kleben
kleb + en | ‘mit Klebstoff befestigen, haften machen, haften, festhängen, klebrig sein’.
Das schwache Verb ahd. klebēn (9. Jh.; anaklebēn, 8. Jh.), mhd. kleben ‘kleben, heften, festsitzen’
ist wie anders gebildetes asächs. kliƀon, aengl. cleofian, clifian, engl. to cleave, mnl. clēven, nl. kleven
eine Durativbildung zum starken Verb ahd. klīban (8. Jh.), mhd. klīben ‘festsitzen, anhängen’, asächs. klīнan ‘Wurzel fassen, haften’, aengl. clīfan ‘anhaften, kleben’, anord. klīfa ‘klettern’.
Sie führen mit den slaw. Verwandten aslaw. uglьběti ‘steckenbleiben, versinken’, serbokr. glȋb ‘Kot’ auf ie. *gleibh-, *gleip-,
eine Labialerweiterung von uig. *glei- ‘kleben, schmieren’,
wozu auch unter Kleid dargestelltes Klei und griech. glía (γλία) ‘Leim’, gloiós (γλοιός) ‘dickes Öl, Harz, klebrige Feuchtigkeit’, lat. glūten ‘Leim’, lit. gliẽti ‘bestreichen, beschmieren, verkleben’, russ. (landschaftlich) glej (глей) ‘Ton, Lehm’
sowie das alte Nasalpräsens ahd. klenan ‘kleben, schmieren’ (9./10. Jh.), mhd. klenen gehören.
uig. *glei- ist seinerseits eine der zahlreichen Erweiterungen der verbreiteten Ww. uig. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. Klafter, Kleie, klamm, Klammer, klettern, klimmen, Kloß, Knäuel, Kolben).
Eine Kausativbildung zu ahd. klīban, mhd. klīben (s. oben) ist das heute nur noch im Obd. gebrauchte kleiben
kleb,klebe,klebend,klebt,klebte,geklebt,