Hölle
Hölle | höll + e | f. nach christlicher Auffassung ‘Stätte der Verdammnis, Ort für die nach dem Tod verdammten Seelen’, übertragen ‘Ort großer Qualen’. Ahd. hella (9. Jh.), mhd. mnd. helle, nhd. Hölle (allgemein seit 17. Jh.),
Höll,höll,Höllen
asächs. hellia, mnl. helle, hille, nl. hel, aengl. hell, hel, engl. hell, anord. hel, got. halja, ger. *haljō gehört als ‘das Verbergende oder Verborgene’ zu der unter hehlen angeführten Ww. uig.*k̑el- ‘bergen, verhüllen’ und bezeichnet ursprünglich den ‘unterirdischen Aufenthaltsort der Toten’ (vgl. den Namen der Todesgöttin anord. Hel), in christlicher Vorstellung den ‘Aufenthaltsort der Verdammten’.
Der Sprachwissenschaftler Szadrowsky verbindet dagegen die germ. Formen für ‘Hölle’ mit anord. hella ‘flacher Stein’, aengl. heall ‘Felsen’, got. hallus ‘Fels’ (mit nicht gesicherter Whk.) und nimmt dementsprechend eine Bedeutungsentwicklung von ‘Felsplatte’ zu ‘Gruftplatte, Grabplatte’, dann zu ‘Grab’ und ‘Totenreich’ an und hält den Anschluß (über ‘deckende, verbergende Steinplatte’) an die Wortgruppe von hehlen für zweitrangig.