Alchimie
- Alchemie auch Alchimie
- Die Bezeichnung für die mittelalterliche Chemie,
- insbesondere die ‘Goldmacherkunst, Schwarze Kunst’,
- mhd. alchimīe,
- fnhd. Alchamie, Alchimey, Alchimy
- ist teils über
- afrz. alkimie, alquemie
- bzw. über latinisiertes mlat. alchimia,
- afrz. alkimie, alquemie
- teils unmittelbar entlehnt aus
- span. alquimia,
- das auf arab. al-kīmiyā’ ‘Stein der Weisen’ beruht.
- Letzteres geht wohl zurück auf grie. chēmé͞ia (χημεία), chymé͞ia (χυμεία) tékhnē ‘Kunst der Metallverwandlung’ (s. Chemie).
- span. alquimia,
Alchemie

1 = Zinn, 2 = Blei, 3 = Gold, 4 = Schwefel, 5 = Quecksilber, 6 = Silber, 7 = Eisen
Die Alchemie ist ein alter Zweig der Naturphilosophie und wurde im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts von der modernen Chemie und der Pharmakologie begrifflich abgetrennt[4]und schließlich durch diese Fächer ersetzt.[5]
Oft wird angenommen, die „Herstellung“ von Gold (Goldsynthese) sei das einzige Ziel der Alchemisten gewesen. Das Spektrum der Alchemisten reicht aber von praktischen frühen Chemikern, Herstellern von Schießpulver[6] und Pharmazeuten, frühen Vorstellungen über den Aufbau der Materie, wozu auch die Umwandelbarkeit (Transmutation) von Metallen und anderen Elementen oder Mineralien bzw. Salzen[7] gehörte, über stark mythisch gefärbte Spekulationen mit Ideen über eine gleichzeitige Wandlung des Adepten, die in neuerer Zeit zum Beispiel das Interesse des Tiefenpsychologen Carl Gustav Jung fanden, bis zu den „Goldmachern“.
Etymologie und Herkunft
Die ältesten bekannten Aufzeichnungen über die Alchemie, insbesondere die Tabula Smaragdina, stammen aus dem alten Ägypten und dem hellenistischen Griechenland.[8] Da diese zunächst ausschließlich über die arabische Welt nach Europa gelangten, stammt das Wort Alchemie (über mittellateinisch alkimia, französisch-spanisch vermittelt und eingebürgert seit dem 14. Jahrhundert[9]) vermutlich von arabisch الخيمياء / al-ḫīmiyāʾ oder الكيمياء / al-kīmiyāʾ ab, das wiederum wahrscheinlich seinen Ursprung im Griechischen hat: eventuell χυμεία chymeía für „Metallverwandlung“, „Guss“, mittelgriechische Aussprache chimía, auch χημεία chēmeía[10] oder auch χυμός chymos für „Flüssigkeit“. Die Bedeutung des Wortes ist bislang nicht sicher geklärt und die möglichen Auslegungen sind vielfältig.[11][12] Paracelsus und Georg Agricola verwendeten die Worte chymia für Alchemie bzw. chymista für den Alchemisten. Beispielsweise lässt sich Alchemie nach älteren Annahmen mit „Kunst der Ägypter“ oder aus koptisch/altägyptisch kêmi „schwarz[e Erden]“ (vergleiche hierzu auch Kemet) in einer anderen Lesart dagegen als „Lehre des Gießens“ übersetzen.[13]
Die Tabula Smaragdina war das grundlegende Buch der (abendländischen) Alchemisten. Sie ist eine dem Hermes Trismegistos zugeschriebene, ursprünglich wohl griechische, später in lateinischer Fassung verbreitete Sammlung von wenigen, schwer verständlichen und auslegungsbedürftigen Sätzen, in denen die gesamte Weltweisheit enthalten sein soll.