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Bedeutungswandel der Vernunft

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Wundersame Sprache
Ureigenwerk Liste Werke von Klaus Feldmann 
Schriftstück
18. Oktober 2020 n. Chr. erst.  
Ausgabe 03
Ausgabe 03
Leserschaft: Niemand
veröffentlicht
ungeprüft
↑ Herkunft und Wandlung des Begriff Vernunft
→ Bedeutungswandel der Vernunft
↓ Daseinzustände zum Ausdruck bringen
Überarbeitet 2020110305
2020101803 Bedeutungswandel der Vernunft.pages

(1) Von Tatsächlichkeit zu Vernehmen zu Wahrnehmung zu Wahrheit

In Bezug auf Schlüsselwörter kommt man an sich an einem über ein Wörterbuch hinausgehendes Studium und selbst erarbeiteten Erkenntnissen nicht vorbei um einen Schlüsselbegriff wie Vernunft verstehen und begreifen zu können. Wie unterscheidet sich nun Vernehmen zu Wahrnehmen und Wahrheit? Vernehmen erfolgt beständig, im Vernommenen, in dem was man vernommen hat etwas wahrzunehmen bedingt Aufmerksamkeit und Wachsamkeit. Die Wahrnehmung ist der Anteil des Vernommenen, den man aufgrund von Wachsamkeit und Aufmerksamkeit bemerkt hat. Wahrnehmung ist damit ein verhältnismäßig kleiner Anteil des gesamten Vernommenen.

Der verbleibende Anteil des Vernommenen, den man nicht bewusst wahrgenommen hat, somit einem nicht bewusst wurde und im Denken und Handeln nicht bedacht wird, gelangt ins Unbewusstsein und verbleibt für einen unbewusst im Unbewusstsein, bis es auf irgendeine Weise angeregt wird. Aus dem Wahrgenommenen deutet man die darin enthaltene Wahrheit, man bestimmt selbst meist ebenfalls für einen unbewusst was darin wahr sei und somit ist Wahrheit eine Deutung des Wahrgenommenen und bezieht das nicht Wahrgenommene auch nicht mit ein.

Somit verringert sich der jeweilige Umfang von Vernehmen zu Wahrnehmen zu Wahrheit, während vor dem Vernehmen noch die Tatsächlichkeit des Daseins besteht, die wir auch mit dem Begriff Wahrheit und somit mit dem deutlich verringerten Umfang unserer vermeintlichen auf Vernhemen zu Wahrnehmen beruhenden Wahrheit als „die Wahrheit“ an sich gleichzusetzen geneigt sind.

(1.1) Die erzielte Übereinstimmung wird oft der Wirklichkeit und Wahrheit vorgezogen

Was ist also Wahrheit wirklich? Wahrheit ist in erster Linie das, was wir für wahr im Sinne von wirklich halten. Durch Beobachtung und Überprüfung, durch Beweise und im Austausch mit anderen sind wir beständig bemüht herauszufinden was wirklich ist und wenn wir uns darüber einig sind, was wahr auch wirklich sei, so ist lediglich Übereinstimmung über das erreicht, was wir als wahr seiend angenommen haben. Im Verhalten des Menschen ist sehr gut beobachtbar, dass er die erzielte Übereinstimmung oft der Wahrheit wie auch Wirklichkeit vorzieht – oder? Wahrheit sinkt damit im Wert als Begriff unterhalb des Begriff Tatsächlichkeit und auch Wirklichkeit ab und Wahrheit gelangt so in die Nähe zu Übereinstimmung.

(1.2) Grundlegend gilt, was vernommen wird oder wurde, lässt sich der Ursprung ermitteln

Dies wissend gehen wir jetzt nicht hin, wie es die Gelehrten gerne tun und behaupten, der Mensch könne Wahrheit selbst nicht erkennen, oder solche Fragwürdigkeiten wie es Gelehrte und auch einst Immanuel Kant verkündete, dass man Wahrheit nur durch Überlegung, Logik, im Verstand erkennen könne, daher das gemeine Volk dies nicht könne, da es nicht die Logik der gelehrten erlernt habe, es einzig damit die Aufgabe der Gelehrten und nur ihnen möglich sei, Wahrheit zu erkennen.

Wahrheit in seiner Tatsächlichkeit oder Wirklichkeit entspringt einzig dem Dasein an sich und Überlegung wie Logik begrenzt und verändern diese entsprechend der verwendeten Logik, wie es ausführlich genug in den vorangegangenen Ausarbeitungsheften aufgezeigt wurde. Überlegung und Logik dienen nur dazu etwas herauszufinden damit man noch besser das Dasein in seiner Tatsächlichkeit und Wirklichkeit erkennen kann.

