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Sekretär

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Sekretär lat.-frz.-deu. m. ‘Mitarbeiter in Vertrauenstellung bei einer leitenden Persönlichkeit, leitender Funktionär einer Partei oder Organsation’, auch ‘Schreibschrank’. vgl. Sekretar

  • Spätlat. sēcrētārius ‘Verwaltungsbeauftragter und Schriftführer einer kirchlichen Institution, eines Konsistoriums’,
  • mlat. ‘vertrauter Berater, (Geheim)schreiber’
  • wird im 15. Jh. in den Formen Secretarius, verkürzt Secretari, Plur. Secretarien, im Sinne von ‘vertraulicher Ratgeber, (Geheim)schreiber, Verwahrer des fürstlichen Geheimsiegels, Kanzleischreiber, Stadtschreiber’ ins Dt. übernommen.
  • Es handelt sich (wie bei lat. sēcrētārium ‘geheimer, abgesonderter Ort’,
    • pätlat. ‘Sakristei, Gerichtssitzungszimmer’)
    • um eine Ableitung von lat. sēcrētus Part.adj. ‘abgesondert, besonders’
      • bzw. lat. sēcrētum n. ‘Abgeschiedenheit, einsamer Ort, Heimlichkeit’,
      • mlat. auch ‘Abtritt, Klosett’ und ‘Geheimsiegel’ (s. oben).
  • Die im 17. Jh. hinzutretende Bedeutung ‘Staats-, Regierungsbeamter’ wird von (ebenfalls auf lat. sēcrētārius beruhendem) frz. secrétaire übernommen.
    • Auch die Schreibweise Secretair (17. Jh.), Sekretär (18. Jh.) wird unter frz. Einfluß im Dt. üblich. Aus dem Frz. stammt ferner der übertragene Gebrauch des Wortes für ‘(verschließbares) Schreibpult, Schreibschrank’ (Ende 18. Jh.).

Sekretär

Thomas de Keyser, Porträt von Constantijn Huygens mit seinem Sekretär, 1627

Sekretär ist ein Beruf in der Verwaltung mit Schwerpunkt auf Kommunikation. Sekretäre erledigen in der Regel allgemeine Büro- sowie Assistenzaufgaben, insbesondere die Korrespondenz sowie bereichsbezogene kaufmännisch-verwaltende Tätigkeiten.

Während bis Mitte des 19. Jahrhunderts der Beruf fast ausschließlich durch Männer wahrgenommen wurde, änderte sich dies allmählich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dieser Wandel beschleunigte sich gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Zahl der Büroangestellten stark zunahm. Als Sekretär arbeiten heute fast ausschließlich Frauen. Der Beruf galt zunächst als einer der wenigen qualifizierten Berufe, die Frauen offenstanden und ihnen die Möglichkeit eines hierarchischen Aufstiegs innerhalb eines Unternehmens oder einer Behörde boten. Im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die Zahl der Stimmen zu, die an dem Berufsbild begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten kritisierten.[1]

Geschichte

Ein secretarius war im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit eine vereidigte Person, die rechtliche Texte, wie z. B. Protokolle, für einen Auftraggeber (Rat der Stadt, Kanzlei, o. ä.) schrieb. Der Begriff leitete sich von secretum für lateinisch verborgen, geheim ab. Ein secretarius war zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Die lateinische Bezeichnung ist aus dem 15. bis 18. Jahrhundert bekannt, danach setzte sich die französische Form Secrétaire, später Sekretär durch.[2] Es gab Kanzleisekretäre, Kapitelsekretäre, Ratssekretäre usw. Ein Sekretariat war das Amt eines Sekretärs, einer Schreibstube oder einer Kanzlei.[3][4]

Die Bezeichnung wurde auch für Berater und Vertraute verwendet. In Preußen gab es im 19. Jahrhundert die Titel Geheimer Sekretär, Geheimsekretär, expedierender Sekretär (exped. Secretaire) und Geheimer expedierender Sekretär für Angestellte in Oberbehörden.[5]








[Kategorie:Cusanus Berufung]]