wollen
woll + -en | ‘wünschen, fordern, die Absicht haben’
¦√¦ uig. *welh₁-; uig. *u̯el- ‘wollen, wählen’;
will,willst,wollte,gewollt,gewollte,gewollter,gewollten,gewolltes,Wollen,Wollens
¦↵¦ uig. *wélyoyt, Wunschform von *wélyeti; germ. *wiljaną (wollen); germ. *waljan (wählen); ahd. (obd.) wellen (8. Jh.), mhd. wellen (aus germ. *waljan, s. wählen) und ahd. (frk.) wollen (9. Jh., mit dem wohl schwundstufigen, wenn nicht aus e verdumpften Vokalismus des Prät. wolta), mhd. wollen, wöllen, wullen sowie (aus germ. *wiljan) asächs. willian, mnd. mnl. nl. willen, aengl. willan, engl. to will, anord. vilja, schwed. vilja, got. wiljan. Das gemeingerm. unregelmäßig flektierende Verb zeigt im Präsens die Formen einer Wunschform (Oplativ) (ahd. teilweise noch bewahrt im Präs. Sing.), der die Stelle der Wirklichkeitsform (indikativ) eingenommen hat. Es führt mit aind. vṛṇā́ti, vṛṇītḗ, vṛṇōti ‘wählt, wählt aus, zieht vor, wünscht, liebt, mag’, vára- ‘Wahl, Wunsch, Begehr’, griech. (mit Dentalerweiterung) éldesthai (ἔλδεσθαι, aus *ϝελ-) ‘wünschen, verlangen’, lat. velle ‘wollen, die Absicht haben, übereinstimmen’, bret. guell ‘besser’, lit. vélmi, vélti ‘wünschen, lieber wollen, erlauben’, aslaw. velěti ‘gebieten, befehlen, wollen’, russ. velét’ (велеть) ‘befehlen’, (ablautend) aslaw. voliti ‘(lieber) wollen’, russ. (älter) volít’ (волить) ‘wollen’ auf die Wurzel ie. *u̯el- ‘wollen, wählen’. Dazu gehören auch ↗wählen, ↗Wille und ↗wohl (s. d.).
wollen1 Adj. ‘aus Wolle bestehend oder hergestellt’, ahd. wullīn (9. Jh.), mhd. wüllīn, wullīn.