gilt selbiges auch von diesen ihren Hauptwörtern.
- Im Oberdeutschen werden die meisten dieser Hauptwörter nach der folgenden dritten Art gebildet.
- Schmeichlerey, Heuchlerey, Gauklerey, Stümplerey u.s.f.
- Im Oberdeutschen werden die meisten dieser Hauptwörter nach der folgenden dritten Art gebildet.
- Auf -ern.
- Abgötterey, von dem veralteten abgöttern, welches noch bey dem Pictorius vorkommt.
- Kalmäuserey, Kaperey, Kinderey, Plauderey, Plünderey, Quacksalberey, Saalbaderey, Schilderey, Stänkerey, Wucherey, Zauberey, Zauderey;
- von kalmäusern, kapern, kindern, plaudern u.s.f.
- Auf -en.
- 1) Ohne alle Veränderung, außer daß en weggeworfen wird;
- dergleichen es doch nur wenige gibt.
- Indessen gehören dahin, die Arzeney, von dem veralteten arzenen, heilen, und vielleicht auch Lackey,
- von dem veralteten läcken, laufen, springen;
- welches aber wider die Natur aller dieser Wörter eine Person bedeutet, und dabey männlichen Geschlechtes ist, dagegen alle übrigen Fäminine sind.
- 2) Häufiger werden diejenigen Verba primitiva,
- von welchen Hauptwörter auf ey gebildet werden sollen, vermittelst der Sylbe er erst zu Frequentativis, Continuativis, Imitativis u.s.f. gemacht,
- weil die Hauptwörter auf ey meisten Theils eine wiederhohlte Handlung, als ein Abstractum betrachtet, bezeichnen,
- ob sie gleich auch oft die Sache selbst, die der Gegenstand ist, nach einer sehr gewöhnlichen Figur bedeuten.
- Dahin gehören die Wörter,
- Äfferey, von äffen,
- Balgerey, von balgen,
- Betriegerey, Buhlerey, Büberey, von buben,
- das veraltete Dichterey, Deuterey, Dieberey, von dem veralteten dieben, stehlen,
- Flickerey, Fresserey, Fuchsschwänzerey, Gleißnerey, Gasterey, von dem veralteten gasten, Griechisch ἑστιαν, gastiren,
- Gräserey, von grasen,
- Hetzerey, Höhnerey, Hurerey, Klatscherey, Kramerey, Lapperey, von dem Zeitworte[1987] lappen,
- Lauferey, von laufen,
- Leckerey, Mahlerey, die Kunst zu mahlen, ingleichen Gemählde, als ein Collectivum,
- Macherey, Mauserey, Meuterey, Mengerey, Mischerey, Mummerey, Näscherey, Plackerey, Prahlerey, Packerey, im gemeinen Leben des Gepäcke, Pfuscherey, Prellerey, Rauberey,
- Reiterey, die Art zu reiten, noch mehr aber die gesammten Reiter, als ein Collectivum,
- Raserey, Rauferey, Reimerey, Schinderey, Schmiererey, Schwärmerey, Spötterey, Streiferey, Stickerey, Spielerey, Schmauserey, Schelmerey, von dem veralteten schelmen,
- Schreiberey, Schwelgerey, Träumerey, Täuscherey, Verrätherey, Wäscherey, Zänkerey,
- u.s.f.
- Einige, obgleich wenige Zeitwörter, werden vorher verkürzet, anstatt daß sie einen Zusatz bekommen sollten.
- Dahin gehören Tapezerey, von tapeziren, und das veraltete Terminey, die Betteley, von terminiren, betteln.
- von welchen Hauptwörter auf ey gebildet werden sollen, vermittelst der Sylbe er erst zu Frequentativis, Continuativis, Imitativis u.s.f. gemacht,
- 1) Ohne alle Veränderung, außer daß en weggeworfen wird;
II. Von Hauptwörtern, besonders solchen, die ein Concretum ausdrucken.
Die auf solche Art abgeleiteten Hauptwörter bezeichnen das Abstractum des Concreti.
- Die
- Tyranney, von Tyrann,
- die Vogtey, die Würde, das Amt eines Vogtes und dessen Gebieth, Abtey, Propstey,
- die Jägerey, die Kunst, Wissenschaft eines Jägers,
- die Bäckerey, die Kunst eines Bäckers,
- die Brauerey, die Färberey, die Druckerey, Buchhalterey.
- Einige Concreta
- bekommen vorher noch einen Zusatz am Ende, ehe das ey angehänget wird,
- die Pfäfferey, die Gewohnheit, Denkungsart der Pfaffen, d.i. der Geistlichen,
- das veraltete Poeterey, die Dichtkunst.
- Besonders die Hauptwörter auf ist und ast,
- Pietisterey, Quietisterey, Sophisterey, Enthusiasterey, Phantasterey u.s.f. von Pietist, Quietist u.s.f.
- bekommen vorher noch einen Zusatz am Ende, ehe das ey angehänget wird,
- Die
- Den
- Ort, den Aufenthalt, die Wohnung des Concreti.
- Die Abtey, Propstey, Dechaney, Comthurey, die Wohnung eines Abtes, Propstes, Decani, Comthurs,
- die Holländerey, die Wohnung eines Holländischen Landwirthes, mit seinen Grundstücken,
- die Wüsteney, von Wüste.
- So auch
- die Mayerey, Schäferey, Jägerey, Bäckerey, Baderey, Brauerey,
- Stuterey, der Ort eines Stuters oder Gestutenmeisters, im mittlern Lateine Stotarius,
- die Gärberey, Conditorey, Gießerey, Färberey, Glätterey, Scharfrichterey, die Werkstätte eines Gärbers, Conditors u.s.f.
- Die Schreiberey, an einigen Orten die Schreibstube, der Aufenthalt der Schreiber,
- die Spinnerey, der Ort der Spinner, die Spinnstube,
- die Einsiedlerey, die Wohnung eines Einsiedlers, u.s.f.
- Ort, den Aufenthalt, die Wohnung des Concreti.
- Ein
- Collectivum.
- Die Reiterey, ein Corps Reiter,
- die Bürgerey, in Westphalen, die Bürgerschaft,
- die veralteten Bücherey und Liberey, für Bibliothek,
- und vielleicht noch andere mehr.
- Vermuthlich gehöret hierher auch das im gemeinen Leben übliche Länderey, mehrere Grundstücke zu bezeichnen, welches Frischen so widersinnig gebildet zu seyn scheinet.
- Anm.
- Diejenigen Wörter, in welchen ey zum Stamme gehöret,
- In einigen Wörtern ist die Endsylbe ey fremden Ursprunges,
- wie in Liverey, Bastey, und vielleicht auch in dem schon gedachten Lackey.
- Im Nieders. lautet diese Endsylbe i, ij,
- bey dem Ulphilas aber schon ei, der doch viele Wörter auf ey macht, die jetzt nur das e haben;
- z.B. Manigei, Menge, Andei, Ende,
- daher es scheinet, als wenn die Endungen e und ey genau mit einander verwandt wären.
- bey dem Ulphilas aber schon ei, der doch viele Wörter auf ey macht, die jetzt nur das e haben;
- Auch die Griech. und Latein.
- Collectivum.
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 1987-1989. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000139920 Lizenz: Gemeinfrei Faksimiles: 1987 | 1988 | 1989 Kategorien: Lexikalischer Artikel