Strahl
Strahl m. ‘als schmaler Streifen von einer Lichtquelle ausgehender Schein, Lichtbündel’, übertragen (18. Jh.) auf aus einer engen Öffnung hervorschießendes Wasser, ahd. strāla f. ‘Pfeil, Blitz’ (8. Jh.), mhd. strāle, strāl ‘Pfeil, Blitz, Streifen’ (mit Übergang vom fem. zum mask. Genus unter Einfluß von Pfeil),
asächs. strāla f. ‘Pfeil’, mnd. strāle f. m. ‘Pfeil, Stachel der Biene’, mnl. strael ‘Pfeil, Stachel’, nl. straal, aengl. strǣl ‘Pfeil’ (wger. *strēlō-) und (ablautend) norw. (mundartlich) strīl, strīla ‘Strahl, Ader, Streifen’, schwed. stril ‘Brause, Strahl’, strila ‘besprengen, berieseln’
sowie ager. lit. strėlà ‘Pfeil’, aslaw. strěla ‘Geschoß, Pfeil’, russ. strelá (стрела) ‘Pfeil’
führen als Bildungen mit l-Suffix auf ig. *strē-, eine Form der Ww. ig. *ster- ‘Streifen, Strich, Strähne, Strahl’, in Erweiterungen auch ‘über etw. hinwegstreifen, -streichen’, wohl eine semantische Variante der Ww. ig. *ster(ə)- ‘ausbreiten, (aus)streuen’ (s. streuen).
Die Bedeutung ‘Pfeil’ bleibt bis ins 18. Jh. bewahrt; die Übertragung auf Blitz und Donner (gleichsam Wetterstrahl) erfolgt bereits im Ahd., auf Lichtstrahl und Sonnenstrahl im 17. Jh.
Als physikalische Termini Wärmestrahl (um 1800), Röntgenstrahlen (Ende 19. Jh.), Alpha-, Beta-, Gammastrahlen (20. Jh.).