Erkennen tut man Tatsächlichkeit weiterhin durch Vernehmen des Dasein und für das Vernehmen gibt es viele Mittel und Wege, die über die körperlichen Sinne hinausgehen. Grundlegend gilt für mich, was vernommen wird oder wurde, lässt sich in dessen Ursprung ermitteln und was nicht wirklich ist und somit nicht vernommen werden kann, befindet sich auch nicht im Dasein. Wenn also Gelehrte oder andere mir sagen, etwas sei da, ich es jedoch nicht ausfindig machen kann, sie mir es nicht im Dasein als seiend auf irgendeine wirkliche Weise vernehmbar machen können, dann wird es wohl auch nicht da sein.

Würde ich etwas als seiend annehmen, das nicht wirklich und vernehmbar ist, würde ich unweigerlich meine Vernunft mindern, da ich mich fortan auf Annahmen oder Aussagen anderer stützen würde. Nachdem, was wir bislang herausgefunden haben benötigt Vernunft bedingt Wirkliches und Wernehmbares im Dasein und sei es nur, dass da nur vernehmbar ist, dass da wirklich nichts ist.

(1.3) Wahrnehmung mit Wirklichkeit in Übereinstimmung bringen

Immanuel Kant und viele seiner Vorgänger und Nachfolger verwechseln im Grunde den Begriff Wahrheit mit Wirklichkeit oder Tatsächlichkeit. Wenn Gelehrte zu der festen Überzeugung oder Meinung gelangen, dass andere nicht zur Wahrheit fähig seien, sie daher nur zu entscheiden hätten was wahr sei, dann sagen sie eigentlich nichts anderes, als dass der andere nicht in der Lage seien, ihre Wahrheit zu sehen, verstehen, begreifen, anzunehmen usw. und dies kommt sehr häufig vor, insbesondere dann, wenn der Gelehrten Wahrheiten im Dasein nicht als Wirklichkeit bestehen und auch nicht vernehmbar sind, die Wahrnehmung nichts hervorbringt, das vom anderen als Wahrheit in seiner Wahrnehmung und Vernehmen im Dasein als wirklich seiend erkannt werden kann.

Jemand der Wahrheiten wirklich wahrheitsgemäß verkündet, verkündet lediglich das von ihm Wahrgenommene und dies kann weit entfernt von Wirklichkeit und Dasein sein. Somit ist es an sich ungeziemend anderen das Vermögen zur Wahrheit abzusprechen, dass den meisten Menschen zu eigen ist. Tatsächlich mangelt es dem Menschen in seinem Daseinzustand weit mehr am Vermögen die Wirklichkeit zu sehen, verstehen, begreifen, anzunehmen usw., Wahrnehmung mit Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Vorausgesetzt, dass jemand nicht lügt und er beschuldigt wird, er würde nicht die Wahrheit sagen, ist dies sehr erniedrigend, da ein Mensch nur die Wahrheit und nicht mehr sagen kann, als er wahrgenommen hat.

Tatsächlich weiß er mehr, als er wahrgenommen hat, da vor der Wahrnehmung das Vernehmen liegt und das Vernommene zum weit überwiegenden Anteil ins Unbewusstsein absinkt, jedoch kann er dies nicht erreichen, da es nur gesagt werden kann, wenn es angeregt und dann wahrgenommen wird, wie es in ähnlicher Weise bei einer Erinnerung der Fall ist. Wenn Gelehrte wie auch Theoretiker uns zu allen Zeiten weit überwiegend Wirklichkeiten anstelle ihre auf Logik und Theorie beruhenenden erdachten Wahrheiten verkündet hätten, so würden wir ihnen auch vertrauen können – oder?

(2) Sechs Stufen der erweiterten Worterläuterung

Hier stellt sich die Frage, wieviel Eingestaltungen (Informationen) über einen Begriff gegeben werden müssen, damit jemand einen Begriff in seinem Sinn und Zweck und Ausgestalt erkennt und ich bin selbst aus eigener Erfahrung davon überzeugt, dass das wirkliche Verstehen und Begreifen eines Begriffes erreicht ist, wenn man,

  • Erstens zu einer bildlichen und damit räumlichen Vorstellung gelangt ist, sich
  • Zweitens seines Ausmaßes des Verstehens über den Begriff bewusst ist, welches über die rein wörtliche Benennung hinausgeht, da diese eine Begrenzung darstellt und als Wort nicht mehr als eine Annäherung an den Sinn und Zweck sein kann und man sich
  • Drittens, über sein Verstehen wohl fühlt,
  • Viertens den Begriff in Sätzen verwenden kann und dies wird durch
  • Fünftes zum anschauungsgemäßen Abschluss dadurch bewiesen, dass man den jeweiligen Begriff mit seinen eigenen Worten frei heraus richtig erklären kann.
  • Sechstens wird sich der Wahrheitsgehalt eines Begriffes sich im Dasein offenbaren

(2.1) Durch Worterläuterung begibt man sich auf die Ebene des räumlichen im Grunde dann wortlosen Denken

Diese sechs Stufen sollte man gewissenhaft und in gegebenen Abfolge erreicht haben und sind der zweite Bestandteil einer erweiterten Worterläuterung, der die Ermittlung der Wortbedeutung und gegebenenfalls Begriffbdeutung vorausgeht. Wie man diese vollbringt, schreiten wir gerade durch. Wenn man dsolch eine erweiterte Worterläuterung durchlaufen hat, hat man ein Bewusstsein über ein Dasein, dessen benannten Wort oder Begriff erlangt, so steht man oberhalb der Kenntnisse, die Gelehrte für gewöhnlich erreichen. Die gesamte Worterläuterung werde ich erst in deren vollständigen Abfolge im Verlauf der Ausarbeitung in einem eigenen Schriftstück darlegen.

