Labyrinth
Labyr + inth | n. ‘Irrgarten, Durcheinander’, im 16. Jh. aus lat. labyrinthus, grie. labýrinthos entlehnt.
Nach der Sage ursprünglich Bezeichnung eines für den kretischen König Minos von Knossos erbauten, mit verschlungenen Gängen versehenen Gebäudes, in dem der König den Minotauros gefangenhielt.
Die Bildung mit -inthos weist auf ein vorgrie. Wort, das mit dem aus dem Lydischen stammenden lábrys, Labrys ‘zweischneidige Axt, Beil’, (hier aufzufassen als Zeichen des Königs) in Verbindung gebracht und daher als ‘Haus der Doppelaxt’ gedeutet wird. Die Doppelaxt war in Persien oft über den Eingängen an königlichen Gärten angebracht, bei denen zuvor mit Doppelaxt bewaffnete Wächter standen.
Im Frühnhd. begegnet Labyrinth zunächst mit Bezug auf die kretische Sage, dann unter Einfluß der französischen Gartenbaukunst im Sinne von ‘unübersichtlich angelegter Garten, Irrgarten’ und wird zur Kennzeichnung verworrener Verhältnisse und undurchsichtiger Sachverhalte verwendet, so vor allem in genitivischen Verbindungen wie Labyrinth des Lebens, der Welt.