Wasser
wass + -er | n. geruch-, geschmack- und farblose Flüssigkeit.
Der Bildung mit r-Suffix wger. *watar, ahd. waʒʒar (8. Jh.), mhd. waʒʒer,
asächs. watar, mnd. mnl. wāter, nl. water, afries. weter, aengl. wæter, engl. water (ger.*watr-)
stehen nger. und oger. Bildungen mit n-Suffix wie anord. vatn, schwed. vatten, got. watō (ger. *watn-) gegenüber.
Sie repräsentieren ein ig. Paradigma, das in seiner Beugung r-Stamm (ursprünglich im Nominativ und Akkusativ Sing., vgl. hethit. watar) und n-Stamm (ursprünglich in den übrigen Kasus, vgl. hethit. weten-) vereinigt.
Nächstverwandt sind aind. udán, grie. hýdōr (ὕδωρ) ‘Wasser’, lat. unda ‘Welle, Woge’, air. u(i)sce ‘Wasser’, aslaw. voda, russ. vodá (вода) ‘Wasser’.
Alle Formen werden auf ig. *aud-, *u̯ed-, *ū̌d- ‘Wasser’, eine Zahnlauterweiterung der Ww. ig. *au- ‘benetzen, befeuchten, fließen’, zurückgeführt.
Verwandt sind auch die unter Auerochse und Otter1 m. angegebenen Formen.
Vielfach redensartlich etw. abgraben ‘zu verhindern suchen, zunichte machen’ (15. Jh.), danach jmdm. das Wasser abgraben ‘jmds. Pläne durchkreuzen, jmdm. seine Möglichkeiten nehmen’ (um 1900); stille Wasser sind tief ‘ruhige, verschlossene Menschen sind schwer zu durchschauen’ (16. Jh.); in trübem Wasser fischen ‘in unredlicher Weise seinen Vorteil suchen und nutzen’ (17. Jh.); Wasser auf seiner Mühle haben, auf jmds. Mühle geben ‘neuen Auftrieb, Bestätigung geben’ (18. Jh.); ein Schlag ins Wasser ‘vergeblich, unnütz’ (19. Jh.), älter mhd. das waʒʒer slahen.