wenig
wen + -ig | Ausgangsbedeutung ‘beklagenswert, beweinenswert, elend’, Gegenwort von viel.
‘geringe Menge oder Anzahl, nicht viel’, ahd. wēnag ‘beklagenswert, unglücklich, elend, schwach, klein’ (9. Jh.), mhd. wēnec, wēnic, weinic ‘weinend, klagend, erbarmenswert, unglücklich, klein, gering, schwach’, mnd. wēnich, weinich ‘klein’,
mnl. weinich, wēnich, nl. weinig ‘wenig, gering’, got. wainahs ‘geplagt, elend’, germ. *wainaga-, mit der Endung ger. -aha- bzw. -aga- und n-Infix (wie das unter weinen, s. d., behandelte Tw.) abgeleitet von der unter weh angeführten Interjektion (ger.*wai, uig. *u̯ai ‘wehe’).
Die Ausgangsbedeutung ‘beklagenswert, beweinenswert, elend’ (dichterisch noch bei Goethe) geht über in ‘schwach, klein’; von daher entwickelt sich (bereits im Mhd.) wenig zum Gegenwort von viel.
wenige,wenigen,wenigem,weniger,weniges,