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lauben

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Laub + -en ahd.-deu. Blätter (Laub) bekommen; Blätter (vom Boden) wegnehmen, s. ahdt. loubēn; kurz f. "glauben; erlauben" s. ahdt. louben

1. LAUBEN [1] , verb.

1) laub bekommen: frondere lawben, lauben, louben Dief. 248ᵇ; so ein baum sein frucht gibt, so proszlet er am ersten, dann laubet er .. Paracelsus opp. 2, 127 B; zur osterzeit, wann die wälder lauben und die wiesen beblümt sind. Uhland in Pfeiffers Germ. 3, 136;

die boume die den winder stuonden val

âne zal,

die siht man aber in dem walde louben.

Neidhart 27, 1;

nun laube, lindlein, laube! Böhme altd. liederb. (1877) s. 265.

2) trans. laub wegnehmen: lauben, das laub abmürpfen, als die jungen geiszen und kelber, depascere frondes Maaler 264ᵈ; als eine arbeit der winzer: pampinare vites klenckgen, lauben. Golii onomast. (1582) 370; an den weinreben das uberflüssige (laub) abgezwicket und gelaubet. anm. weiszh. lustg. 133; arbeit der holzhauer bei gefällten stämmen: wenn man um Michaelis neu birkenholz aufm stamme keuft, mag mans bald abhauen und lauben lassen. Colerus oeconomia univers. (1640) calender s. 78; schweiz. lauben, dürres laub im walde einsammeln Stalder 2, 160; lauben, laub zuͦsamen ziehen, frondare Maaler 264ᵈ.

2. LAUBEN[2], verb.

1) für glauben: aber iezunder do ist es, ob got will, nit mer war, und laups auch niemands. Zimm. chron. 3, 484, 21; die form ist nun die folge einer leichten sprechart, indem von der durch den auslaut des vorhergehenden wortes zusammenstoszenden ursprünglichen consonantenreihe d g l der mittelste guttural, als am hinderlichsten im schnellen sprechen, ausgestoszen wurde, ein verfahren, welches die schreibung genau verzeichnet, wie sie auch im auslaut der form laups aus demselben grunde ein ursprüngliches b t s in ps zusammen zieht.

2) lauben, statt erlauben:

man siht uns ofte ein ander schonen

durch lieb, durch nît unde durch haʒ.

wem loubt der oberst rihter daʒ?

Renner 8680;

niederl. concedere louen Dief. 138ᶜ, von erlauben fast verdrängt, obschon die nicht unhäufigen laub undlaube erlaubnis es stützen konnten; vgl. auch unten laubnis, laubnung und laubung.


  1. ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 293, Z. 16.
  2. ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 293, Z. 35.