hinter
hinter2 | hin + ter | Präp. mit Wemfall und Wenfall ‘an der, an die Rückseite von’, ein konstantes Lageverhältnis (bei Ruhe und gleichlaufender Bewegung) oder die Richtung auf einen Zielpunkt angebend, von räumlichen Vorstellungen her auch auf zeitliche Verhältnisse übertragen (vgl. etw. hinter sich haben, bringen); ahd. hintar (10. Jh., bereits für das 9. Jh. mehrfach als 1. Kompositionsglied bezeugt,
ferner in hintarort ‘zurück, verkehrt’, gihintaren, firhintaren, s. hindern, verhindern), mhd. hinder, frühnhd. hinder, hinter, mnd. hinder (auch temporal ‘nach, von … an’), mnl. hinder, got. hindar (auch ‘jenseits von’).
Die heute literatursprachlich allein in präpositionaler Verwendung übliche Lokalpartikel ist zunächst Adverb, daher noch mhd. mnl. aengl. hinder ‘hinten, nach hinten, zurück’ (aengl. altenglisch auch ‘hinunter’)
sowie die oben angeführten Ableitungen und zahlreiche Zusammensetzungen im Ahd.;
nur die regionale Umgangssprache bewahrt Reste des adverbiellen Gebrauchs in Präfixverben wie omd. südd. hinterbringen, -kommen, -schaffen (‘nach hinten’), omd.hinteressen, -kippen, -schlucken (‘hinunter’);
vgl. auch dahinter. Bei hinter, das wahrscheinlich an den unter hinten genannten erweiterten Pronominalstamm ger. *hind-anzuschließen ist, handelt es sich um eine Adverbialbildung auf -r, vergleichbar den in da1, hier, wo fortlebenden Pronominaladverbien ahd. thār, hier, (h)wār und anderen lokalen Ustw. und Vhnw. mit derselben Endung, z. B. außer, nieder, über, unter.
Dieser Bildungstyp liegt vielleicht alten Komparativformen auf ie. -(t)ero-zugrunde (s. hinter1 Adj.).