-schen
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-schen
Die Endsylben der Zeitwörter -sen und -zen können übrigens als nahe Verwandte von -schen angesehen werden.
-Schen[1]
[2]-Schen, eine Endsylbe vieler Zeitwörter,
- welche oft Stammwörtern angehänget wird,
- neue Wörter, mit einem veränderten Begriffe daraus zu bilden.
- Am häufigsten macht diese Ableitungssylbe Intensiva;
- Die meisten dieser Wörter
- sind indessen nur den niedrigen Sprecharten eigen,
- in welchen die Zahl dieser Intensivorum sehr groß ist:
- z.B. feilschen, hutschen, glitschen, rutschen, knätschen, knitschen, grätschen, latschen, ratschen, nutschen, tatschen,
- watscheln, wie eine Änte gehen, von waten
- u.s.f.
- in welchen die Zahl dieser Intensivorum sehr groß ist:
- Diese Sylbe findet sich nicht bloß an Stammwörtern,
- welche auf einen Mitlaut ausgehen,
- sondern auch an solchen,
- deren Stammsylbe sich auf einen Selbstlaut oder auf ein -h endiget.
- So werden sich
- z.B. wischen, waschen, fischen, haschen, huschen, kreischen, mischen, naschen
- u.s.f.
- bey genauerer Untersuchung als Intensiva von veralteten
- wehen, wihen, wahen
- u.s.f.
- darstellen,
- obgleich in manchen der Zischlaut auch zu dem Stamme gehören kann,
- wie z.B. in zischen,
- welcher Fall aber dessen ungeachtet zu dem vorher gehenden gehöret,
- indem das sch der natürliche Ausdruck einer Intension in sehr vielen Fällen ist.
- Die Lateiner haben ähnliche abgeleitete Zeitwörter auf sco,
- welche aber nicht so wohl Intensiva,
- als vielmehr Inchoativa sind,
- gemeiniglich von Nennwörtern herstammen,
- und ein Gerathen in einen gewissen Zustand bezeichnen,
- arescere, durescere, cornescere, acescere, albescere, arborescere
- u.s.f.
- Unser erharrschen, hart werden, hat diesen Begriff gleichfalls.
- Indessen finden sich auch bey ihnen Spuren der Intension,
- in cognoscere, poscere, welches zu beten und bitten gehöret,
- suescerevon suere, sciscere, von scire, apisci,
- in adipisci und indipisci, vom veralteten apo, welches zu unserm haben gehöret compescere,
- zu dem Oberdeutschen faschen, fatschen, crescere, ehedem crere,
- zu unserm grünen, ehedem grühen, Schwed. gro;
- proficisi u.s.f.
- sind indessen nur den niedrigen Sprecharten eigen,
- Die Endsylben der Zeitwörter -sen und -zen
- können übrigens als nahe Verwandte dieser Sylbe angesehen werden.
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1413-1414. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000403601; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 1413 | 1414; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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