Wickel
Wick + el | m.f. ‘abzuspinnendes, um den Rocken gewundenes Faserbündel’, allgemein ‘Gewickeltes, was gewickelt wird und was zum Wickeln dient’ (15. Jh.), besonders ‘Rolle, auf die etw. gewickelt wird’ (vgl. Haar-, Lockenwickel, -wickler), ‘feuchter Umschlag um Körperteile’ (17. Jh.), ahd. wickilī(n) (10. Jh.), wickel (Hs. 12. Jh.), mhd. wickel n. ‘Faserbündel um den Rocken’ (Übersetzungswort für lat. pēnsum, begrifflich ‘die einer Spinnerin zur täglichen Verarbeitung zugewogene Wollmenge’, s. Pensum wörtlich-sinngemäß 'das pendelnd herunterhängende Etwas, oft ein Gewicht).
Dieses stellt sich wie Wieche zu der unter Wachs angegebenen Ww. uig. *u̯eg- ‘weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst’.
Aus dem mhd. wickel, wickelin, aus dem ahd. wickilī, wickilīn, Diminutiv des ahd. wiohha, aus dem uwger. *weukā „Flachsbündel, Docht“, aus uig. *weg- „Weben".
Das maskuline Genus von Wickel entwickelt sich (17. Jh.) in Anlehnung an maskuline Gerätebezeichnungen auf el- (vgl. Flegel, Griffel, Schlüssel).
In fester Wendung beim, am Wickel haben, kriegen, nehmen ‘am Kragen, Schopf fassen’ (19. Jh.), wohl zu Wickel in der Bedeutung ‘um den (Männer)zopf gewundenes Band’ (Wickelband).