Durch Worterläuterung löst man sich von der niederen Ebene der Worte und begibt sich auf die Ebene des räumlichen im Grunde dann weitestgehend bis vollständig wortlosen Denken. Während Gelehrte sich an Worte und Logik auf niederer Ebene klammern, sich somit von ihrer eingewöhnten und sie begrenzenden Logik, Worte und Begriffe nicht lösen können und daher auch das Dasein in dessen Wirklichkeit nicht angemessen räumlich erfassen, bewirkt man durch vollständige Wortleuterung freies Denken. Die höhere Ebene des räumlichen Denken nenne ich Stringenz als Ersatz für den überladenen Stopfbegriff der Logik. Worterläuterung ist sehr hilfreich in Bezug auf das Dasein, sich im Dasein mit dem zu beschäftigtig zu halten, dass wirklich da ist, sie unmittelbar die eigene Vernunft steigert und die Unvernunft anderer erkennbar macht, Unvernunft auf diese Weise aufgelöst werden kann.

(2.2) Beständige Erweiterung und Wandlung der Begriffe

Auf Wikipedia wird oft in Bezug auf Begriffe, wie auch im Fall von Vernunft Folgendes oder Ähnliches mitgeteilt: „…Sowohl umgangssprachlich als auch in der Geschichte der Philosophie hat die Bezeichnung ‚Vernunft‘ mehrere Bedeutungen, die sich aber überschneiden…“. Dass dem so ist, ist eine Tatsache, jedoch kann es an sich nur eine einzige wirkliche Definition zu einem Begriff geben und somit sind jegliche anderen Verwendungen mehr oder weniger mit Unwirklichkeiten behaftet, von denen man sich in der eigenen Nutzung des Begriffes dringlichst befreien sollte, jedoch die Kenntnisse über die Umstände der Fehlanwendungen eines Begriffs einem besonders in Führungsposition stehend helfen wird, schlechte Zustände zum Guten hin zu verändern.

Die Definition für etwas sollte sich über die Jahrhunderte doch wohl vereinfacht haben, klarer werden und besser den Bedeutungsinhalt zum Ausdruck bringen. Wir erfahren eine beständige Erweiterung und Wandlung der Begriffe, so dass sich sich dem Verständnis des Volkes entziehen und Gelehrte entziehen sich zugleich auf diese Weise der Überprüfbarkeit.

(2.3) Wahrnehmung in Übereinstimmung mit dem Wirklichkeitsgehalt des Dasein bringen

Wer sich seiner Muttersprache, einer Fremdsprache oder auch Fachsprache vergewissern will, der sollte sich ein Wort dieser Sprache herauspicken und dieses solange zum Verstehen bringen, bis er es nach den zuvor gemachten Angaben verstanden hat und verwendet. Dieses Wort wird als Begriff der Ausgangspunkt für die gesamte Sprache und dabei muss dessen Definition nicht einmal wahr oder wirklich sein, denn die Klarheit, wie auch der vermeintliche oder tatsächliche Wirklichkeitsgehalt über einen Begriff wird sich durch die Beziehung zu anderen Begriffen im Vergeleich mit zum Dasein hin bestätigen oder eben widerlegt werden und womöglich ein anderer Begriff mit einem höheren Wirklichkeitsgehalt zum zentralen Begriff eines Wissensgebietes werden.

Ein Wissensgebiet, welches eine Sprache an sich ist, kann nicht wirklicher sein, als seine grundlegenden Begriffe und die Begriffe, mit dem höchsten Wirklichkeitsgehalt könnten auch diejenigen Begriffe sein, die zur Erklärung anderer Begriffe dienlich und sehr hilfreich sind. Ein Begriff alleinstehend kann somit ohne den Bezug zu anderen Begriffen in seinem Wirklichkeitsgehalt gar nicht erkannt werden. Zudem ist es für den Menschen von höchster Wichtigkeit dass er den Wahrheitsgehalt auf Grund seiner Wahrnehmung auch in Übereinstimmung mit dem Wirklichkeitsgehalt des Dasein bringt. Je mehr sein Wahrheitsgehalt vom Wirklichkeitsgehalt abweicht umso geringer neigt die Gütte dessen Vernunft zu sein.

Klaus Feldmann

Urheber