deuten
deut,deute,deutend,deutest,deutet,deutete,gedeutet,deutend,Deuten,Deutens
deut + -en | ursprünglich ‘vor dem versammelten Volk erklären, für das Volk verständlich machen’; ‘sich und/oder anderen zu erklären versuchen, auslegen; (mit dem Finger) auf etw. zeigen, hinweisen’;
¦⊕¦ eine Erscheinung, Wahrnehmung, Dasein, Daseinszustand in dessen Sein, Können, Tun, Haben undoder Werden zu bestimmen, benennen, vermitteln; infolge entwickelt sich früh ‘(Vorgänge, Erscheinungen und Äußerungen) erklären, auslegen’ und ‘(aus einer fremden Sprache in die eigene) übersetzen’, auch ‘einen bestimmten Sinn haben, bedeuten’; in mhd. Zeit kommt ‘auf etw. zeigen, hinweisen’ dazu.
¦√¦ *tew- “wohlwollend achtsam sein, bemerken";
¦↵¦ uig. *tewtéh₂ "Leute, Volk, Gefolge", uig. *tū̌-, uig. *tē̌u-, (s. Daumen) *teu̯ə- ‘schwellen’ t-Ableitung zu uig. *teutā ‘(Menge) Volk, Land’, ger. *þeudō "Volk, Leute, Stamm, Menge an Leuteb, Land des Volkes", dazu die Ableitungen *þeudjaz, *þiudiz “gut, freundlich, völkisch” uger. *þiudijaną "teilnehmen, teilhaben, miteinander sein, Beziehungen afbauen, deuten, erklären, zeigen", ahd. thiuten "deuten" (um 1000), mhd. diuten ‘verständlich machen, erklären, zeigen, übersetzen, bedeuten’, mnd. dǖden, mnl. dūden, dieden, nl. duiden, aengl. geþīedan ‘übersetzen’, aeng. þēod (“Leute, Völkerschaft”, anord. þýða ‘übersetzen, deuten, erklären’, schwed. tyda, dän. tyde, wie auch tiutsch, siehe deutsch.