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üb + er | ‘oberhalb’, unmittelbar auf etwas; ‘mehr als, von …’;

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vorangestellt zur Angabe einer räumlichen Lage ‘oberhalb’ (das Bild hängt über dem Schrank), ‘unmittelbar darauf’ (eine Schürze über dem Kleid tragen), einer nach oben gerichteten Bewegung (über etwas springen) oder Erstreckung (der Baum ragt über das Dach hinaus), einer von oben nach unten gerichteten Bewegung (Wasser über das Beet gießen), einer in die Zukunft weisenden Zeitspanne (über ein Jahr kommen wir zurück), eines Zeitraumes (über Ostern);

umstandswörtich zur Bezeichnung des Überschreitens einer Menge, Güte, Stärke ‘mehr als’ (über drei Kilo, über zwei Wochen), als Wortpaar über und über ‘völlig, ganz und gar, von oben bis unten’. Ahd. ubar (8. Jh.), ubari Adv. (8. Jh.), mhd. über, (md.) uber, ober, asächs. oƀar, oƀer, ofer, mnd. mnl. ōver, nl. over, aengl. ofer, engl. over, anord. yfir, schwed. över, got. ufar Präp., ufaro

Die Umstandswörter führen mit den ager. Verwandten aind. upári ‘oben, über’, awest. upairī̌, griech. hýper, hypér (ὕπερ, ὑπέρ) ‘über, im Übermaß, über … hinaus, oberhalb’, lat. (mit s-Präfix) super ‘oben, auf, darüber’, air. for ‘über, über … hinaus’ auf uig. *upéri, *upér ‘über, oberhalb’, auch ‘über … hinaus’, eine Bildung mit komparativischem r-Suffix zu uig. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’, dann ‘von unten hinauf, über’ (s. auf, ob1). Die mhd. nhd. Form über (mit Umlaut) geht auf das Umstandswort ahd. ubari zurück.

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überall | über + all |  ‘an allen Orten, bei jeder Gelegenheit’, ahd. ubaral (8. Jh.), mhd. überal, zusammengesetzt mit dem von all; vgl. mnd. mnl. ōveral, nl. overal, aengl. ofereall, engl. overall (‘umfassend’).

überein | über + ein | ‘gleichmäßig, zusammenstimmend’,

übereins | überein + s | (15. Jh.), mhd. überein, Zusammenrückung von mhd. über ein, übereinez ‘in einem Sinne, gleichmäßig, ganz und gar’.

überhaupt | über + Haupt | ‘insgesamt (gesehen)’ (15. Jh.), verstärkend bei Verneinungen (vgl. überhaupt nicht ‘ganz und gar nicht’, 18. Jh.), als Redeteilchen in Fragesätzen ‘eigentlich, denn’ (Ende 17. Jh.), in der Handelssprache im Sinne von ‘in Bausch und Bogen, im ganzen, en gros’, vgl. überhaupt kaufen (‘insgesamt, nicht einzeln nachgezählt oder gewogen kaufen’, 18. Jh.). Zusammenrückung der Voranstellung über mit dem Hauptwort Haupt, vgl. mhd. über houbet ‘über das Haupt, die Häupter hin’, d. h. ‘ohne die Stücke (Vieh, dann auch Menschen) zu zählen’; eine wohl aus der Viehwirtschaft stammende Fügung.

übr- | üb(e)r | Zusammenziehung aus über, durch Aiusfall des -e-.

übrig | übrig + s | ‘(als Rest) vorhanden, verbleibend, restlich’, mhd. überic, überec; auch ‘überflüssig, überschüssig, zuviel’, vgl. ein übriges tun ‘mehr tun, als verlangt wird, als nötig ist’ (16. Jh.), aus der theologischen Sprache der Reformationszeit, eigentlich ‘mehr tun, als Gott von einem verlangt’; dazu übrigens.

übrigen | übrig + en | im übrigen ‘ansonsten, außerdem’ (17. Jh.);

übrigens | übrig + ens | ‘nebenbei bemerkt, gesagt, außerdem’ (Ende 17. Jh.;

erübrigen | er + übrigen | ‘etw. übriglassen, einsparen, ersparen’, erwidernd (unpersönlich) ‘unnötig, überflüssig sein’ (Mitte 16. Jh.), aus der Kanzleisprache, älter erübern ‘übrigbehalten’ (14. bis Ende 17. Jh.).

Überbein | Überbein | ‘Auswuchs einer Sehnenscheide oder Gelenkkapsel’ (besonders am Hand- oder Fußrücken), mhd. überbein; zu Bein ‘Knochen’ (s. d.), eigentlich ‘darüberliegender Knochen’, da fälschlich für Kochenauswuchs gehalten.

überraschen | über + raschen | ‘unerwartet (an)treffen, in Erstaunen setzen’ (16. Jh., häufiger seit 18. Jh.), zu rasch, eigentlich ‘plötzlich über jmdn. kommen, herfallen, (den Feind) überfallen’;

Überraschung | überrasch + ung | ‘Erstaunen, Verwunderung über Unerwartetes’ (18. Jh.), ‘unerwarteter feindlicher Überfall, Überrumpelung’ (17. Jh.)

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