Fata Morgana
Erscheinungsbild
Fata Morgana f. ‘durch bestimmte atmosphärische Bedingungen erzeugte Luftspiegelung, Trugbild, Sinnestäuschung, Wunschbild’.
- Gleichbed. ital. fata morgana beruht auf ital. fata Morgana ‘Fee Morgana’, dem Namen einer in arabischen Märchen und in der Artusdichtung auftretenden Sagengestalt, die früher auch für die Urheberin der in der Straße von Messina häufig zu beobachtenden atmosphärischen Erscheinung gehalten wird.
- Ausgangspunkt für ital. fata ‘Fee’ ist spätlat. Fāta ‘Schicksalsgöttin’,
- Dem Namen Morgana liegt arab. marǧān ‘Koralle’ zugrunde, das auf griech. margarī́tēs, márgaron (μαργαρίτης, μάργαρον) ‘Perle’ zurückgeht.
- Als Bezeichnung für das atmosphärische Phänomen ist Fata Morgana im Dt. zuerst um 1800 bezeugt.
- Unabhängig davon findet die Fee Morgana (vgl. afrz. la fee Morgue Nominativ, Morgain Akkusativ bei Chrétien de Troyes) in der dt. Literatur bereits bei Wolfram (Parzival) als Ländername Feimurgān, Fāmorgān und bei Fischart als Meerfein Morgana (16. Jh.) Erwähnung.